Drei Mal Sonnenfinsternis

An meine erste Sonnenfinsternis kann ich mich noch gut erinnern. Wir standen auf dem Schulhof, es waren Fernrohre aufgebaut, unter die ein Papierschirm gespannt war. Darauf beobachteten wir das Geschehen, ich sehe noch heute das Bild der verschatteten Sonne vor mir. Um uns zu demonstrieren, wie gefährlich es wäre, direkt durch das Fernrohr zu schauen, zündete sich der Lehrer seine Zigarette in dem Lichtstrahl an, der aus dem Fernrohr kam. Drei Mal Sonnenfinsternis weiterlesen

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Ja, und?

Die SPD will alle Gehälter öffentlich machen. Mal abgesehen davon, dass das ein unverschämter Eingriff in die Privatsphäre von Arbeitnehmern ist, würde es für das angebliche Ziel, die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen (Gender Pay Gap) zu beseitigen, überhaupt nichts bringen. Ich las kürzlich, dass die bereinigte Einkommenslücke nach Berücksichtigung unterschiedlicher Berufe und Qualifikationen noch ca. 7% beträgt, berücksichtigt man zudem noch unterschiedliche Berufserfahrungen und Unterbrechungszeiten, bleiben noch 2%.
Man kann Ähnliches z.B. hier 
nachlesen.

Das Problem ist also nicht, dass Männer und Frauen unter gleichen Bedingungen unterschiedlich verdienen, da ist die Differenz kaum messbar, sondern, dass die Bedingungen verschieden sind. Da muss man ansetzen. Die Forderung der SPD klingt toll, geht aber an den Problemen vorbei. Eine Veröffentlichungspflicht für Gehälter wird an den Problemen nichts ändern, weil die Differenzen fast komplett „erklärbar“ sind. Ob sie gerecht sind, steht auf einem anderen Blatt. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Ja, und? weiterlesen

Starke und Schwache

Für sozialdemokratische Parteien, ob sie einen roten, einen schwarzen, einen grünen oder sogar einen dunkelroten Farbstich haben, sind die meisten Menschen schwach und hilflos. Man muss sie beschützen: vor ihren Vermietern, vor den Arbeitgebern, vor den Verkäufern von Lebensmitteln und Konsumgütern – nur nicht vor dem Staat. Man muss Gesetze, immer neue Gesetze machen, die die wenigen schwachen Menschen gegen wenigen starken bösen Mächtigen verteidigen.

Auf die Idee, dass Menschen sich eigentlich im Grunde selbst verteidigen können, wenn man ihnen die Chance gibt, sich selbstbewusst ihrer Freiheit zu bedienen, eigenverantwortlich Verträge zu schließen und zu kündigen, die Bedingungen ihres Lebens nach ihren eigenen Vorstellungen selbst auszuhandeln, kommen die Sozialdemokraten nicht. Starke und Schwache weiterlesen

Unternehmen und Konzerne – eine Unterscheidung

Sowohl von den Freunden als auch von den Feinden der freien Wirtschaft wird immer wieder der gleich Fehler gemacht: Es wird nicht genug differenziert zwischen den unterschiedlichen Formen des Wirtschaftens. Häufig wird alles wirtschaftliche Handeln, das nicht staatlich ist, als „freie Wirtschaft“ bezeichnet, und es wird behauptet, all die nicht staatlichen Unternehmen bräuchten und wollten den „freien Markt“.

Aber das ist ein schwerer Fehler. Man muss die bürokratischen Großkonzerne, in denen der Besitz und die unternehmerische Verantwortung zumeist nichts miteinander zu tun haben, von den freien Wirtschaftsunternehmen unterscheiden, in denen Unternehmerpersönlichkeiten auf eigenes Risiko selbst die Geschicke ihres eigenen Unternehmens in den Händen haben. Man sollte diese beiden Formen des Wirtschaftens klar voneinander trennen, deshalb nenne ich die ersten konsequent Konzerne, nur letztere bezeichne ich als Unternehmen. Unternehmen und Konzerne – eine Unterscheidung weiterlesen