Rechts und Links – was soll das sein?

Immer diese Debatten über Links und Rechts. Wer ist links, wer ist rechts. Ich lege das jetzt hier mal ein für alle mal fest und bitte euch, in Zukunft folgende Begriffsbestimmungen zu benutzen:
Sowohl die Linken als auch die Rechten sind Anwälte des „kleinen Mannes“ von dem sie sagen, dass er sich nicht um sich selbst kümmern kann weil er zu schwach oder zu doof ist, sondern dass man sich um ihn kümmern muss, damit es ihm gut geht und die großen Starken ihn nicht so ausbeuten.
Die Linken meinen, dass man dazu die Welt verändern muss, dass die Gesellschaft da im Kleinen wie im Großen umgebaut werden muss. So, wie die Welt ist, ist sie schlecht für die Schwachen und gut für die Starken, also muss man den Starken was wegnehmen und es den Schwachen geben, und dafür muss man ständig neue Gesetze oder gleich Revolutionen machen.
Die Rechten sagen, dass die Welt so, wie sie ist, schon ganz gut eingerichtet ist für die Schwachen und Doofen, und dass man, wenn das heute nicht so ganz gut läuft, eher schauen muss, wie es noch früher war, weil da alle glücklicher waren. Sie geben den Veränderungen die Schuld daran, dass es den Schwachen heute nicht so toll geht.
So einfach ist das.

Reingefallen.

Eigentlich die dümmste Reaktion auf die Erkenntnis, auf einen Fake, eine Lüge reingefallen zu sein ist der Kommentar „Ja, aber hätte eben wahr sein können, (sonst wäre ich doch nicht so einfach darauf reingefallen)“. Dabei sind es nicht die wahren Einsichten, die uns für Lügen anfällig machen, sondern eben die Vorurteile, die doch eigentlich fragwürdig werden, wenn sie uns dazu bringen, bei der Lügen-Verbreitung mitzumachen.

Destruktive Konstruktion

Das Gegenteil von Konstruktion ist nicht Dekonstruktion sondern Destruktion. Deshalb „dekonstruieren“ die meisten Leute auch nicht, wenn sie Begriffe oder Argumente zerstören / zerlegen / kaputtmachen – sie destruieren. Dekonstruieren ist eben immer ein gleichzeitige Konstruieren, und das machen und können meines Wissens nur sehr wenige. Heidegger hat es getan, ohne es zu wissen, ohne den Namen dafür zu haben. Derrida hats dann später „erfunden“.

Stillstand und Veränderung

Manchmal denke ich, dass mein philosophisches Denken sich ständig verändert. Und dann finde ich eine 8 Jahre alte kleine Skizze, die ganz wunderbar zu den Gedanken passt, die ich gerade jetzt Stück für Stück entwickle. Offensichtlich gibt es mehr Konsistenz in meinem Denken, als ich gemeinhin glaube.

Soziale Medien liest man nicht, man teilt und liked

Ich liebe diese so genannten sozialen Medien von Tag zu Tag mehr. Gerade wird ganz fleißig ein Artikel des Independent geteilt. Im Link kann man den Anfang der Überschrift lesen: „Nur drei der 58 Männer, die wegen der Kölner Sex Attacken festgenommen wurden, waren Flüchtlinge“. Öffnet man den Link, wird man sofort stutzig, denn die Überschrift geht noch weiter „… aus Syrien oder dem Irak“. Neugierig geworden, liest man den ganzen Text und findet dann die Information, die auch nicht neu ist, dass die meisten anderen eben aus Marokko, Afghanistan usw. stammten.

Ja, das würde man zumindest lesen, wenn man auf den Link auch klicken würde, den man da teilt. Macht aber keiner. Der kleine Schnipsel vom Anfang reicht ja völlig aus, um sich über irgendwas aufzuregen, hier übrigens meistens über die böse deutsche Presse, die das natürlich nicht meldet, was der Independent da ermittelt hat – Lügenpresse! Witziges Zusammentreffen, denn auf die Presse schimpfen doch sonst eigentlich immer die vom bösen rechten Rand „wink“-Emoticon

 

O.F. Weidling

„In Traueranzeigen kann man oft lesen: Herr Soundso starb viel zu früh. Man möchte die Hinterbliebenen immer fragen: Wann wäre es Ihnen denn recht gewesen?“ Ich kann mich noch gut an diese Sätze von O. F. Weidling erinnern, der 1985 im Alter von 61 Jahren übrigens viel zu früh gestorben ist.

