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	<title>Gülsary &#8211; Jörg Phil Friedrich</title>
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	<description>Philosoph und Publizist</description>
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	<title>Gülsary &#8211; Jörg Phil Friedrich</title>
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		<title>Urteile, Vorurteile und Verstörungen</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/21/urteile-vorurteile-und-verstoerungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Aug 2018 13:59:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gülsary]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
		<category><![CDATA[Pferde]]></category>
		<category><![CDATA[Song-Köl]]></category>
		<category><![CDATA[Tierwohl]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: Überall Franzosen Nachdem wir einen weiteren kalten und windigen Pass überquert hatten erreichten wir schon gegen Mittag die Hochebene des Song-Kol. Endlich konnten die Pferde ausgiebig traben und wir hatten ebenfalls Freude an den schnellen Schritten über die Ebene hinab zum See. Das Verhältnis der Kirgisen zu ihren Pferden ist anders, als wir [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/20/ueberall-franzosen/">Vorheriger Tag: Überall Franzosen</a></p>
<p>Nachdem wir einen weiteren kalten und windigen Pass überquert hatten erreichten wir schon gegen Mittag die Hochebene des Song-Kol. Endlich konnten die Pferde ausgiebig traben und wir hatten ebenfalls Freude an den schnellen Schritten über die Ebene hinab zum See.<span id="more-3819"></span></p>
<p>Das Verhältnis der Kirgisen zu ihren Pferden ist anders, als wir uns das mit unseren Erfahrungen aus dem Münsterland vorgestellt hatten. Morgendliches Bürsten und Striegeln oder Hufeputzen gibt es nicht, überhaupt keine irgendwie pflegende oder gar liebevolle Beziehung zum Tier. Abends werden die Vorderbeine mit Stricken zusammen gebunden, sodass die Tiere nicht davonlaufen können. Eine Französin aus Maschas Gruppe erzählte, als wir darüber redeten, dass eines dieser Tiere beim Versuch, aus dem Bach Wasser zu trinken, gestürzt sei und nicht mehr aufstehen konnte. Sie alarmierte die Guides, die zwar kamen und das Tier aufrichteten, aber sich dann nicht weiter drum kümmerten, obwohl es am Kopf blutete.</p>
<p>Mittag aßen wir mit einem Paar aus Spanien und zwei Frauen aus Hongkong sowie ihren einheimischen Begleitern. Die Begleiterin der Spanier, eine junge Frau aus Kotschkor, befragten wir zu ihrer Meinung zur Stellung der Frau in Kirgistan. In den Jurten erlebten wir die Frauen immer wieder als Bedienstete der Männer, und die Jungen ahmten schnell das Verhalten der Väter nach, so wie die Mädchen in die Rolle der Mütter eingeübt wurden. Sie versicherte uns jedoch, dass jede junge Frau hier ihren Weg selbst wählen könnte. Das, was wir hier in den Bergen erlebten, sei von den Frauen zum einen selbst so gewählt, zum anderen würden auch diese Familien nur 4-5 Monate im Jahr hier dieses Leben leben, den Rest des Jahres seien sie in den Dörfern unten, und da sei es komplett anders.</p>
<p>Am Abend hatten wir ein weiteres verstörendes Erlebnis. Ein junges Pferd wurde von Männern wieder und wieder mit kaltem Wasser übergossen. Cornelia hatte in „Abschied von Gülsary“ gelesen, dass das eine Art Erziehungsmethode sein sollte. Das Pferd müsse nun die ganze Nacht am Anbindeplatz festgebunden stehen, allein, dort, wo alles Grüne längst weggefressen und zertreten war. Das klägliche Wiehern raubte mir den Schlaf.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/22/ein-tag-am-see/">Nächster Tag: Ein Tag am See</a></p>
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		<title>&#8222;Fenster und Fassaden&#8220; im Tien Shan</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/08/fenster-und-fassaden-im-tien-shan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Aug 2018 15:58:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aitmatov]]></category>
		<category><![CDATA[Eckili-Tasch]]></category>
		<category><![CDATA[Gülsary]]></category>
		<category><![CDATA[Tien Shan]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: In den Tien Shan mit Hindernissen Nachdem wir Pancakes gebacken, Tee gekocht, gefrühstückt und unser Zelt abgebaut hatten, wollte ich noch schnell mit GPS unsere Position checken. Merkwürdigerweise passte die überhaupt nicht zu Eckili-Tasch. Trotzdem liefen wir zunächst in die von Tölön angegebene Richtung. Mir fiel ein, dass Azamat mich darauf hingewiesen hatte, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/07/in-den-tien-shan-mit-hindernissen/">Vorheriger Tag: In den Tien Shan mit Hindernissen</a></p>
