Der 2G-Kurzschluss

Neuseeland ist uns immer ein Stück voraus. Wenn hier noch Sonntagabend ist, starten die Neuseeländer schon in die neue Woche. Aber auch in der Corona-Politik scheinen sie dort immer einen gewissen Vorsprung zu haben: Argumente, wie sie die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern zum Thema äußert, tauchen zwar nicht nach zwölf Stunden, aber spätestens nach zwölf Tagen wie selbstverständlich in der politischen Diskussion in Deutschland auf. Am 21. Oktober antwortete Ardern auf die Frage, ob sie nicht im Grunde eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft der Geimpften und der Ungeimpften, plane: „Das ist es, was es ist.“

Die Begründung, warum dies geboten sei, ist inzwischen auch hierzulande bereits fast zu einem gesellschaftlichen Konsens geworden. Ardern sagte in dem Gespräch vor drei Wochen: „Menschen, die geimpft sind, wollen wissen, dass sie von Menschen umgeben sind, die auch geimpft sind. Sie wollen wissen, dass sie in einer sicheren Umgebung sind. Es ist eine Möglichkeit, diesen Menschen das Vertrauen zu geben, dass sie wieder hinausgehen können und sicher sind.“

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Drostens Notizbuch

Die tägliche Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen beträgt in Deutschland nun wieder einige Zehntausend. Das klingt viel, aber ist es wirklich dramatisch? Wenn man bedenkt, dass Rundfunksender, Fernsehen und Printmedien diese Zahlen Tag für Tag und Stunde für Stunde prominent vermelden, angereichert durch die Bemerkung, dass es sich dabei um Rekordwerte handelt, die schon über denen des Lockdown-Frühjahres liegen, und ergänzt um den drohenden Hinweis, dass der Winter ja erst noch bevorsteht, könnte man meinen, die Zahlen symbolisierten eine kommende, fast nicht aufzuhaltende Katastrophe. Aber für sich genommen sind diese Zahlen gar kein Problem und sie sind zunächst auch kein Hinweis darauf, dass sich die Bevölkerung wieder mal falsch verhalten habe – nicht mal als Symbol für Politikversagen taugen sie. Der Skandal liegt ganz woanders.

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Das Berater-Problem

An neue Regierungskonstellationen werden neue Erwartungen geknüpft – nicht nur hinsichtlich der Inhalte, sondern auch hinsichtlich der Art, wie Herausforderungen angepackt und Lösungen gefunden werden. Die meisten konkreten Fragen, auf welche die neue Bundesregierung Antworten finden muss, sind heute noch unbekannt.

Umso wichtiger wäre es, sich über die Verfahren der Entscheidungsfindung schon in den Koalitionsgesprächen zu einigen. Dem Umgang der Politik mit der wissenschaftlichen Politikberatung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, ist doch die Ansicht weit verbreitet, dass die Wissenschaft in der Lage wäre, die Probleme richtig zu beschreiben und sogar die besten Vorschläge dafür zu erarbeiten, was politisch und gesellschaftlich zu tun sei, um sie beherrschbar zu machen.

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Das Ende des Engels der Geschichte

Vor einem Monat wurde Italien von einer Art Kunstskandal erschüttert, dessen Empörungswellen auch das deutsche Feuilleton erreichten. Während die Sache in den italienischen Medien offenbar noch nicht ausgestanden ist, hat sich hierzulande die Aufregung wieder gelegt. Genau der richtige Moment, um mit einem gewissen Abstand zu schauen, was eigentlich passiert ist, warum es zu einer solchen Aufregung kam und vor allem – was es über die Möglichkeiten von Kunst in der Gegenwart aussagt.

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Die Möglichkeiten sehen und nicht die Grenzen

Die Zukunft scheint eine Zeit des Verzichts zu sein. Der Klimawandel fordert Verzicht aufs Fliegen und aufs Autofahren. Außerdem sollen wir von Fleisch und am besten auch von Obst und Gemüse absehen, wenn es quer über den Globus transportiert werden muss. Das klingt trostlos, karg und langweilig. Auch Pandemien fordern Verzicht. Wir sollen weniger feiern, uns nicht mehr umarmen und uns nicht mehr ins Gedränge stürzen, nicht im Konzert und auch nicht auf den Rängen des Fußballstadions.

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Alte Software neu denken

Viele individuelle Softwarelösungen in Unternehmen und Verwaltungen werden jahrzehntelang genutzt. Sie erfüllen ihren Zweck, die Nutzer sind mit ihnen vertraut, sie passen optimal zu den Geschäftsprozessen. Auch wenn sie nach einigen Jahren altmodisch wirken und die Benutzerführung sowie das Design nicht mehr den Ansprüchen an moderne Systeme genügen, gibt es für viele Jahre keinen Grund, sie aufwändig durch eine neue Lösung zu ersetzen.

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Wer den Vorschriftenstaat kritisch sieht, wird in seiner Impf-Ablehnung nur bestärkt

Die Impfkampagne ist zum Erliegen gekommen – und glaubt man den bekannten Experten, ist dies viel zu früh geschehen, wenn man eine weitere Infektionswelle der Covid-19-Pandemie im Herbst und Winter verhindern will. Ob das wirklich so ist – schließlich sind die Hochrisikogruppen durch die Impfung längst weitgehend geschützt und eine Überlastung des Gesundheitssystems durch schwere Covid-19-Fälle ist keineswegs zu erwarten –, sei mal dahingestellt. Sicher ist aber: Ein politisches System, das jedes individuelle Leid, jedes tragische Schicksal durch eine schwere Erkrankung verhindern will, erleidet gesellschaftliche Kollateralschäden, die in einer freien und demokratischen Gesellschaft unbedingt vermieden werden müssen.

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Neuseeland, das falsche Vorbild

Wenn es um die Bedingungen der Ausbreitung einer Virusinfektion geht, dann haben Neuseeland und Deutschland nur wenig gemeinsam. So leben in Deutschland zum Beispiel 231 Einwohner auf einem Quadratkilometer, in Neuseeland sind es gerade einmal 17,5. Deutschland hat Landgrenzen zu neun Ländern, und über diese Grenzen kommen täglich 200.000 Berufspendler ins Land, während 300.000 aus Deutschland täglich in eins dieser Länder zur Arbeit pendeln.

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