Verdächtig unproblematisch

Vorheriger Tag: Handtücher und Obstplantagen

Alles klappte so reibungslos, dass wir misstrauisch wurden. Am Vormittag lagen wir noch am Strand und badeten. Wir hatten mit dem Hotelchef ein Taxi für 13:00 Uhr vereinbart, das uns für 2.500 SOM nach Tokmok bringen sollte. Das Taxi kam pünktlich, im Auto saßen zwei Männer, die aussahen wie Mafiosi, die Schwarzgeld nach Bishkek zu bringen hätten. Ich gab ihnen die korrekte Adresse, es handelte sich um ein Dorf 16 km von Tokmok entfernt. Das erhöhte den Preis zwar auf 3.000 SOM, aber von Karokol nach Kadji-Sai hatten wir auch 3.000 SOM bezahlt und die heutige Strecke war etwa doppelt so lang. Wir fanden das Dorf und auch die Straße, am Haus war zwar keine Nummer, aber die Nachbarn meinten, das sei das Touristen-Haus. Wir wurden in einen großen Raum mit einer langen Tafel geführt, an der wohl 20 Personen gut speisen konnten, und so üppig bewirtet, dass wir Angst vor dem Abendessen bekamen.

Allerdings wurde uns kein Zimmer gezeigt, statt dessen wurden wir gefragt, ob wir noch spazieren gehen wollten.

Burana

Wir wanderten zu dem nur ein paar Kilometer entfernten Burana, kletterten die steile dunkle Treppe im Turm hinauf, schauten nach Norden über das weite Land bis Kasachstan hinüber, nach Süden auf die Berge, die wir ab Morgen auf Pferden überqueren wollten, sahen den Jagdfliegern hinterher, die wohl an der Grenze Kontrollen flogen. Dann kehrten wir zu dem Haus zurück und fragten nach unserem Zimmer.

Burana

Es gäbe kein Zimmer, wurde uns erstaunt erwidert. Wir könnten auf dem Boden des Raums schlafen, in dem wir gegessen hatten.

Nun hatten wir schon unbequemer geschlafen, aber für die Nacht vor der Reittour waren wir noch auf Hotel und Dusche eingestellt. Man sah uns unsere Enttäuschung wohl an, die Gastgeberin organisierte sogar noch einen Eimer warmes Wasser zum Waschen und richtete uns mit bunten weichen Decken ein Lager auf dem Boden, sodass wir keine Luftmatratzen und Schlafsäcke brauchten. Gegen 22:00 Uhr beendeten auch die Jagdflieger ihre Tiefflüge übers Land.

Nächster Tag: Ins „wilde Kirgistan“