Jörg Phil Friedrich
Philosoph und Publizist

  • Hauptsache gesund?

    Was ist die Hauptsache? Schon lange, bevor wir irgendetwas von Corona gewusst haben, hatte sich eine Floskel in den alltäglichen Sprachgebrauch eingeschlichen, die zum Ausdruck brachte, was die meisten Menschen hierzulande für die Hauptsache halten: „Hauptsache gesund!“. Es gibt eine Vielzahl von Abwandlungen, „ich wünsche dir vor allem Gesundheit, das ist das Wichtigste“, in wie vielen Millionen Glückwunschkarten und Grußnachrichten stand in den letzen Jahrzehnten diese Formel? Und die Verabschiedungsformel „Bleiben Sie gesund!“ konnte nur deshalb zur mantraartigen Beschwörung in Pandemie und Lockdown werden, weil sie uns schon lange vertraut war.

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  • Das Zeitalter der Pandemien geht gerade erst los

    Von den Pharmaunternehmen kommen gute Nachrichten: Impfstoffe gegen das Coronavirus sind entwickelt worden und können nun wohl bald in die Massenproduktion gehen. Die Logistik für die vielleicht größte Impfaktion der Weltgeschichte läuft an. Überall auf der Welt werden in ein paar Monaten Millionen von Menschen täglich gegen das Virus immunisiert werden, und dann, im Sommer 2021, spätestens im Herbst, wird die Corona-Krise bewältigt sein.

    So meint man. Darauf richten sich die Hoffnungen von Politikerinnen, Unternehmern, Kino- und Theaterbetreibern, Gastronominnen und Künstlerinnen. Aber diese Hoffnung dürfte trügerisch sein.

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  • Digitalisierung schafft neue Optionen für wissenschaftliche Qualitätssicherung

    In der Corona-Pandemie ist regelmäßig zu beobachten, wie Virologinnen und Epidemiologen ihre Studienergebnisse auf Preprint-Servern veröffentlichen. Noch bevor die Artikel unabhängig begutachtet und anschließend von einem Fachjournal veröffentlicht werden, stehen sie öffentlich zur Diskussion.

    Dies dient meist dem Ziel, die Arbeit reif für die Veröffentlichung in einem anerkannten Journal zu machen. Es könnte sich aber auch eine Alternative zum üblichen Peer-Review-Verfahren entwickeln, das als Hindernis für die Forschung kritisiert wird.

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  • Wir Älteren sollten weniger zornig auf die Jugend sein

    Corona bedeutet auch Generationenkonflikt. Doch verlangen die Älteren zu viel von den jungen Menschen, wenn sie von ihnen fordern, ihre Bedürfnisse in der Corona-Krise aufzuschieben? Ja, meint unser Autor.

    Vielleicht ist es gewissermaßen eine Retourkutsche, mit der die Generation der Babyboomer jetzt den Jungen entgegenfährt. Vor einem Jahr noch sahen sich die 50- und 60-Jährigen den Vorwürfen ihrer Kinder und Enkel ausgesetzt: Sie hatten über Jahrzehnte keine Rücksicht auf Umwelt und Klima genommen, sie hatten Sexismus und Rassismus nicht bekämpft, sie hatten auf Kosten der Dritten Welt gelebt.

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  • Philosophie (in) der Krise

    Die Philosophie hat ein Problem. Konfrontiert mit Klimawandel, Flüchtlingskrise oder Corona-Pandemie muss sie erst einmal nach einer Frage suchen, die sie beantworten könnte. Andere Fächer haben es da leichter: Virologie und Epidemiologie suchen nach Maßnahmen, die die Ausbreitung von Krankheitserregern stoppen könnten, Ökonomen erforschen die Folgen solcher Maßnahmen für die Wirtschaft – selbst Historiker wissen, was zu tun ist: Sie halten nach vergleichbaren Situationen in der Geschichte Ausschau, während Literaturwissenschaftler nach literarischen Aufarbeitungen von Pandemien fahnden. Nur die Philosophie scheint nicht so recht zu wissen, wonach sie überhaupt fragen könnte.

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  • Seminar zu Heideggers Wissenschaftsphilosophie

    Seminar zu Heideggers Wissenschaftsphilosophie

    Am 02.11. startet mein Seminar zur Wissenschaftsphilosophie Martin Heideggers. Die Teilnahme ist auch für Gasthörer (Einschreibung erforderlich) möglich. Weitere Informationen hier.

  • Konferenzvideo „Making Scientific Discoveries“

    Im vergangenen Jahr fand in Münster eine internationale Konferenz zum philosophischen Verständnis wissenschaftlicher Entdeckungen statt, organisiert von Jan G. Michel. Zu dieser Konferenz sprach ich über „die Entdeckung des Klimawandels“. Das Konferenzvideo beleuchtet die verschiedenen Aspekte wissenschaftlicher Entdeckungen. Das Buch zur Konferenz mit allen Beiträgen erscheint im nächsten Jahr.

  • Kant und die Rassen

    Kant und die Rassen

    In der Philosophie-Zeitschrift Hohe Luft 6/2020 ist ein Essay von mir erschienen, in dem ich dem Zusammenhang zwischen der Rassentheorie Immanuel Kants und seiner Erkenntnis- und Moralphilosophie nachgehe.

  • Der Preis des wissenschaftlichen Publizierens

    Wissenschaftliche Arbeit wird zum großen Teil an Universitäten und Forschungsinstituten vom Staat und damit mit öffentlichen Geldern bezahlt. Aber um sie zu lesen und frei nutzen zu können, muss man teure wissenschaftliche Zeitschriften bezahlen. Zwar werden die meisten dieser Zeitschriften wiederum von Universitäten und Forschungsinstituten abonniert, aber auch diese müssen eben dafür bezahlen.
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