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	<title>Kirgistan &#8211; Jörg Phil Friedrich</title>
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	<description>Philosoph und Publizist</description>
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	<title>Kirgistan &#8211; Jörg Phil Friedrich</title>
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	<item>
		<title>Kirgistan: Der Film zum Tagebuch</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/09/03/reten-in-kirgistan-der-film-zum-tagebuch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Sep 2018 09:52:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Kysart]]></category>
		<category><![CDATA[Kysart-Pass]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
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		<title>In Ata Bejit</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/25/in-ata-bejit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Aug 2018 14:33:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aitmatov]]></category>
		<category><![CDATA[Ata Bejit]]></category>
		<category><![CDATA[Bishkek]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Stalin]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: Bishkek: Parks und Monumente Wir wollten nach Ata Bejit, der kirgisischen Gedenkstätte für die Opfer einer stalinistischen „Säuberungsaktion“ 1937, bei der 138 kirgisische Intellektuelle ermordet und hier südlich von Bishkek verscharrt worden waren, unter ihnen auch der Vater von Tschingis Aitmatov. Wir wussten auch, dass dort das Grab des Schriftstellers selbst ist, da [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/24/bishkek-parks-und-monumente/">Vorheriger Tag: Bishkek: Parks und Monumente</a></p>
<p>Wir wollten nach <a href="https://too.kg/en/ata-beyit-memorial-complex/">Ata Bejit</a>, der kirgisischen Gedenkstätte für die Opfer einer stalinistischen „Säuberungsaktion“ 1937, bei der 138 kirgisische Intellektuelle ermordet und hier südlich von Bishkek verscharrt worden waren, unter ihnen auch der Vater von Tschingis Aitmatov. Wir wussten auch, dass dort das Grab des Schriftstellers selbst ist, da dieser den Wunsch gehabt hatte, in der Nähe seines Vaters beerdigt zu werden, den er mit neun Jahren verloren hatte.<span id="more-3836"></span></p>
<p>Vor dem Hotel standen zwei Autos, in denen Fahrer offenbar auf Fahrgäste warteten: ein „richtiges“ Taxi und ein älteres Auto, dessen Fahrer sofort mit der Frage „Taxi?“ auf uns zukam. Wir wendeten uns dem „echten“ Taxi zu, das aber offenbar reserviert war. Also ließen wir uns darauf ein, mit dem anderen Auto zu fahren. Wir nannten unser Ziel und fragten nach dem Preis, der Fahrer, er hieß Aman, wie wir später erfuhren, nannte 1.500 SOM, das war in Ordnung. An der ersten Tankstelle wollte Aman das Geld zum Tanken, dieses Spiel kannten wir schon von Tölön. Wir gaben ihm die gesamte Summe.</p>
<h3>Subbotnik</h3>
<p>Auf der Strecke nach Ata Bejit wurde überall gearbeitet, Menschen strichen die Straßenbäume frisch mit weißer Farbe an, das hohe Gras wurde gemäht, Müll gesammelt. Alles wurde offenbar für die bevorstehenden Nomaden-Spiele vorbereitet, die im September stattfinden werden. Aman erklärte uns, dass aus diesem Anlass die Präsidenten der Nachbarländer nach Ata Bejit kommen würden.</p>
<p>Aman war neugierig und gesprächig, wir erzählten, was wir in Kirgistan bisher gesehen hatten, er pries die schöne Natur und das Land. Er fragte auch, ob wir nach dem Besuch in Ata Bejit wieder nach Bishkek zurück wollten. Am Ziel angekommen stieg er mit uns aus und erklärte, uns alles zeigen zu wollen.</p>
<p>Auch in der Gedenkstätte waren überall Renovierungsarbeiten im Gange, Soldaten pflegten die Blumenrabatten und beseitigten den Rost an den Metallkonstruktionen.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_055724-e1535467317738.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-3838 size-medium" src="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_055724-e1535467317738-300x146.jpg" alt="" width="300" height="146" srcset="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_055724-e1535467317738-300x146.jpg 300w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_055724-e1535467317738-150x73.jpg 150w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_055724-e1535467317738-768x373.jpg 768w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_055724-e1535467317738-1024x498.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Ohne Aman hätten wir die Anlage der Gedenkstätte wohl gar nicht verstanden, denn diese bestand eigentlich aus vier oder genau genommen fünf verschiedenen Teilen. Zunächst zeigte uns Aman die Gedenkstätte für die Opfer des Aufstandes gegen die russische Kolonialmacht 1916. Nach der Niederschlagung dieses Aufstandes hatte der russische Zar versucht, die kirgisische Bevölkerung auszurotten, dem viel fast die Hälfte der Kirgisen zum Opfer. Erst die Oktoberrevolution machte dem Genozid ein Ende, was auch erklärt, warum es noch immer Monumente für Lenin und in jedem Ort eine Leninstraße gibt, während etwa die Karl-Marx-Straßen alle umbenannt sind.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_061431-e1535467370551.