Archiv der Kategorie: Reflexe

Es geht um Macht

Wer in der gegenwärtigen Welt Hilfe in der politischen Philosophie sucht, um Pegida und AfD, den Arabischen Frühling und die Occupy Bewegung oder den Wahlsieg Donald Trumps und den Brexit zu verstehen, dem seien die Bücher der Philosophin Chantal Mouffe dringend empfohlen. Ihr Werk ist politische Philosophie im besten Sinne des Wortes: es liefert prägnante Begriffe und grundsätzliche Thesen, mit denen sich die Nachrichten und Ereignisse aus der politischen Sphäre der Gesellschaft verständlich machen lassen. Es ist nicht übertrieben, zu sagen, dass Chantal Mouffe eine der wichtigsten Stimmen der gegenwärtigen politischen Philosophie überhaupt ist.

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Das Böse und das böse Denken

Erwachsene verwenden ungern das Wort „Böse“, schon gar nicht wenn es um politische Themen, historische Ereignisse oder das aktuelle Weltgeschehen geht. Es erscheint merkwürdig irrational, so, als wenn wir eine vernünftige Erklärung dessen, was passiert oder geschehen ist, zugunsten der Annahme einer mystischen, dunklen Macht aufgeben würden. Aber angesichts erschreckender und unverständlicher Terroranschläge, Kriege, Vergewaltigungen und Entführungen, beim Lesen von Leidensgeschichten von unmenschlichen Quälereien und Folterungen fragt man sich schon, ob es das Böse gibt. Ist da im Wesen des Menschen irgendetwas, das als böse bezeichnet werden und nicht anders erklärt werden kann als dass es eben das extreme Gegenteil des Guten ist, zu dem wir Menschen ja ebenfalls fähig sind und an das wir genau so gerne glauben, wie wir die Existenz des Bösen gern bestreiten würden?

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Woher willst du wissen, was ich empfinde?

Michael Pauen hat sich in seinem neuen Buch viel vorgenommen. Der Titel verspricht, „Die Natur des Geistes“ zu erklären. Der Titel spielt mit der philosophischen Doppeldeutigkeit des Begriffs „Natur“, der im Deutschen ja zum einen so etwas wie „Wesen“ bedeutet, zum anderen aber die Welt meint, die uns umgibt, zumindest diejenige, die nicht durch die menschliche Technik und Phantasie geschaffen ist. Man könnte also erwarten, dass das Buch entweder das Wesen des Geistes bestimmt, oder aber den Geist als etwas natürliches erklärt, etwas, das zur Natur gehört und ganz natürlich verstanden werden kann. Pauen geht es vor allem um letzteres.

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Die Angst beim Spiel mit dem Luxus

Lambert Wiesing ist Phänomenologe, und in seinem Buch über den Luxus kann man ganz wunderbar lernen, was diese philosophische Methode leistet und wie sie vorgeht. Allein dafür lohnt es sich schon, das Buch zu lesen. Aber es lohnt sich auch dann, wenn man eine aktuelle Antwort auf die große philosophische Frage „Was ist der Mensch?“ finden möchte.

Genauer gesagt, lautet die Frage, eben phänomenologisch formuliert: Wie ist es, sich als Mensch zu erleben? Natürlich wissen die meisten Menschen, wenn sie gefragt werden, dass sie Menschen sind. Aber was macht das Menschsein aus, und wann merken wir, dass wir gerade wirklich ganz Mensch sind? In seinem Buch über den Luxus will Wiesing genau diese Frage für die Gegenwart, für unser hier und heute beantworten. Er zieht dabei eine Linie von Schiller über Heidegger zu seiner eigenen Sicht, in der er ausgerechnet dem Luxus einen entscheidenden Platz zuweist.

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