Kategorie: Philosophie

  • Das Dilemma des Philosophierens

    Ernsthaftes Philosophieren steckt in einem Dilemma: Es soll eigentlich (selbst-)kritisches Denken sein, aber bevor man es „richtig gelernt hat“, oder während man es lernt, eignet man sich so viele Selbstverständlichkeiten der abendländischen Philosophietradition an, dass es kaum noch möglich ist, einen wirklich radikal-kritischen Standpunkt einzunehmen. Die Tradition des Philosophierens ist womöglich kein festes Fundament des Denkens, sondern ein zäher Morast, aus dem man sich kaum befreien kann. Darum geht es in meiner neuen Reflexe-Kolumne.

  • Richtig streiten

    Gibt es eine Logik des richtigen, guten Streitens, eine Logik, die sich nicht an feste Regeln klammert sondern die Emotionalität, Spontanität und die eigene Betroffenheit als Teil der menschlichen Rationalität berücksichtigt? Können wir gut streiten, auch wenn wir nicht „sachlich“ bleiben können oder wollen? Darum geht es in meinen Essay Richtig streiten, das als Buch im September bei Claudius erscheint. Schon jetzt kann es beim Verlag, online oder im Buchhandel vorbestellt werden.

  • Musikgruppen als rationale Akteure

    In der Reihe Routledge Studies in Metaphysics wird im August der Band The Ontology of Music Groups. Identity, Persistence, and Agency of Creative Groups erscheinen und ich freue mich, dass darin mein Beitrag Music Groups as Rational Agents enthalten sein wird. Was ziemlich speziell und abseitig klingt, ist nicht weniger als der Versuch die Rationalität kollektiver Akteure jenseits von festen Regeln und Vorgaben zu beschreiben.

  • Atmosphären der Stille

    Anna Schreiber ist die Autorin eines Buchs, das aus philosophischer (genauer gesagt: phänomenologischer) Perspektive eine Tätigkeit beschreibt, der wir uns vielleicht zu selten, manchmal im falschen Moment, aber jedenfalls normalerweise täglich widmen: Das Schweigen. Die Vielfalt dieses Phänomens stellt sie in ihrer Dissertationsschrift dar, und ich habe darüber nicht geschwiegen, allerdings auch nicht gesprochen, sondern geschrieben.

  • Neue Kolumne bei Alber

    Ab sofort schreibe ich auf der Website des Verlags Karl Alber, einem der führenden philosophischen Fachverlage im deutschsprachigen Raum, eine monatliche Kolumne, in der über aktuelle gesellschaftliche Fragen philosophisch reflektiert wird. Bei Alber sind 2019 meine Bücher „Der plausible Gott“ und „Ist Wissenschaft, was Wissen schafft?“ erschienen. In der ersten Kolumne geht es um die Frage, ob das Philosophieren eine notwendige Tätigkeit des Menschen ist. Hier kann man sie lesen.

  • Kann die KI Predigten schreiben?

    Die Schweizerische Kirchenzeitung hat mich gefragt, ob eine KI gute Predigten schreiben könnte. Ich habe erklärt, dass eine KI nichts von Gott weiß, nichts von Schmerz und Leid. Wenn sie Predigt-Texte liefert, die erstaunlich „gut“ klingen, muss uns das eher erschrecken, nicht, weil die KI so gut predigen kann, sondern weil es so einfach ist, einen normalen, durchschnittlichen Predigttext zu generieren. Das ganze Interview steht in der Ausgabe 1/2024.

  • Wo und wann begann Philosophie

    In der westlichen Welt ist die Überzeugung verbreitet, dass die Philosophie vor rund zweieinhalb Jahrtausenden im „Alten Griechenland“ begann. Anke Graneß hat in ihrem aufschlussreichen Buch „Philosophie in Afrika“ begonnen, eine ganz neue Philosophiegeschichte zu schreiben, die schon viel früher in Ägypten beginnt und viel mehr Aspekte und Dimensionen umfasst, als unser eurozentrierter Blick und sehen lässt. Ich habe das Buch für den Freitag rezensiert.

  • Warum Philosophie wichtig ist

    Noch einmal zur Rolle der Intellektuellen – jetzt speziell zu der der Philosophen – in der öffentlichen Debatte. Was können gerade sie zu aktuellen Themen beitragen, und warum kommen sie – im Gegensatz zu dem, was Hegel dazu meinte – eben nicht unbedingt immer zu spät? Darüber habe ich etwas im Freitag geschrieben.

  • Zur Zweigeschlechtlichkeit des Menschen

    Auf welt.de habe ich mich an das schwierigen Thema der Zweigeschlechtlichkeit des Menschen gewagt. Letztlich steckt darin ein brisantes sprachlogisches Problem: dass es nämlich Eigenschaften gibt, die eine Menge (hier: die Menschen) definieren, die aber nicht von jedem Element der Menge (jedem einzelnen Menschen) erfüllt werden müssen. Das passt überhaupt nicht zu der Logik, die wir so in der Schule lernen, und das verstehen viele nicht. Im Falle der Zweigeschlechtlichkeit führt das sogar soweit, dass die Leute sich darüber in die Haare kriegen und dass es von manchen politischen Kräften instrumentalisiert werden kann. Dafür Verständnis zu entwickeln, ist Ziel meines Textes.