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-3839 size-medium" src="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_061431-e1535467370551-300x146.jpg" alt="" width="300" height="146" srcset="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_061431-e1535467370551-300x146.jpg 300w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_061431-e1535467370551-150x73.jpg 150w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_061431-e1535467370551-768x373.jpg 768w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_061431-e1535467370551-1024x498.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Die zweite Gedenkstätte ist die, von der wir schon wussten: das Massengrab für die Opfer der Erschießungsaktion, der die jungen Intellektuellen auf Befehl Stalins 1937 zum Opfer fielen. 1991 hatte man die Stelle nach einem Augenzeugenbericht entdeckt und die Gedenkstätte angelegt.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_060209-e1535467437118.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3840 size-medium" src="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_060209-e1535467437118-300x146.jpg" alt="" width="300" height="146" srcset="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_060209-e1535467437118-300x146.jpg 300w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_060209-e1535467437118-150x73.jpg 150w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_060209-e1535467437118-768x373.jpg 768w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_060209-e1535467437118-1024x498.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Ganz in der Nähe dieses Grabes befindet sich die letzte Ruhestätte von Tschingis Aitmatov sowie ein kleiner „Tempel“ in dem aus Bronze ein Stapel seiner Bücher liegt, das oberste ist aufgeschlagen und man kann &#8211; ebenfalls in Bronze &#8211; die Handschrift des Schriftstellers bewundern.</p>
<p>Hier wies uns Aman darauf hin, dass die Gräber und Monumente oben vom Dachkreuz der Jurten abgeschlossen wurden, so ist jedes Grab letztlich eine Jurte.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_060827-e1535467499962.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3841 size-medium" src="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_060827-e1535467499962-300x146.jpg" alt="" width="300" height="146" srcset="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_060827-e1535467499962-300x146.jpg 300w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_060827-e1535467499962-150x73.jpg 150w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_060827-e1535467499962-768x373.jpg 768w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_060827-e1535467499962-1024x498.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Etwas unterhalb befindet sich ein Gräberfeld, auf dem die Opfer der Revolution von 2010 beerdigt sind. Bei gewaltsamen Protesten ließ der damalige Präsident auf die Demonstranten schießen, die Toten sind hier beerdigt.</p>
<p>Am Ende führte uns Aman noch eine abgelegene Treppe hinauf, die wir ohne ihn nicht entdeckt hätten. Sie führte zu einem überdachten Glasbau, in dessen Innern man von oben in ein Kellergewölbe sehen konnte: hier waren die Leichen der Opfer Stalins damals hineingeworfen worden.</p>
<p>Auf der Rückfahrt zeigte uns Aman noch einen weiteren Ort des Gedenkens: Auf einem Friedhof war unter einem Kuppelbau das Grab von Kanay Baytik, einem großen kirgiseischen Kriegshelden des 19. Jahrhunderts.</p>
<p>Am Ende fragte er uns, wann am nächsten Morgen unser Flugzeug starten würde und bot sich an, uns um vier Uhr morgens vom Hotel abzuholen und uns zum Flugplatz zu bringen. Wir nahmen dankend an.</p>
<h3>Wandteppiche und Sozialistischer Realismus</h3>
<p>Am Nachmittag besuchten wir dann das frisch geputzte Kunstmuseum. Im Erdgeschoss gab es eine Sonderausstellung aus Anlass des 90. Geburtstags Tschingis Aitmatovs und der bevorstehenden Nomaden-Spiele, der Titel war „Melodie der Steppe“. Zu sehen waren Wandteppiche &#8211; oder besser gesagt, gewebte und geknüpfte Bilder &#8211; von <a href="http://knmii.kg/melodiya-velikoj-stepi/">Shakyp Kutybeka</a>. Das stimmte uns auf den ersten Teil der eigentlichen Ausstellung ein, die ebenfalls Wandteppiche zeigte, offenbar eine wesentliche kirgisische Kunsttradition.</p>
<p>Im Weiteren gab es dann viele Säle mit sozialistischem Realismus, in denen man vor allem die ideologische Funktionalisierung der Kunst bei dem Versuch der Umerziehung der Nomaden in Richtung Kollektivierung und Sesshafigkeit und die Heroisierung des Versuchs der Industrialisierung Kirgistans während der Zeit des Sozialismus studieren konnte. Dazwischen immer wieder experimentelle, realistische, expressionistische und fast abstrakte Darstellungen der Schönheit der kirgisischen Landschaft. Am Ende dann die Kunst der letzten Jahrzehnte, in denen sich die Künstler fast gänzlich sowohl von der gesellschaftlichen Situation als auch von der Landschaft ihrer Heimat abzuwenden versuchten &#8211; hin zu einer abstrakten Darstellung von Chaos und Sinnsuche.</p>
<p>Wir schlenderten erneut durch die Straßen Bishkeks, saßen lange in Cafés und erinnerten uns an die Erlebnisse dieser Reise. Morgen früh würde uns Aman pünktlich vom Hotel abholen und zum Flughafen bringen, wir würden einchecken, nach Moskau fliegen, umsteigen, nach Hamburg weiterreisen, den nächsten Zug nach Münster nehmen, am Ende ein Taxi, mit Taxometer und Schild und ohne Riss in der Frontscheibe. Alles würde reibungslos und ordentlich funktionieren.</p>