<p>Nachdem wir Pancakes gebacken, Tee gekocht, gefrühstückt und unser Zelt abgebaut hatten, wollte ich noch schnell mit GPS unsere Position checken. Merkwürdigerweise passte die überhaupt nicht zu Eckili-Tasch. Trotzdem liefen wir zunächst in die von <a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/07/in-den-tien-shan-mit-hindernissen/">Tölön angegebene Richtung</a>. Mir fiel ein, dass <a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/06/ein-taxifahrer-mit-bruedern/">Azamat</a> mich darauf hingewiesen hatte, dass Eckili-Tasch eine Militärstation sei und auch in der <a href="https://www.amazon.de/Inylchek-Tienschan-West-Kyrgyzstan-Trekkingkarte-Alpenvereinskarten/dp/3937530029">Karte, die zwar alt und im Maßstab 1:100.000 ist</a>, waren Häuser zu sehen. Nach 45 min verglich ich die Landschaft mit der Karte und alles war klar. Tölön hatte uns nicht nach Eckili-Tasch gebracht, sondern schon in Ken-Suu abgesetzt, etwa 12 km vor Ecklili-Tasch. Wir studierten die Karte und entschieden, umzukehren und der Schotterpiste auf der anderen Seite des Flusses bis Ecklili-Tasch zu folgen.<span id="more-3724"></span></p>
<p>Etwa 3 km vor Ecklili-Tasch sahen wir über die Wiese einen blauen Kleinlaster. Beim Näherkommen lasen wir auf der Seite den deutschen Schriftzug „Fenster &#8211; Fassaden“. Kurz vor uns bog er auf die Schotterpiste ein und wartete. Ein Mann sprang heraus und fragte, ob er uns nach Eckili-Tasch mitnehmen sollte &#8211; natürlich sagten wir Ja (Für Insider: Der liebe Gott fährt einen blauen Kleinlaster). Der Fahrer hieß Stalbek. Er fragte uns, wohin wir wollten, und als wir es ihm erklärt hatten bot er uns an, uns mit Pferden zum nächsten Übernachtungsplatz zu bringen Für den Ritt (3 Stunden) wollte Stalbek 3.000 SOM haben. Auch dieses Angebot nahmen wir gern an. In seiner Jurte bewirtete uns Stalbek mit Kaffee und Gebäck und erzählte, dass er in der DDR als Soldat gedient hat. Er kannte noch Ortsnamen wie Wölfen, Weimar und Grimmen.</p>
<h3>Marx und Engels in der Jurte</h3>
<p>Auf einem kleinen Regal neben mir entdeckte ich ein Buch, auf dem ich in kyrillischen Buchstaben „Karl Marx und Friedrich Engels“ las. Als ich die Namen laut vorlas, lachte Stalbek. Ich schlug das Buch auf und sah, dass die ersten Seiten herausgerissen waren &#8211; vermutlich wurde das Papier zum Feuermachen verwendet.</p>
<h3>Der erste Ritt</h3>
<p>Es war auch für Kirgisen nicht einfach, unsere Rucksäcke auf die Pferde zu laden, also wurden sie kurzerhand zusammengebunden und über den Sattel meines Pferds geworfen. Dadurch konnte ich nicht gut sitzen und in mein Steißbein drückte der Knoten. Aber die ersten zwei Stunden des Ritts waren ein Vergnügen. Wir erzählten Stalbek, dass wir die Bücher von Tschingis Aitmatov kannten. Er sagte voller Hochachtung, Aitmatov sei ein „großer Mensch“ gewesen. Als ich ihn später nach den Namen der Pferde fragte, deutete er auf das Pferd, auf dem Cornelia saß, und sagte mit einem Lächeln, das sei Gülsary.</p>
<figure id="attachment_3732" aria-describedby="caption-attachment-3732" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-3732 size-large" src="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180808_110822-e1535386506909-1024x498.jpg" alt="" width="525" height="255" srcset="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180808_110822-e1535386506909-1024x498.jpg 1024w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180808_110822-e1535386506909-150x73.jpg 150w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180808_110822-e1535386506909-300x146.jpg 300w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180808_110822-e1535386506909-768x373.jpg 768w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /><figcaption id="caption-attachment-3732" class="wp-caption-text">Gülsary</figcaption></figure>
<p>Nach drei Stunden war ich erschöpft, und obwohl wir noch nicht ganz am Ziel waren, mussten wir stoppen. Ich kam nicht ohne Hilfe aus dem Sattel und als ich unten war, brach ich zusammen. Meine Knie waren völlig verkrampft. Die Höhe kam dazu. Cornelia und Stalbek bauten das Zelt auf, ich gab ihm 3.500 SOM, er wünschte uns gute Erholung und ritt zurück nach Eckili-Tasch.</p>
