Zwei Franzosen und zwei Schwestern

Vorheriger Tag: Unzählige Schattierungen von Grün

Wir ritten durch eine weite Hochebene mit kargen Wiesen. Schaf- und Pferdeherden, die auf die flachen Hügel hingestreut waren, hielten Gras und Kräuter kurz. Hier und da standen Jurten oder alte Bauwagen, die als Unterkunft, man möchte sagen, als Hofstelle, der Nomaden dienten. Bei einer von ihnen machten wir zum Mittag Rast, Ruslan kochte uns ein aufwändiges Mittagessen aus gebratenen Nudeln und Gemüse, das wir ausgiebig lobten. „Zwei Franzosen und zwei Schwestern“ weiterlesen

Unzählige Schattierungen von Grün

Vorheriger Tag: Ins „wilde Kirgistan“

Als ich kurz nach sieben aus dem Zelt kroch, waren Ruslan und Nursultan schon mit den Pferden beschäftigt. Ich schlenderte zu ihnen hinüber, stellte aber schnell fest, dass ich nicht helfen konnte. Ruslan fragte mich ein bisschen aus, ob Cornelia meine Frau sei, wieviele Kinder wir hätten, wie alt ich sei. Er schien etwas beeindruckt, dass unser jüngstes Kind in seinem Alter ist. Er selbst ist 28. „Unzählige Schattierungen von Grün“ weiterlesen

Ins „wilde Kirgistan“

Vorheriger Tag: Verdächtig unproblematisch

Um 9:30 Uhr holte Ülükbek uns ab. Wortlos fuhr er an Burana vorbei, eigentliches eine Besichtigung im Programm der Reittour vorgesehen, aber da wir gestern schon dort gewesen waren, sagten wir nichts. Ülükbek arbeitet als Manager bei einem internationalen Autohändler, nur im Sommer arbeitete er für eine Weile beim CBT. Sein Auto (genauer gesagt: das seiner Frau) war ein moderner SUV, selbst die Klimaanlage funktionierte und es gab auch hinten funktionierende Sicherheitsgurte. Aber auch bei diesem Wagen war das Steuer rechts. Ich sprach Ülükbek darauf an, er erklärte, dass nach dem Ende der Sowjetunion viele Autos aus Japan und Deutschland importiert worden seien, die japanischen mit Rechtslenkung. Aber jetzt wären nur noch linkslenkende erlaubt – sein Auto sei auch schon von 1999. „Ins „wilde Kirgistan““ weiterlesen

Enzian und Edelweiß

Vorheriger Tag: „Fenster und Fassaden“ im Tien Shan

Die Nacht über grübelten wir hin und her, ob wir weiter gehen könnten. Irgendwann war klar, dass ich nicht fit genug dafür war. Wir entschieden beim Aufwachen, heute an diesem Ort zu bleiben, am nächsten Tag Richtung Eckili-Tasch zurück zu gehen und Tölön, der uns nach fünf Tagen abholen sollte, dorthin zu beordern. Wichtiger, als unbedingt den geplanten Weg zu schaffen, war die Akklimatisierung, damit wir für die neuntägige Reittour fit wären, die wir im Anschluss geplant hatten.

Wir verbrachten den Tag mit Spaziergängen, vor allem, um halbwegs sauberes Wasser zu finden, das wir nun immer abkochten. Die Wiesen waren voller Blumen, die wir auch aus den Alpen kannten, verschiedene Sorten Enzian und sogar Edelweiß fanden wir.