<h3>Nachträge</h3>
<p>PS: Auf der Fahrt zum Flughafen erzählte Aman uns noch, dass er für eine Kinderzeitschrift arbeiten würde und dass er gern einen Artikel über unseren gemeinsamen Besuch in Ata-Bejit schreiben würde.</p>
<p>PPS: Nach vier Landungen, zwei in Moskau, eine in Bishkek und eine in Hamburg, kann ich verallgemeinernd berichten, dass in Flugzeugen der russischen Fluggesellschaft Aeroflot noch immer erleichtert geklatscht wird, wenn dem Piloten eine sichere weiche Landung gelungen ist.</p>
<p>PPPS: Wir kamen mit 10 min Verspätung in Münster an. Was bei einer Reisedauer von rund 16 Stunden in Ordnung ist, finde ich.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bishkek: Parks und Monumente</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/24/bishkek-parks-und-monumente/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Aug 2018 14:24:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aitmatov]]></category>
		<category><![CDATA[Arkardi Gaidar]]></category>
		<category><![CDATA[Bishkek]]></category>
		<category><![CDATA[Tschingis Aitmatov]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: Zwei Ausreißer und ein Irrer Bishkek ist eine Reißbrett-Stadt mit einigen Parks, vielen Monumenten und Denkmälern für die Helden des kirgisischen Volkes und der Sowjetunion und einigen imposanten Theater- und Regierungsbauten. Wir wollten zuerst durch den Park des Sieges zum Kunstmuseum gehen, um dann von Park zu Park  auf die Westseite der Innenstadt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/23/zwei-ausreisser-und-ein-irrer/">Vorheriger Tag: Zwei Ausreißer und ein Irrer</a></p>
<p>Bishkek ist eine Reißbrett-Stadt mit einigen Parks, vielen Monumenten und Denkmälern für die Helden des kirgisischen Volkes und der Sowjetunion und einigen imposanten Theater- und Regierungsbauten.<span id="more-3832"></span></p>
<p>Wir wollten zuerst durch den Park des Sieges zum Kunstmuseum gehen, um dann von Park zu Park  auf die Westseite der Innenstadt kommen, um den Osch-Markt zu besuchen, um zurück durch die zentrale Einkaufs- und Flanier-Straße zu gehen. Am Kunstmuseum waren wir zwanzig vor Zehn, um Zehn sollte es öffnen, wir warteten auf einer Parkbank und beobachteten die Studenten, die zur Staatsbibliothek liefen. Kurz nach Zehn öffneten wir die Tür zum Museum, ein Wachmann eilte uns entgegen und sagte „Heute nicht, morgen! Heute&#8230;“ und er machte eine Geste, als ob er etwas putzte.</p>
<p>Etwas verständnislos zeigte ich auf das Schild mit den Öffnungszeiten, das anzeigte, dass das Museum täglich ab 10 Uhr geöffnet wäre. Er wiederholte nur „Morgen, ok?“ und putzte wieder einen unsichtbaren Gegenstand in der Luft. Also heute kein Kunstgenuss.</p>
<p>Wir schlenderten durch die Parks, bestaunten das riesige Lenin-Denkmal auf der Rückseite des Nationalmuseums und die vielen weiteren Denkmäler für die Helden der Oktoberrevolution und des zweiten Weltkriegs, kauften am <a href="https://www.novastan.org/de/bild-des-tages/auf-dem-basar-von-osch/">Osch-Markt</a> Konfekt und Trockenobst und besuchten jeden Souvenierladen in der Einkaufsstraße. Auf der Vorderseite des Nationalmuseums gibt es eine Komposition aus einer gewaltigen Nationalflagge mit Ehrenwache und einer ebenso gewaltigen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manas_(Epos)">Manas</a>-Skulptur, ich versuchte lange, einen Moment für ein Foto abzupassen, in dem die Flagge das Staatswappen, eine Kombination aus Sonne und dem Dachkreuz der Jurten, sich im Wind voll entfaltete.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_120357-e1535466616609.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3833 size-medium" src="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_120357-e1535466616609-146x300.jpg" alt="" width="146" height="300" srcset="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_120357-e1535466616609-146x300.jpg 146w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_120357-e1535466616609-73x150.jpg 73w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_120357-e1535466616609-768x1580.jpg 768w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_120357-e1535466616609-498x1024.jpg 498w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180825_120357-e1535466616609.jpg 1960w" sizes="auto, (max-width: 146px) 100vw, 146px" /></a></p>
<p>Am Ende der Straße gibt es zwei große Kaufhäuser, das ZUM, das im Dachgeschoss eine riesige Souvenir-Abteilung hat, und das GUM mit einem großen Buchgeschäft. Ich kaufte „Timur und sein Trupp“ von Arkardi Gaidar auf Russisch, ein Kinderbuch, das ich als Kind oft gelesen hatte, und einen schönen Band mit Erzählungen von Tschingis Aitmatov; und ich nahm mir vor, beide innerhalb der nächsten Monate zu lesen, um mein Russisch zu verbessern. Erst das Kinderbuch, das schmal und in einfacher Sprache geschrieben war, dann Aitmatovs wunderbare und traurige Geschichten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/25/in-ata-bejit/">Nächster Tag: In Ata Bejit</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwei Ausreißer und ein Irrer</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/23/zwei-ausreisser-und-ein-irrer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Aug 2018 14:15:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bishkek]]></category>
