Bier und Benzin

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In der Nacht hatte es heftige Gewitter gegeben und morgens regnete es. Wir lagen in unseren Schlafsäcken und beschlossen, dass wir bis 9:00 Uhr warten könnten, dann würden wir immernoch um 10:00 Uhr in Ecklili-Tasch sein, wo wir hoffentlich Tölön treffen würden. Kurz vor 9:00 Uhr hörte der Regen auf. Wir packten rasch, verzichteten aufs Frühstück und marschierten nach Ecklili-Tasch. Schon von weitem entdeckten wir den blauen Mitsubishi, mit dem Tölön uns vor 5 Tagen nach Ken-Suu gebracht hatte.

Tölön lächelte uns entgegen und ich begrüßte ihn auf russisch mit den Worten „Sehr erfreut, Sie hier zu sehen“, was sich natürlich vor allem darauf bezog, dass ich froh war, das mein Anruf bei Azamat erfolgreich gewesen war. Er war sehr dankbar, vermutlich hatte er damit gerechnet, dass wir uns über seinen Fehler, uns am falschen Ort abzusetzen, noch sehr aufregen würden. Er schenkte uns eine große Flasche kirgisisches Bier und wollte, das wir es gleich trinken. Das lehnten wir lachend ab, wir probierten das Bier erst am Issyk-Kul.

Die Fahrt verlief gut, am Pass auf 3.780 hm machten wir Selfies mit Tölön. ich schenkte ihm unser restliches Benzin. Wir hatten zum Braten der morgendlichen Pancakes, zum Kochen von Kaffee, Tee und Abendessen nur gut die Hälfte von dem gebraucht, was wir in die Berge mitgenommen hatten. Ich war froh, dass ich den Rest nicht irgendwo entsorgen musste, Tölön füllte es sich in eine Wasserflasche.

Am Nachmittag liefen wir durch Karakol. Über diese Stadt will ich nicht viel schreiben, es ist ein trostloser, deprimierender Ort, dessen zerfallende Reste aus Sowjetzeiten allenfalls einen morbiden Charme haben.

Schaschlik oder Steak?

Abends wollten wir unbedingt Schaschlik essen, wir hatten eine große Werbung für ein Schaschlik-Restaurant gesehen, der wir folgten. An der Tür standen zwei große Werbe-Aufsteller, links für Schaschlik, rechts für Steak. Es war ein modernes, schönes Restaurant. es gab nicht alles, was auf der Speisekarte stand, Schaschlik und Steak waren um 18:00 Uhr schon aus. Allerdings war es auch kühl und immer noch etwas regnerisch und der Grill stand draußen – vielleicht lag es daran.

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