Autor: Jörg Phil Friedrich

  • Im Vakuum zwischen Wissenschaft und Politik

    Gleich in der Überschrift der Keynote des Historikers Caspar Hirschi tauchte das Wort „Bermudadreieck“ als Beschreibung für das Feld zwischen Wissenschaften, Politik und Medien in der Coronapandemie auf. Bekanntlich ist das Bermudadreieck eine Meeresregion, in der angeblich immer wieder Schiffe und Flugzeuge auf mysteriöse Weise verschwinden.

    Auf der Konferenz „Follow The Science – aber wohin?“, die die Rudolf-Augstein-Stiftung am Montag in Berlin veranstaltete, wurde allerdings nicht so recht klar, was denn im Corona-Bermudadreieck abhandengekommen sei. Überhaupt wurde, auch wenn viel Interessantes gesagt wurde, nur weniges richtig klar. Womöglich ist es das: Verschwunden ist die Klarheit, das gegenseitige Verstehen, das konstruktive Gespräch. Wie im Bermudadreieck nur die Leere bleibt, so bleibt in der aktuellen Coronadebatte zwischen Wissenschaft, Politik und Journalismus vor allem eine große Sprachlosigkeit. Diese Sprachlosigkeit herauszuarbeiten, das ist der Konferenz gelungen – und das ist vielleicht auch schon ein Erfolg.

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  • Auf dem Weg in die Expertokratie?

    Fünfunddreißig Wissenschaftler, Virologinnen und Ärzte, Physiker, Gesundheitsexpertinnen und Soziologen, haben eine Erklärung zur aktuellen Lage in der Pandemie veröffentlicht. Sie machen sich Sorgen und haben Forderungen an die Politik. Sie wollen die Spaltung der Gesellschaft überwinden, so sagen sie, und sie fordern, dass die Politik in ihrem Handeln auf die Wissenschaft hört. Dafür soll, nach dem Willen der 35, ein Expertenrat eingerichtet werden. Einige aus der Gruppe sind aus den Medien gut bekannt, etwa die Virologin Melanie Brinkmann, der Physiker Michael Meyer-Hermann oder der Soziologe Armin Nassehi. Dass diese Personen in der Politik in den letzten Monaten zu wenig Gehör gefunden hätten, klingt überraschend. Bei genauer Lektüre des Textes drängt sich der Eindruck auf, dass die Autoren eine überraschend simple Vorstellung von Politik in der demokratischen Gesellschaft haben.

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  • Schutz mit Schranken

    Ein Interview in der Sendung Information und Musik beim Deutschlandfunk über die Impfdebatte, Hier zum Nachhören.

  • Der 2G-Kurzschluss

    Neuseeland ist uns immer ein Stück voraus. Wenn hier noch Sonntagabend ist, starten die Neuseeländer schon in die neue Woche. Aber auch in der Corona-Politik scheinen sie dort immer einen gewissen Vorsprung zu haben: Argumente, wie sie die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern zum Thema äußert, tauchen zwar nicht nach zwölf Stunden, aber spätestens nach zwölf Tagen wie selbstverständlich in der politischen Diskussion in Deutschland auf. Am 21. Oktober antwortete Ardern auf die Frage, ob sie nicht im Grunde eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft der Geimpften und der Ungeimpften, plane: „Das ist es, was es ist.“

    Die Begründung, warum dies geboten sei, ist inzwischen auch hierzulande bereits fast zu einem gesellschaftlichen Konsens geworden. Ardern sagte in dem Gespräch vor drei Wochen: „Menschen, die geimpft sind, wollen wissen, dass sie von Menschen umgeben sind, die auch geimpft sind. Sie wollen wissen, dass sie in einer sicheren Umgebung sind. Es ist eine Möglichkeit, diesen Menschen das Vertrauen zu geben, dass sie wieder hinausgehen können und sicher sind.“

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  • Drostens Notizbuch

    Die tägliche Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen beträgt in Deutschland nun wieder einige Zehntausend. Das klingt viel, aber ist es wirklich dramatisch? Wenn man bedenkt, dass Rundfunksender, Fernsehen und Printmedien diese Zahlen Tag für Tag und Stunde für Stunde prominent vermelden, angereichert durch die Bemerkung, dass es sich dabei um Rekordwerte handelt, die schon über denen des Lockdown-Frühjahres liegen, und ergänzt um den drohenden Hinweis, dass der Winter ja erst noch bevorsteht, könnte man meinen, die Zahlen symbolisierten eine kommende, fast nicht aufzuhaltende Katastrophe. Aber für sich genommen sind diese Zahlen gar kein Problem und sie sind zunächst auch kein Hinweis darauf, dass sich die Bevölkerung wieder mal falsch verhalten habe – nicht mal als Symbol für Politikversagen taugen sie. Der Skandal liegt ganz woanders.

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  • Das Berater-Problem

    An neue Regierungskonstellationen werden neue Erwartungen geknüpft – nicht nur hinsichtlich der Inhalte, sondern auch hinsichtlich der Art, wie Herausforderungen angepackt und Lösungen gefunden werden. Die meisten konkreten Fragen, auf welche die neue Bundesregierung Antworten finden muss, sind heute noch unbekannt.

    Umso wichtiger wäre es, sich über die Verfahren der Entscheidungsfindung schon in den Koalitionsgesprächen zu einigen. Dem Umgang der Politik mit der wissenschaftlichen Politikberatung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, ist doch die Ansicht weit verbreitet, dass die Wissenschaft in der Lage wäre, die Probleme richtig zu beschreiben und sogar die besten Vorschläge dafür zu erarbeiten, was politisch und gesellschaftlich zu tun sei, um sie beherrschbar zu machen.

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  • Das Ende des Engels der Geschichte

    Vor einem Monat wurde Italien von einer Art Kunstskandal erschüttert, dessen Empörungswellen auch das deutsche Feuilleton erreichten. Während die Sache in den italienischen Medien offenbar noch nicht ausgestanden ist, hat sich hierzulande die Aufregung wieder gelegt. Genau der richtige Moment, um mit einem gewissen Abstand zu schauen, was eigentlich passiert ist, warum es zu einer solchen Aufregung kam und vor allem – was es über die Möglichkeiten von Kunst in der Gegenwart aussagt.

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  • Die Möglichkeiten sehen und nicht die Grenzen

    Die Zukunft scheint eine Zeit des Verzichts zu sein. Der Klimawandel fordert Verzicht aufs Fliegen und aufs Autofahren. Außerdem sollen wir von Fleisch und am besten auch von Obst und Gemüse absehen, wenn es quer über den Globus transportiert werden muss. Das klingt trostlos, karg und langweilig. Auch Pandemien fordern Verzicht. Wir sollen weniger feiern, uns nicht mehr umarmen und uns nicht mehr ins Gedränge stürzen, nicht im Konzert und auch nicht auf den Rängen des Fußballstadions.

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  • Alte Software neu denken

    Viele individuelle Softwarelösungen in Unternehmen und Verwaltungen werden jahrzehntelang genutzt. Sie erfüllen ihren Zweck, die Nutzer sind mit ihnen vertraut, sie passen optimal zu den Geschäftsprozessen. Auch wenn sie nach einigen Jahren altmodisch wirken und die Benutzerführung sowie das Design nicht mehr den Ansprüchen an moderne Systeme genügen, gibt es für viele Jahre keinen Grund, sie aufwändig durch eine neue Lösung zu ersetzen.

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