		<category><![CDATA[Kotschkor]]></category>
		<category><![CDATA[Kysart]]></category>
		<category><![CDATA[Kysart-Pass]]></category>
		<category><![CDATA[Reiten]]></category>
		<category><![CDATA[Reittour]]></category>
		<category><![CDATA[Song-Köl]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: Ein Tag am See Am letzten Tag der Reittour sollte eigentlich alles ideal und zügig klappen, denn wir sollten von unserem Zielort Kyzart noch nach Kotschkor und von dort zurück nach Bishkek gebracht werden. Dort wollten wir im CBT-Büro unsere Ausrüstung vom Trekking abholen und dann noch ins Hotel. Beim Frühstück vermissten wir [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/22/ein-tag-am-see/">Vorheriger Tag: Ein Tag am See</a></p>
<p>Am letzten Tag der Reittour sollte eigentlich alles ideal und zügig klappen, denn wir sollten von unserem Zielort Kyzart noch nach Kotschkor und von dort zurück nach Bishkek gebracht werden. Dort wollten wir im CBT-Büro unsere Ausrüstung vom Trekking abholen und dann noch ins Hotel.<span id="more-3827"></span></p>
<p>Beim Frühstück vermissten wir Ruslan und Nursultan, und auch nach dem Frühstück waren sie nirgends zu sehen. Unsere Guides hatten an allen Tagen eigentlich eher weniger als das nötigste mit uns besprochen, nachdem wir unsere Tagesziele erreicht hatten, saßen sie zumeist mit den anderen Guides zusammen, die gerade in der Nähe waren und auch tagsüber gab es wenig Informationen. Das war auch unproblematisch, aber an diesem Morgen waren wir doch verunsichert, zumal auch unsere Pferde nicht zu sehen waren. Das Gepäck der beiden war allerdings noch da.</p>
<p>Ich fragte einen anderen Guide, wo die beiden seien und er antwortete, dass zwei unserer Pferde über Nacht verschwunden wären und die beiden nun nach ihnen suchten. Irgendwann tauchten sie auch auf, ohne die Ausreißer und mit sorgenvollem Blick. Sie ritten wieder davon, und nach einer Stunde etwa kam Ruslan endlich erfolgreich zurück.</p>
<p>In diesem Moment sah ich zum ersten Mal unsere Pferde aus der Nähe ohne Sattel und erschrak. Auf dem Rücken hatten sie an mehreren Stellen kein Fell mehr, statt dessen eine verschorfte Hornhaut. Ruslan meinte nur, das sei kein Problem und legte die Sattel auf.</p>
<p>Wir ritten los und erst jetzt wurde uns völlig klar, wie viele Touristen hier eigentlich unterwegs waren. Die meisten machten wohl in großen Gruppen Drei-Tages-Touren vom Kysart-Pass zum Song-Köl und dann ins Dorf Kysart, das auch unser Ziel war. Während sich die Gruppen aber am See noch auf verschiedene Jurten-Lager verteilten, staute sich nun am Pass alles, und die großen Gruppen, die sich im Verlauf des Morgens auf den Weg gemacht hatten, kamen kaum voran. Wir nutzten jede Chance, um unsere Pferde an ihnen vorbei zu treiben und erreichten Kysart nach knapp drei statt der vorgesehenen vier bis fünf Stunden. Dort verabschiedeten wir uns von den Pferden, Ruslan und Nursultan und setzten uns in das bereitstehende Auto nach Kotschkor.</p>
<h3>Ein Wiedersehen</h3>
<p>Nach anderthalb Stunden kamen wir am dortigen CBT-Hotel an. Dort wusste niemand, dass wir ein Taxi nach Bishkek gebucht und auch schon bezahlt hätten, aber die dortige Mitarbeiterin versicherte, dass in 10 min ein Auto für uns bereitstehen würde. Sie fragte mich, wie unsere Tour gewesen sein und ob ich mich an sie erinnern könnte. Bei unserer zweiten Übernachtung hatte sie uns gesehen, sie hätte andere Touristen dorthin gebracht (<a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/17/zwei-franzosen-und-zwei-schwestern/">wahrscheinlich das französische Pärchen</a>, das wir über mehrere Tage immer wieder getroffen und am Song Köl aus den Augen verloren hatten), sie hatte mich beim Malen beobachtet.</p>
<h3>Der Alptraum beginnt</h3>
<p>Tatsächlich kam nach 10 min ein Auto, das unser Taxi sein sollte: die Frontscheibe hatte einen Riss über die ganze Breite, eine der hinteren Scheiben war mit Folie verklebt. Der Fahrer war ein voluminöser aggressiver Mann, der von uns gleich Geld fürs Tanken haben wollte. Ich erklärte ihm, dass wir für die Fahrt bereits bezahlt hätten. Dass er aggressiv war, konnte man einerseits an seinem Fahrstil beobachten, andererseits an der Art, wie er ständig ins Telefon brüllte. Der Mann hätte gar keinen Führerschein haben dürfen, schon gar nicht die Berechtigung, Menschen durchs Land zu fahren. Er war ein Irrer. Es war ein Alptraum.</p>
<p>In Bishkek fragte er sich irgendwie durch und blieb dann vor einem Einkaufszentrum stehen. Da sei das Einkaufszentrum. Wir begriffen, dass man ihm gesagt hatte, dass das CBT-Büro in der Nähe dieses Einkaufszentrums wäre. Er telefonierte, während wir in E-Mails nach der genauen Adresse suchten. „Gorkistraße 58“. Er hatte inzwischen auch eine Information bekommen, wahrscheinlich „an der Ecke Matrosenstraße“ denn er bog in die nächste Querstraße ein, gerade als ich erkannt hatte, dass wir in der Gorkistraße waren und die Nummer 58 entdeckt hatte.</p>