Edelweis im Tien Shan

Nächster Tag: I just call…

„Fenster und Fassaden“ im Tien Shan

Vorheriger Tag: In den Tien Shan mit Hindernissen

Nachdem wir Pancakes gebacken, Tee gekocht, gefrühstückt und unser Zelt abgebaut hatten, wollte ich noch schnell mit GPS unsere Position checken. Merkwürdigerweise passte die überhaupt nicht zu Eckili-Tasch. Trotzdem liefen wir zunächst in die von Tölön angegebene Richtung. Mir fiel ein, dass Azamat mich darauf hingewiesen hatte, dass Eckili-Tasch eine Militärstation sei und auch in der Karte, die zwar alt und im Maßstab 1:100.000 ist, waren Häuser zu sehen. Nach 45 min verglich ich die Landschaft mit der Karte und alles war klar. Tölön hatte uns nicht nach Eckili-Tasch gebracht, sondern schon in Ken-Suu abgesetzt, etwa 12 km vor Ecklili-Tasch. Wir studierten die Karte und entschieden, umzukehren und der Schotterpiste auf der anderen Seite des Flusses bis Ecklili-Tasch zu folgen. „„Fenster und Fassaden“ im Tien Shan“ weiterlesen

Ein Taxifahrer mit Brüdern

Vorheriger Tag: Zwei Verspätungen und zwei Feuerzeuge

Der Flug verlief reibungslos. Wie immer in solchen Fällen war nervig, dass auf dem gerade mal vierstündigen Nachtflug von Moskau nach Bishkek trotzdem Essen und Getränke serviert wurden, sodass man nur zwei Stunden schlafen konnte. Gegen 5:00 Uhr waren wir in Bishkek (Ortszeit, also 1:00 Uhr in Deutschland). Dort wandte ich mich an den Mann am Taxischalter, um ein Taxi nach Karokol zu bekommen (100 € für eine sechsstündige Fahrt). Der Taxifahrer unterhielt sich mit uns, indem er russisch in eine App seines Smartphones sprach (Google Translator o.ä.). Die Übersetzung wurde auf englisch angezeigt und vorgelesen, während er am russischen Text prüfte, ob die App ihn richtig verstanden hätte. „Ein Taxifahrer mit Brüdern“ weiterlesen

Zwei Verspätungen und zwei Feuerzeuge

Vorbemerkung

Mit diesem Eintrag beginnt das Tagebuch einer dreiwöchigen Reise nach Kirgistan, das ich dort geschrieben habe, um nichts zu vergessen. Ich habe es also eher aus privat-persönlichen Gründen geschrieben, es war nicht zur Veröffentlichung gedacht. Da es aber einige Menschen gibt, die Interesse an meinen Eindrücken geäußert haben, werde ich es hier im nachhinein als Blog einstellen. Wer Fragen hat, etwas nicht versteht oder etwas genauer wissen möchte, kann gern in den Kommentaren nachhaken.

Los geht’s

Unser Zug nach Hamburg sollte um 7:57 Uhr fahren. Da wir um 7:00 Uhr reisefertig waren, riefen wir aber schon das Taxi. Ich wollte Cornelia auf dem Bahnsteig mit dem Gepäck absetzen und schnell ins Büro laufen um noch die Bordkarten für den Flug Moskau-Bishkek auszudrucken. Auf dem Bahnhof lasen wir allerdings, dass unser Zug 50 min Verspätung haben würde, der Zug von 6:57 Uhr hatte aber 25 min Verspätung, sodass wir den noch schafften und doch ganz entspannt nach Hamburg kamen. Auf die ausgedruckten Bordkarten verzichteten wir. Diese Reise ging gut los.

Beim Durchleuchten meines Rucksacks (da er als Sperrgepäck galt, waren wir dabei) bemerkte der Kontrolleur, dass da zwei Feuerzeuge drin waren. Die müssten ins Handgepäck. Also alles auspacken und die Feuerzeuge raus. Beim Durchleuchten des Handgepäcks meinte der Kontrolleur jedoch, dass Benzinfeuerzeuge nicht ins Handgepäck dürften. Zum Glück (aber absichtlich) war kein Benzin drin, also durfte es doch mit, nachdem der Kontrolleur es getestet hatte. (Später habe ich bemerkt, dass das Gasfeuerzeug leer war)

Nächster Tag: Ein Taxifahrer mit Brüdern