<p>Die Höhe machte mir extrem zu schaffen, die Knie aber erholten sich schnell. Dazu kamen bei Cornelia und mir Magen-Darm-Probleme, vielleicht von der Höhe, vielleicht auch vom Wasser.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/09/enzian-und-edelweiss/">Nächster Tag: Enzian und Edelweiß</a></p>
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		<title>In den Tien Shan mit Hindernissen</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/07/in-den-tien-shan-mit-hindernissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Aug 2018 15:51:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aitmatov]]></category>
		<category><![CDATA[Al Djailoo]]></category>
		<category><![CDATA[Eckili-Tasch]]></category>
		<category><![CDATA[Gülsary]]></category>
		<category><![CDATA[Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Permits]]></category>
		<category><![CDATA[Tien Shan]]></category>
		<category><![CDATA[Trekking]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: Ein Taxifahrer mit Brüdern Um 12:00 Uhr sollte der Fahrer mit den Permits am Hotel sein. Gegen 13:00 Uhr kam er und sagte, die Permits kämen in 10 min. Daraus wurden zwei Stunden. Wir unterhielten uns ein bisschen mit ihm, er hieß Tölön. In Kirgistan wollen alle wissen, wie viele Kinder und Enkel [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/06/ein-taxifahrer-mit-bruedern/">Vorheriger Tag: Ein Taxifahrer mit Brüdern</a></p>
<p>Um 12:00 Uhr sollte der Fahrer mit den Permits am Hotel sein. Gegen 13:00 Uhr kam er und sagte, die Permits kämen in 10 min. Daraus wurden zwei Stunden. Wir unterhielten uns ein bisschen mit ihm, er hieß Tölön. In Kirgistan wollen alle wissen, wie viele Kinder und Enkel man hat, er hatte sechs Kinder und 10 Enkel und war 57 Jahre alt. Er hatte in der DDR als Soldat gedient, zeigte uns ein Bild von sich als 18jähriger Soldat. In Kirgistan haben alle die wichtigen Bilder ihres Lebens auf dem Smartphone.<span id="more-3722"></span></p>
<p>Wir warteten weiter. Vor uns hielt ein Kleintransporter, der in lateinischen Buchstaben die Aufschrift „EISMANN“ hatte. Es war ein Kühlauto, das die Kioske neben dem Hotel mit Eis belieferte. Der Fahrer und Tölön kannten sich, Tölön besorgte für jeden von uns ein Eis.</p>
<p>Irgendwann war klar, dass wir nicht mehr vor der Dunkelheit in Al Djailoo ankommen würden und entschieden, die Tour umgekehrt zu gehen &#8211; von Eckili-Tasch nach Al Djailoo. Das wollten wir eigentlich nicht, da wir dann bei 3.000 hm ohne Akklimatisation starten mussten, aber das sparte eine Stunde Fahrzeit. Endlich kamen die Permits und wir fuhren los.</p>
<p>Nach gut einer Stunde Fahrzeit waren wir schon in den Bergen. Im Vorbeifahren beobachteten wir Reiter bei einem Reiterspiel, das wir aus „<a href="http://www.unionsverlag.com/info/title.asp?title_id=184">Abschied von Gülsary</a>“ kannten. Zwei Reiter-Mannschaften jagen sich gegenseitig einen Schafsbock ab, in diesem Fall war es eine Attrappe.</p>
<p>Nach einiger Zeit trafen wir auf den ersten Militärposten, der unsere Permits kontrollierte. Ich nutzte die Pause, um unseren Standort auf der Karte mit den GPS-Koordinaten auf unserer Uhr abzugleichen &#8211; es passte exakt.</p>
<p>Wir fuhren weiter &#8211; plötzlich gab es ein zischendes Geräusch. Tölön bremste, ein Reifen war geplatzt. Allerdings war das wohl Alltag, er hatte zwei Ersatzräder dabei. Der Reifen hatte auch überhaupt kein Profil mehr, er war einfach durchgefahren.</p>
<p>Während der Reparatur hielten ein paar junge Leute an und boten ihre Hilfe an. Sie fragten, woher wir kämen und als wir „Aus Deutschland“ antworteten, machte einer lachend den Hitlergruß und rief „Heil Hitler!“ Wir konnten nur „Nein, Nein!“ erwidern.</p>
<p>Weiter ging&#8217;s. Gegen 19:30 Uhr stoppte Tölön plötzlich und erklärte uns, wir seien am Ziel. Ich hatte nach meiner Karte eigentlich mit einer weiteren halben Stunde Fahrzeit gerechnet. Aber es gab tatsächlich eine Brücke über den Fluss, also glaubten wir ihm, zumal er uns noch genau zeigte, wie wir weiter zu gehen hätten. Wir beschlossen, direkt an der Brücke unser Zelt aufzuschlagen, denn wir mussten noch kochen und kurz nach 20:00 Uhr war Sonnenuntergang. Tölön fuhr davon.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/08/fenster-und-fassaden-im-tien-shan/">Nächster Tag: &#8222;Fenster und Fassaden&#8220; im Tien Shan</a></p>
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