<p>Wir versuchten, ihm begreiflich zu machen, dass er umkehren und zur Gorkistraße zurückkehren sollte, irgendwann gelang das. Kurz vor der Kreuzung schrie ich „Stop“, er blieb stehen, ich sprang aus dem Auto, rannte zur Nummer 58, fand da das Büro, riss die Tür auf (es war inzwischen fast 18 Uhr, das Büro sollte nur bis 17 Uhr aufhaben), die Tür öffnete sich, drinnen sah ich sofort unsere kleinen Rucksäcke, eine junge Frau, die wohl auf uns gewartet hatte, wollte noch wissen, wie die Tour war, ich sagte schnell ein paar dankbare freundliche Worte und verschwand, warf die Rucksäcke ins Auto und sagte dem Fahrer, dass er zum Hotel fahren sollte.</p>
<p>Der hatte gar nicht begriffen, was passiert war und konnte nicht glauben, dass wir mit dem Büro nun schon fertig waren. Irgendwann fand er auch das Hotel, wir schleppten unsere Rucksäcke hinein, checkten ein und fanden, dass doch alles ganz gut geklappt hatte&#8230;</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/24/bishkek-parks-und-monumente/">Nächster Tag: Bishkek &#8211; Parks und Monumente</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Tag am See</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/22/ein-tag-am-see/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Aug 2018 14:06:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Reiten]]></category>
		<category><![CDATA[Reittour]]></category>
		<category><![CDATA[Song-Köl]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: Urteile, Vorurteile und Verstörungen Wir ritten um 9:00 Uhr los, immer am Ufer des Song-Köl entlang. Für den Weg zum nächsten Ziel waren drei Stunden eingeplant, aber da wir die Tiere auf dem Uferweg zügig traben ließen, erreichten wir es schon gegen 11:00 Uhr. Wir setzten uns ans Ufer und warteten aufs Mittag, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/21/urteile-vorurteile-und-verstoerungen/">Vorheriger Tag: Urteile, Vorurteile und Verstörungen</a></p>
<p>Wir ritten um 9:00 Uhr los, immer am Ufer des Song-Köl entlang. Für den Weg zum nächsten Ziel waren drei Stunden eingeplant, aber da wir die Tiere auf dem Uferweg zügig traben ließen, erreichten wir es schon gegen 11:00 Uhr. Wir setzten uns ans Ufer und warteten aufs Mittag, das es auch hier zwar in einer Jurte, aber an einem hohen Tisch, an dem man ganz europäisch auf Bänken sitzen musste, gab. Ich fragte Ruslan, ob wir nach dem Mittag noch einen Ritt entlang des Ufers machen könnten, er sagte sofort Ja und gab mir sein Pferd, das viel Spaß am richtigen Laufen hatte. Es war ein Vergnügen, wir ritten die Uferwege der Steilküste hinauf und hinab, ließen die Tiere so viel frisches Gras und Kräuter fressen, wie sie mochten, und kehrten nach anderthalb Stunden glücklich zur Jurte zurück.<span id="more-3822"></span></p>
<p>Am späten Nachmittag kletterten wir noch auf einen kleinen Berg, der sich direkt an der Küste 200 hm über den Song-Kol erhob. Von dort aus konnten wir den ganzen See und seine Umgebung überblicken, mit der flachen Ebene im Westen, den Bergen im Süden und den Hügeln im Osten und Norden. Das Wasser schimmerte blau und grün und spielte im Wind mit Farben und Schattierungen.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180822_132804-e1535465588472.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3825 size-medium" src="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180822_132804-e1535465588472-146x300.jpg" alt="" width="146" height="300" srcset="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180822_132804-e1535465588472-146x300.jpg 146w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180822_132804-e1535465588472-73x150.jpg 73w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180822_132804-e1535465588472-768x1580.jpg 768w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180822_132804-e1535465588472-498x1024.jpg 498w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180822_132804-e1535465588472.jpg 1960w" sizes="auto, (max-width: 146px) 100vw, 146px" /></a></p>
<p>Wir stiegen zum See hinunter und suchten uns eine kleine stille Bucht in der nur das helle Plätschern der kleinen Wellen an die Kieselsteine des Ufers zu hören war.</p>
<p>Das Wasser war so klar, dass das Sonnenlicht zusammen mit den Wellen Netze von silbernen Linien auf die Steine am Grund des Sees zeichnen konnte. Wir saßen lange und beobachteten das Spiel von Licht und Wasser, sahen den Möwen hinterher und warfen kleine Kiesel ins Wasser. Erst als die Sonne hinter den Bergen verschwand vertrieb uns ein kalter Wind aus der Bucht.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/23/zwei-ausreisser-und-ein-irrer/">Nächster Tag:  Zwei Ausreißer und ein Irrer</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Urteile, Vorurteile und Verstörungen</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/21/urteile-vorurteile-und-verstoerungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Aug 2018 13:59:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gülsary]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
		<category><![CDATA[Pferde]]></category>
		<category><![CDATA[Song-Köl]]></category>
		<category><![CDATA[Tierwohl]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: Überall Franzosen Nachdem wir einen weiteren kalten und windigen Pass überquert hatten erreichten wir schon gegen Mittag die Hochebene des Song-Kol. Endlich konnten die Pferde ausgiebig traben und wir hatten ebenfalls Freude an den schnellen Schritten über die Ebene hinab zum See. Das Verhältnis der Kirgisen zu ihren Pferden ist anders, als wir [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/20/ueberall-franzosen/">Vorheriger Tag: Überall Franzosen</a></p>
