Ein halbes Jahr hat die Bundesregierung gebraucht, um die Neubesetzung der Deutschen Ethikrates abzuschließen. Planmäßig hätten die neuen Mitglieder je zur Hälfte vom Bundesrat und von der Regierung im April berufen werden müssen. Aber das zuständige Ministerium hat sich ohne Grund viel Zeit gelassen. Warum das bedenklich ist, habe ich in einem Text für die WELT aufgeschrieben.
Jörg Phil Friedrich
Philosoph und Publizist

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Demokratische Parteien?
Der Begriff „demokratische Partei“ wird in den Medien in letzter Zeit immer häufiger verwendet. Es scheint völlig klar zu sein, welche Parteien es verdienen, so bezeichnet zu werden, und welche nicht. Aber was könnten sinnvolle Kriterien sein, nach denen man beurteilen kann, ob eine Partei „demokratisch“ ist? Darüber habe ich etwas im Freitag geschrieben.
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Über Meinungen
Man meint (!), dass Meinungen die kleinen schmuddeligen Schwestern des Wissens seien. Aber Meinungen sind mehr als unsicheres Wissen, sie haben immer mit Wertungen, mit Sorgen und Ängsten, Hoffnungen und Erwartungen zu tun, mit Vorstellungen davon, wie die Welt sein sollte. Deshalb kann es im Meinungsstreit nicht vor allem um Fakten gehen. Dazu habe ich bei Deutschlandfunk Kultur ein Politisches Feuilleton verfasst.
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Fabelland von Ines Geipel
Ob es ein Sachbuch ist oder ein Band mit autobiografischen Erzählungen ist bei „Fabelland“ von Ines Geipel nicht einfach zu entscheiden. Für ersteres sprechen die vielen Fußnoten und das Literaturverzeichnis, für letzteres die poetische Sprache. Jedenfalls eine lohnende Lektüre. Hier meine Rezension.
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Klangfarben – Musikschule in Münster
Ich hatte schon einmal auf die neue Musik- und Kunstschule in Münster-Mauritz hingewiesen, das liegt daran, dass es mir eine Herzensangelegenheit ist. Inzwischen sind es fast ein Dutzend Musikrerinnen und Künstlerinnen, die sich da zu einer Genossenschaft zusammengetan haben, um in den Räumen der Mathilde-Anneke-Gesamtschule in der Manfred-von-Richthofen-Straße 46 in Münster Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einen kompetenten und professionellen Instrumentalunterricht, Gesangsunterricht und Kunstunterricht anzubieten, incl. Chor, Ensembles und Kunstklassen. Hier geht’s zur Website der Klangfarben.
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Wissenschaftsfreiheit und Moral
Um die Wissenschaftsfreiheit wird viel gestritten, manche sehen sie in Gefahr, andere meinen, es sei alles in bester Ordnung. Das Buch „Wissenschaftsfreiheit und Moral“ scheint da zu vermitteln. In meiner Rezension zeige ich allerdings, dass es am Ende nur den Gegnern der Wissenschaftsfreiheit nützt – und dass es einige problematische Argumentationen enthält.
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Die Rationalität von Musik-Gruppen
Wir reden im Alltag so, als ob Gruppen handeln und ihre Handlungsentscheidungen sogar rational begründen. Aber haben Gruppen eine eigene Rationalität? Musikgruppen, also Bands, Ensembles oder Orchester, bieten sich für eine philosophische Betrachtung dieser Frage besonders an, weil sie uns einerseits täglich in den Medien begegnen und in den Nachrichten immer wieder über ihre Pläne und Handlungen – seien es Konzert-Tourneen oder Aufnahmen von Alben, berichtet wird, und weil sie andererseits ganz offensichtlich in ihren Entscheidungsstrukturen sehr unterschiedlich sind.
In dem gerade bei Routledge erschienenen Band „The Ontology of Music Groups“ bin ich mit meinem Beitrag „Music Groups as Rational Agents“ genau dieser Frage nachgegangen. Es gibt auch eine deutsche Kurzfassung der Argumentation, die ich gern interessierten Menschen zur Verfügung stelle.
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Neues Buch: Richtig streiten
Es wird gerade viel gestritten, sogar darüber, wie man richtig streiten sollte. Dabei kann es um Privates gehen, aber auch um Politik und Gesellschaft.
Oft hört man, der Streit solle sich an Fakten orientieren, und einer klaren, objektiven Logik folgen. In meinem Essay Richtig streiten, das am 18. September 2024 als Buch bei Claudius erscheint, zeige ich, dass das gar nicht möglich ist: Im Streit geht es nicht um den Nachweis von korrektem Wissen, sondern immer um Hoffnungen, Sorgen, Befürchtungen und Erwartungen. Meinungen, um die wir streiten, sind immer mit unseren Werten und Wünschen moduliert.
Deshalb ist die Logik des richtigen Streitens keine formale Argumentationslogik um Fakten. In meinem Buch entwickle ich Grundsätze dieser Logik anhand alltäglicher Beispiele des politischen Streits. Ich hoffe, zu einer Kultur des Streitens beitragen zu können, die anerkennt, dass Meinungen sehr verschieden sein können, sich nicht einfach ändern lassen, und die trotzdem zu einer friedlichen Verständigung in praktischen Fragen kommt.
Das Buch kann, auch als E-Book, bereits im Buchhandel und online vorbestellt werden.
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Störenfriede und Politiker
Politiker fühlen sich gestört, wenn sie durch Zwischenrufe oder Pfiffe bei öffentlichen Auftritten unterbrochen werden. Wer demokratisch sein will, so heißt es dann, solle sich bitte an die Regeln halten. Das verkennt aber das Machtgefälle zwischen denen, die immer auf den Podien und an den Mikrofonen sitzen und denen, die im abgedunkelten Saal kaum zu sehen und zu hören sind. Dazu habe ich etwas für der Freitag geschrieben.