Allahu Akbar

Da kommt mir doch eben im Regen auf der Münsteraner Promenade ein ca. 12jähriger fetter Junge entgegengeradelt, zugegeben, mit krausem schwarzem Haar und einem dunkleren Teint als ich den habe, und schreit laut “Allahu Akbar”! Echt wahr. Ich muss gestehen, der hat mir keine Angst gemacht.

Zwei Wochen DieKolumnisten

Vor zwei Wochen, am 30.09., saßen nachmittags rund ein Dutzend Autoren mit Hochspannung vor den Bildschirmen und verfolgten aufgeregt, wie die Seite DieKolumnisten.de allmählich ihre jetzige Gestalt annahm. In einer Beta-Version hatten wir in den Wochen zuvor gemeinsam das Layout und das Konzept entwickelt, erste Kolumnen waren vorbereitet. Spätabends war alles wie geplant fertig, denn am 01.10. sollte die Seite Live geschaltet werden und die ersten Debattenbeiträge sollten erscheinen.

Ich finde, uns ist ein fulminanter Start gelungen und die viele Arbeit in den Wochen davor hat sich voll gelohnt. Vom ersten Tag an erscheinen bei den Kolumnisten zwei bis vier kompetente, herausfordernde Meinungsartikel. die Vielfalt der Autorinnen und Autoren besteht nicht nur in ihren politischen Ansichten und ihren persönlichen Sichten auf die Welt, sondern auch in den stilistischen Mitteln, mit denen sie ihren Meinungen Ausdruck geben. Zwei Wochen DieKolumnisten weiterlesen

In eigener Sache: Die Kolumnisten

Logo der Debattenplattform DieKolumnisten
Logo der Debattenplattform DieKolumnisten

Bis vor einem Jahr habe ich mehr oder weniger regelmäßig Kolumnen auf der Debattenplattform The European geschrieben. Gerade hatte ich in den letzten Wochen darüber nachgedacht, wie ich diese Kolumne nachhaltig reaktivieren könnte, da las ich, dass The European überraschend eingestellt werden muss. Das war ein schwerer Schlag. Am meisten natürlich für die betroffenen Mitarbeiter und Autoren, aber auch für alle Freunde der öffentlichen Debatte.

Umso erfreulicher war es, als ich erfuhr, dass der harte Kern der The-European-Kolumnisten eine eigene Plattform plant: Die Kolumnisten. Und die größte Freude für mich: die Autoren nahmen mich freundlich in ihren Kreis auf. Das heißt: Ab Anfang Oktober wird Arte-Fakten wieder regelmäßig zu lesen sein. Bis dahin ist allerdings noch viel zu tun. Erfreulicherweise kann ich mich als Kenner von WordPress dabei auch ein bisschen nützlich machen.

Stay tuned!

Ich wäre auch ein Flüchtling

Ich stelle mir vor, ich wäre in einem anderen Land zur Welt gekommen. In Syrien oder in Eritrea oder in Somalia. Würde ich glauben, dass sich in meinem Heimatland die Dinge so zu Guten wandeln lassen, dass das Leben für mich und meine Familie lebenswert würde, dass ich meine Ziele und Träume realisieren könnte? Wohl kaum. Was also würde ich tun? Wenn ich genug Mut und Kraft hätte, würde ich versuchen, dort wegzukommen. Wenn ich selbstbewusst und aktiv genug wäre, um mir mir in der Fremde ein besseres Leben vornehmen zu können, würde ich versuchen, nach Europa zu kommen. Ich würde hoffen, dass ich dort durch Beharrlichkeit, Arbeit und Kreativität meine Träume erfüllen könnte.
Wäre ich in Somalia, Eritrea oder Syrien geboren, säße ich jetzt in einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer. Oder in einem Asylbewerberheim irgendwo in Deutschland.
Ich wäre ein Flüchtling, wenn ich dort geboren wäre.

Update in eigener Sache: Eine Software für die Verwaltung von Informationen bei der Betreuung und Unterbringung von Flüchtlingen ist bei INDAL entstanden. Hier gibt es dazu detaillierte weitere Informationen: Refugee Care Software zur Flüchtlingsverwaltung

Philosoph und Unternehmer