<p>Nachdem wir einen weiteren kalten und windigen Pass überquert hatten erreichten wir schon gegen Mittag die Hochebene des Song-Kol. Endlich konnten die Pferde ausgiebig traben und wir hatten ebenfalls Freude an den schnellen Schritten über die Ebene hinab zum See.<span id="more-3819"></span></p>
<p>Das Verhältnis der Kirgisen zu ihren Pferden ist anders, als wir uns das mit unseren Erfahrungen aus dem Münsterland vorgestellt hatten. Morgendliches Bürsten und Striegeln oder Hufeputzen gibt es nicht, überhaupt keine irgendwie pflegende oder gar liebevolle Beziehung zum Tier. Abends werden die Vorderbeine mit Stricken zusammen gebunden, sodass die Tiere nicht davonlaufen können. Eine Französin aus Maschas Gruppe erzählte, als wir darüber redeten, dass eines dieser Tiere beim Versuch, aus dem Bach Wasser zu trinken, gestürzt sei und nicht mehr aufstehen konnte. Sie alarmierte die Guides, die zwar kamen und das Tier aufrichteten, aber sich dann nicht weiter drum kümmerten, obwohl es am Kopf blutete.</p>
<p>Mittag aßen wir mit einem Paar aus Spanien und zwei Frauen aus Hongkong sowie ihren einheimischen Begleitern. Die Begleiterin der Spanier, eine junge Frau aus Kotschkor, befragten wir zu ihrer Meinung zur Stellung der Frau in Kirgistan. In den Jurten erlebten wir die Frauen immer wieder als Bedienstete der Männer, und die Jungen ahmten schnell das Verhalten der Väter nach, so wie die Mädchen in die Rolle der Mütter eingeübt wurden. Sie versicherte uns jedoch, dass jede junge Frau hier ihren Weg selbst wählen könnte. Das, was wir hier in den Bergen erlebten, sei von den Frauen zum einen selbst so gewählt, zum anderen würden auch diese Familien nur 4-5 Monate im Jahr hier dieses Leben leben, den Rest des Jahres seien sie in den Dörfern unten, und da sei es komplett anders.</p>
<p>Am Abend hatten wir ein weiteres verstörendes Erlebnis. Ein junges Pferd wurde von Männern wieder und wieder mit kaltem Wasser übergossen. Cornelia hatte in „Abschied von Gülsary“ gelesen, dass das eine Art Erziehungsmethode sein sollte. Das Pferd müsse nun die ganze Nacht am Anbindeplatz festgebunden stehen, allein, dort, wo alles Grüne längst weggefressen und zertreten war. Das klägliche Wiehern raubte mir den Schlaf.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/22/ein-tag-am-see/">Nächster Tag: Ein Tag am See</a></p>
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		<title>Überall Franzosen</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/20/ueberall-franzosen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Aug 2018 13:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Franzosen]]></category>
		<category><![CDATA[Jurte]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgisien]]></category>
		<category><![CDATA[Reittour]]></category>
		<category><![CDATA[Song-Köl]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: Im Rauschen Die Frau, die diese Jurten betrieb, war etwa in unserem Alter. Beim Frühstück fragte sie uns, ob wir Kinder hätten, dann erzählte sie stolz, dass sie drei Kinder habe, zwei Söhne und eine Tochter. Der älteste Sohn (22) und die Tochter (21) würden studieren, der jüngere Sohn (15) sei im Sommer [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/19/im-rauschen/">Vorheriger Tag: Im Rauschen</a></p>
<p>Die Frau, die diese Jurten betrieb, war etwa in unserem Alter. Beim Frühstück fragte sie uns, ob wir Kinder hätten, dann erzählte sie stolz, dass sie drei Kinder habe, zwei Söhne und eine Tochter. Der älteste Sohn (22) und die Tochter (21) würden studieren, der jüngere Sohn (15) sei im Sommer als Guide unterwegs.</p>
<p>Uns trennten nun noch zwei Tagesritte vom Song-Köl. Am Morgen überquerten wir die Straße um bei leuchtend blauem Himmel einen weiteren Pass hinauf und wieder hinunter zu reiten.<span id="more-3816"></span></p>
<p>Die Gegend wurde touristischer, was wir vor allem daran merkten, dass wir immer wieder westeuropäischen Gruppen von Wanderern und Reitern begegneten, meist zu zweit mit einem einheimischen Führer. Die meisten waren Franzosen, was diese sich selbst nicht erklären konnten, wie das <a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/17/zwei-franzosen-und-zwei-schwestern/">Paar aus dem Wilden Westen</a>, dem wir täglich begegneten, und die Gruppe von Mascha, die mit ihren Zelten immer in der Nähe übernachteten und oft mit uns zu Abend aßen. Sie liefen am Tag ungefähr die Strecke, die wir ritten, ihr Gepäck wurde dabei von einem Kleinbus transportiert und für den Tagesbedarf hatten sie ein Zelt dabei, das von dem Mann geführt wurde, an dessen Hof wir am zweiten Abend übernachtet hatten. Alle Franzosen erklärten uns, dass niemand, den sie kannten, auf die Idee kommen würde, nach Kirgistan zu fliegen, und jeder hatte einen ganz eigenen, individuellen Grund, hier zu sein. Trotzdem waren französische Wanderer und Reiter hier eindeutig in der Mehrheit. Es war allen ein Rätsel, und es blieb so bis zum letzten Tag.</p>
