In Ata Bejit

Vorheriger Tag: Bishkek: Parks und Monumente

Wir wollten nach Ata Bejit, der kirgisischen Gedenkstätte für die Opfer einer stalinistischen „Säuberungsaktion“ 1937, bei der 138 kirgisische Intellektuelle ermordet und hier südlich von Bishkek verscharrt worden waren, unter ihnen auch der Vater von Tschingis Aitmatov. Wir wussten auch, dass dort das Grab des Schriftstellers selbst ist, da dieser den Wunsch gehabt hatte, in der Nähe seines Vaters beerdigt zu werden, den er mit neun Jahren verloren hatte. „In Ata Bejit“ weiterlesen

Ein Taxifahrer mit Brüdern

Vorheriger Tag: Zwei Verspätungen und zwei Feuerzeuge

Der Flug verlief reibungslos. Wie immer in solchen Fällen war nervig, dass auf dem gerade mal vierstündigen Nachtflug von Moskau nach Bishkek trotzdem Essen und Getränke serviert wurden, sodass man nur zwei Stunden schlafen konnte. Gegen 5:00 Uhr waren wir in Bishkek (Ortszeit, also 1:00 Uhr in Deutschland). Dort wandte ich mich an den Mann am Taxischalter, um ein Taxi nach Karokol zu bekommen (100 € für eine sechsstündige Fahrt). Der Taxifahrer unterhielt sich mit uns, indem er russisch in eine App seines Smartphones sprach (Google Translator o.ä.). Die Übersetzung wurde auf englisch angezeigt und vorgelesen, während er am russischen Text prüfte, ob die App ihn richtig verstanden hätte. „Ein Taxifahrer mit Brüdern“ weiterlesen

Zwei Verspätungen und zwei Feuerzeuge

Vorbemerkung

Mit diesem Eintrag beginnt das Tagebuch einer dreiwöchigen Reise nach Kirgistan, das ich dort geschrieben habe, um nichts zu vergessen. Ich habe es also eher aus privat-persönlichen Gründen geschrieben, es war nicht zur Veröffentlichung gedacht. Da es aber einige Menschen gibt, die Interesse an meinen Eindrücken geäußert haben, werde ich es hier im nachhinein als Blog einstellen. Wer Fragen hat, etwas nicht versteht oder etwas genauer wissen möchte, kann gern in den Kommentaren nachhaken.

Los geht’s

Unser Zug nach Hamburg sollte um 7:57 Uhr fahren. Da wir um 7:00 Uhr reisefertig waren, riefen wir aber schon das Taxi. Ich wollte Cornelia auf dem Bahnsteig mit dem Gepäck absetzen und schnell ins Büro laufen um noch die Bordkarten für den Flug Moskau-Bishkek auszudrucken. Auf dem Bahnhof lasen wir allerdings, dass unser Zug 50 min Verspätung haben würde, der Zug von 6:57 Uhr hatte aber 25 min Verspätung, sodass wir den noch schafften und doch ganz entspannt nach Hamburg kamen. Auf die ausgedruckten Bordkarten verzichteten wir. Diese Reise ging gut los.

Beim Durchleuchten meines Rucksacks (da er als Sperrgepäck galt, waren wir dabei) bemerkte der Kontrolleur, dass da zwei Feuerzeuge drin waren. Die müssten ins Handgepäck. Also alles auspacken und die Feuerzeuge raus. Beim Durchleuchten des Handgepäcks meinte der Kontrolleur jedoch, dass Benzinfeuerzeuge nicht ins Handgepäck dürften. Zum Glück (aber absichtlich) war kein Benzin drin, also durfte es doch mit, nachdem der Kontrolleur es getestet hatte. (Später habe ich bemerkt, dass das Gasfeuerzeug leer war)

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