Jörg Phil Friedrich
Philosoph und Publizist

  • Das Dilemma des Philosophierens

    Ernsthaftes Philosophieren steckt in einem Dilemma: Es soll eigentlich (selbst-)kritisches Denken sein, aber bevor man es „richtig gelernt hat“, oder während man es lernt, eignet man sich so viele Selbstverständlichkeiten der abendländischen Philosophietradition an, dass es kaum noch möglich ist, einen wirklich radikal-kritischen Standpunkt einzunehmen. Die Tradition des Philosophierens ist womöglich kein festes Fundament des Denkens, sondern ein zäher Morast, aus dem man sich kaum befreien kann. Darum geht es in meiner neuen Reflexe-Kolumne.

  • Ursachen und Wirkungen

    Der wissenschaftliche Blick auf gesellschaftliche Herausforderungen ist oft von Labordenken und einfachen Ursache-Wirkungs-Vorstellungen geprägt. Man greift sich ein Geschehen als Ursache heraus und beschreibt die unerfreulichen Auswirkungen. Das kann man beim Klimawandel ebenso beobachten wie bei der Pandemie. Die Schlussfolgerung ist dann, die Ursache zu beseitigen, man meint, damit wäre alles gut. Auf Welt.de habe ich beschrieben, warum das ein fataler Irrtum ist.

  • Richtig streiten

    Gibt es eine Logik des richtigen, guten Streitens, eine Logik, die sich nicht an feste Regeln klammert sondern die Emotionalität, Spontanität und die eigene Betroffenheit als Teil der menschlichen Rationalität berücksichtigt? Können wir gut streiten, auch wenn wir nicht „sachlich“ bleiben können oder wollen? Darum geht es in meinen Essay Richtig streiten, das als Buch im September bei Claudius erscheint. Schon jetzt kann es beim Verlag, online oder im Buchhandel vorbestellt werden.

  • Eidechsen, Eichhörnchen, Affen und Menschen

    Der Verhaltensforscher Michael Tomasello hat wieder ein inspirierendes Buch geschrieben. Dieses Mal geht es um die Frage, wie das entstanden ist, was wir heute als „Handeln“ bezeichnen. Nur vier Evolutionsschritte trennen uns da von den Eidechsen, meint Tomasello. Seine Gewissheiten und selbstverständlichen Deutungen haben mich allerdings skeptisch gemacht. Im Freitag gibt es eine Rezension von mir.

  • Software für die Flüchtlingsverwaltung

    Geflüchtete Menschen kommen in großer Zahl nach Deutschland und es ist nicht abzusehen, dass es weniger werden. Sie werden durch Kommunen direkt oder durch private Unternehmen im Auftrag von Kommunen untergebracht und betreut. Für die Verwaltung aller Informationen zum Flüchtlingsmanagement braucht man eine gute Softwarelösung, die als browserbasierte Internet-Lösung da verfügbar ist, wo die Daten anfallen und benötigt werden, in den Wohnheimen und Unterkünften, in den Sozialstationen und in den Büros der kommunalen Mitarbeiter. Diese Software ist Resident Care, eine moderne Internetlösung, die von INDAL in Münster entwickelt wurde und bereits in vielen Unternehmen und Behörden im Einsatz ist.

  • Über einen christlichen Umgang mit AfD-Anhängern

    Die christlichen Kirchen wollen mit der AfD nichts zu tun haben. Immer mehr Fälle werden bekannt, in denen Leuten, die für die AfD tätig werden, Ämter entzogen werden, sowohl im Ehrenamt als auch bei Pfarrerstellen. Die Unvereinbarkeit von Christentum und AfD-Wahl wird deklariert. Passt das zum christlichen Verständnis, wie es im Neuen Testament zu finden ist? In einem Beitrag auf welt.de habe ich das kritisch reflektiert.

  • Ein Soziologe, der Folgebereitschaft herstellen will

    Was kann die Soziologie während einer Krise, etwa einer Pandemie, leisten? Da gehen die Meinungen weit auseinander. Klaus Kraemer aus Graz sieht die Methodenkompetenz seines Fachs in der Bereitstellung und kritischen Prüfung empirischer Verfahren. Zudem käme ihr vor allem die Rolle der Beobachterin und Kritikerin zu, die auf die gesellschaftlichen und sozialen Gefahren einer zu engen Krisenpolitik hinweist. Der deutsche Soziologe Heinz Bude sieht das ganz anders. Er will der Regierung Werkzeuge bereitstellen, mit denen in der Bevölkerung „Folgebereitschaft“ erzeugt werden kann. Mit seinen Vorstellungen habe ich mich auf welt.de beschäftigt.

  • Musikgruppen als rationale Akteure

    In der Reihe Routledge Studies in Metaphysics wird im August der Band The Ontology of Music Groups. Identity, Persistence, and Agency of Creative Groups erscheinen und ich freue mich, dass darin mein Beitrag Music Groups as Rational Agents enthalten sein wird. Was ziemlich speziell und abseitig klingt, ist nicht weniger als der Versuch die Rationalität kollektiver Akteure jenseits von festen Regeln und Vorgaben zu beschreiben.

  • Winnetou, Jim Knopf und die Weißen Retter im Kinderfilm von 2024

    Sprache wird von diskriminierenden Begriffen gereinigt, niemand soll mehr rassistische Wörter lesen oder hören müssen, auch nicht in Werken aus vergangenen Zeiten. Und zugleich werden, in ganz gereinigter Sprache, rassistische Klischees und Vorstellungen von weißer Überlegenheit reproduziert. In meiner neuen Kolumne auf der Website des Verlags Karl Alber habe ich mir das an zwei Beispielen angeschaut und Schlussfolgerungen daraus gezogen.