<p>Mittags bekamen wir ein Essen in einer Jurte, die offenbar nur zu diesem Zweck betrieben wurde. Wohl mehr als ein Dutzend Wanderer und Reiter wurden dort mit uns gemeinsam bewirtet. Und auch unser Nachtquartier glich eher einem Feriendorf aus Jurten, auch wenn auch diese offenbar von einer Familie, die hier lebte und auch eine kleine Viehzucht betrieb, bewirtschaftet wurde.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/21/urteile-vorurteile-und-verstoerungen/">Nächster Tag: Urteile, Vorurteile und Verstörungen</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Im Rauschen</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/19/im-rauschen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Aug 2018 13:44:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bergfluss]]></category>
		<category><![CDATA[Kotschkor]]></category>
		<category><![CDATA[Kysart-Pass]]></category>
		<category><![CDATA[Reiten]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: Lieder am Morgen und ein Junge auf dem Esel Am Morgen durchquerten wir mit unseren Pferden den Fluss, an dem wir am Abend gestanden hatten. Es war ein für unsere Begriffe reißender Strom, aber wir hatten inzwischen genug Vertrauen, um uns einfach auf den Instinkt der Pferde zu verlassen. Wir folgten dann dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/18/lieder-am-morgen-und-ein-junge-auf-dem-esel/">Vorheriger Tag: Lieder am Morgen und ein Junge auf dem Esel</a></p>
<p>Am Morgen durchquerten wir mit unseren Pferden den Fluss, an dem wir am Abend gestanden hatten. Es war ein für unsere Begriffe reißender Strom, aber wir hatten inzwischen genug Vertrauen, um uns einfach auf den Instinkt der Pferde zu verlassen. Wir folgten dann dem Bergfluss auf der anderen Seite zum Pass hinauf, und auch auf der anderen Seite des Passes ging es in ein Tal hinein, das man in den Alpen wohl als Tauern bezeichnet hätte und in dessen Tiefe wieder ein Bergbach das Wasser von den Hängen sammelte, die von einer Unzahl von Wegen gekerbt waren, welche von Pferden und Weidetieren, Schafen und Rindern, gezogen worden waren.<span id="more-3810"></span></p>
<p>Das Rauschen der Bergbäche begleitete uns nun schon seit Tagen und allmählich unterschied ich in dem Rauschen ein dunkles Blubbern in den tiefen Ausbuchtungen und Gurgeln in den Löchern zwischen den Felsen, vom hellen Plätschern über kleine Steinkaskaden und schnellen Zischen über die glattgeschliffenen Brocken und vom unregelmäßigen Glucksen in den ausgewaschenen Rinnen. In dem Rauschen dieser mal schnell und mal langsamer ins Tal fließenden Bäche war das alles auf einmal.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/18/lieder-am-morgen-und-ein-junge-auf-dem-esel/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3813 size-medium" src="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180819_123842-e1535464354769-146x300.jpg" alt="" width="146" height="300" srcset="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180819_123842-e1535464354769-146x300.jpg 146w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180819_123842-e1535464354769-73x150.jpg 73w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180819_123842-e1535464354769-768x1580.jpg 768w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180819_123842-e1535464354769-498x1024.jpg 498w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180819_123842-e1535464354769.jpg 1960w" sizes="auto, (max-width: 146px) 100vw, 146px" /></a>Unser Ziel war heute eine reine Touristenherberge, die aus drei Jurten bestand und in der wir gleich mit Tee, Salat und Gebäck bewirtet wurden. Vor uns im Tal, das wir am nächsten Morgen durchqueren würden, sahen wir eine Hochspannungsleitung und die Straße, die von Kotschkor nach Aral führte. Am Nachmittag schlenderten wir zu der Straße hinüber, die hier ihren höchsten Punkt, den Kysard-Pass, erreichte. Wir kletterten auf der gegenüberliegenden Seite auf eine Anhöhe bei der neu gebauten Hochspannungsleitung, die dem Straßenverlauf folgte. Von Ost nach West fuhren leere LKW, von der anderen Seite quälten sie sich bis zum Bersten mit Kohle beladen die nicht einmal steile Passstraße hinauf. Auf dem Pass hielten sie an, wie um zu verschnaufen.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/20/ueberall-franzosen/">Nächster Tag: Überall Franzosen</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lieder am Morgen und ein Junge auf dem Esel</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/18/lieder-am-morgen-und-ein-junge-auf-dem-esel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Aug 2018 13:33:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Esel]]></category>
		<category><![CDATA[Reiten]]></category>
		<category><![CDATA[Reittour]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: Zwei Franzosen und zwei Schwestern In der Nacht weckte uns ein heftiger Regenschauer und gegen 6:00 Uhr begann der Regen wieder, auf das Zelt zu trommeln. Zum Frühstück kauerten wir uns mit einer französischen Wandergruppe, die von Mascha geführt wurde, einer Russin, die in Bishkek lebte, zusammen in das Wohnzelt unserer Gastgeber und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/17/zwei-franzosen-und-zwei-schwestern/">Vorheriger Tag: Zwei Franzosen und zwei Schwestern</a></p>
<p>In der Nacht weckte uns ein heftiger Regenschauer und gegen 6:00 Uhr begann der Regen wieder, auf das Zelt zu trommeln. Zum Frühstück kauerten wir uns mit einer französischen Wandergruppe, die von Mascha geführt wurde, einer Russin, die in Bishkek lebte, zusammen in das Wohnzelt unserer Gastgeber und warteten auf das Ende des Regens. Es stellte sich heraus, dass Reta, die Hausherrin, heute Geburtstag hatte, die Franzosen sangen Happy Birthday auf Französisch, und baten uns, es auf Deutsch zu singen, wir sangen „Zum Geburtstag“.<span id="more-3805"></span></p>
<h3>Пусть всегда будет солнце!</h3>
<p>Dann kam die Sonne und ich zitierte auf Russisch die erste Zeile <a href="https://lieder-aus-der-ddr.de/immer-lebe-die-sonne-%D0%BF%D1%83%D1%81%D1%82%D1%8C-%D0%B2%D1%81%D0%B5%D0%B3%D0%B4%D0%B0-%D0%B1%D1%83%D0%B4%D0%B5%D1%82-%D1%81%D0%BE%D0%BB%D0%BD%D1%86%D0%B5/">eines Kinderliedes</a>, Mascha ergänzte die restlichen Zeilen des Refrains, dann sang Reta die erste Strophe des Liedes auf russisch und zusammen sangen wir den Refrain. Die Franzosen staunten, wie wir über so viele Kulturen das gleiche Lied kennen konnten, ich erwiderte, dass wir ja auch alle z.B. <a href="http://www.edsheeran.com/drop4drop?ref=Typed/Bookmarked">Ed Sheeran</a> kennen würden.</p>
<h3>Ein drittes Bild</h3>
<p>Die Franzosen und Mascha wanderten los, wir warteten, dass Ruslan und Nursultan die Pferde vorbereiteten. Nurajim zeigte auf ihren Bruder und verriet, dass auch er gern ein Bild von mir hätte. Reta lobte die Bilder, die ich gestern den Mädchen geschenkt hatte. Gülsada brachte einen Bleistift und ein Schreibheft. Die ganze Familie sah zu, wie ich den Blick aus der Tür zeichnete: die eingepferchten Schafe, die Berge, die Stapel aus getrocknetem Schafsdung. Dann das Innere des Zeltes: Eimer, Schaufel, Regale und Schuhe. Gülsada setzte sich an das niedrige Tischchen, um mit dem Bleistift ins Heft zu malen. Wir verabschiedeten uns mit Poka! was im Kirgisischen und im Russischen Tschüß! heißt.</p>
<p>Kurz vorm Pass setzte der Regen wieder ein, ein eiskalter Wind ließ die Fingerspitzen fast erfrieren. Zum Glück hatten wir schon im Tal alle Jacken angezogen, die übereinander passten. Wir trieben die Pferde über den Pass und die andere Seite hinunter. Im Tal riss der Himmel schnell auf, wir erreichten schon gegen 14:00 Uhr unser heutiges Ziel, ein kleines Häuschen oberhalb eines Flusstals, auf dessen gegenüberliegender Seite sich ein Bergfluss in die Tiefe schlängelte.</p>
<h3><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-3807" style="font-size: 1rem;" src="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180818_110639-1024x498.jpg" alt="" width="525" height="255" srcset="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180818_110639-1024x498.jpg 1024w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180818_110639-150x73.jpg 150w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180818_110639-300x146.jpg 300w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180818_110639-768x373.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px" /></h3>
<h3>Der Knabe auf dem Esel</h3>
<p>Nachmittags gab es noch einen kurzen Schauer, dann riss der Himmel erneut auf und die tiefstehende Sonne schien genau das Tal entlang. Wir standen lange und sahen dem Flusslauf hinterher, der in großen Bögen dem Tal folgte. Breite Wiesen auf denen Pferde grasten, direkt am Ufer zunächst Stauden und Sträucher, weiter entfernt Gehölze in Gruppen, die zu groß waren, um Büsche genannt zu werden, aber zu klein, um Bäume zu sein. Und doch bildeten sie entlang des Ufers einen erst lockeren, dann undurchdringlichen Wald.</p>
<p>Hinter uns tauchte der fünfjährige Asired mit seinem Esel auf. Er war uns schon bei dem Häuschen begegnet und war der Sohn der Frau, die dort für uns <span style="font-size: 1rem;">kochte, die Hütte wurde scheinbar von einem einzelnen Mann bewohnt, der nicht für Gäste kochen konnte. Asired versuchte, auf seinen Esel zu steigen, es gelang erst nach mehreren waghalsigen Versuchen, dann versuchte er, den Esel anzutreiben, indem er ihm die Hacken in die Seiten schlug. Allerdings waren seine Beine zu kurz, um den Bauch des Tiers zu erreichen, er stieß nur gegen den Sattel. Das Tier ging ein paar Schritte und blieb dann wieder stehen. Wir fragten uns, wie die beiden überhaupt bis hier her gekommen waren.</span></p>
<p>Asired stieg wieder ab, zog an dem Esel und wollte wieder aufsteigen. Allerdings verrutschte dabei der Sattel, sodass es wieder und wieder misslang. Ich ging zu den beiden hinüber und fragte den Jungen, ob ich helfen solle. Da er natürlich noch kein Russisch verstand, machte ich eine passende Geste. Er nickte und ich hob ihn auf den Eselrücken. Wieder versuchte Asired, den Esel in Bewegung zu bringen. Ich gab dem Tier einen Klaps auf den Hintern und es trabte los.</p>
<p>Wir gingen weiter zu dem Wald am Flussufer. Als wir zurück kamen, kam uns Asired schon entgegen, den Esel hinter sich her zerrend. Der Strick, der als Zügel dienen sollte, hatte sich auf der einen Seite gelöst. Ich machte einen Knoten, setzte Asired wieder in den Sattel und wir kehrten gemeinsam zur Hütte zurück.</p>
<p>Nach dem Abendessen ritten Asired und seine Mutter davon. Der Junge, der die ganze Zeit kein Wort mit uns gesprochen hatte, winkte uns so aufgeregt zum Abschied zu, dass er fast von seinem Esel gefallen wäre.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/19/im-rauschen/">Nächster Tag: Im Rauschen</a></p>
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