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	<title>Eckili-Tasch &#8211; Jörg Phil Friedrich</title>
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	<description>Philosoph und Publizist</description>
	<lastBuildDate>Tue, 28 Aug 2018 10:30:05 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Eckili-Tasch &#8211; Jörg Phil Friedrich</title>
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		<title>I just call&#8230;</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/10/i-just-call/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Aug 2018 16:21:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Eckili-Tasch]]></category>
		<category><![CDATA[Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Satellitentelefon]]></category>
		<category><![CDATA[Telefonieren]]></category>
		<category><![CDATA[Wurzelziehen]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: Enzian und Edelweiß Wir wanderten zurück bis ca. einen Kilometer vor Eckili-Tasch und bauten unser Zelt auf. Gegen 16:00 Uhr ging ich hinüber nach Eckili-Tasch, um Azamat anzurufen. An Stalbeks Jurte stand eine Gruppe Kirgisen, die etwas kochten. Ich ging zu ihnen und erklärte, dass ich telefonieren müsse. Sie meinten, dass man dazu [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/09/enzian-und-edelweiss/">Vorheriger Tag: Enzian und Edelweiß</a></p>
<p>Wir wanderten zurück bis ca. einen Kilometer vor Eckili-Tasch und bauten unser Zelt auf. Gegen 16:00 Uhr ging ich hinüber nach Eckili-Tasch, um Azamat anzurufen. An Stalbeks Jurte stand eine Gruppe Kirgisen, die etwas kochten. Ich ging zu ihnen und erklärte, dass ich telefonieren müsse. Sie meinten, dass man dazu um 18:00 Uhr am Militärposten die Möglichkeit hätte. Außerdem gäbe es eine deutsche Gruppe, die hätten wohl ein Satellitentelefon und wären etwa um 17:00 Uhr wieder da. Sie luden mich ein, mich zu ihnen zu setzen. Ich lehnte ab und erklärte, dass meine Frau im Zelt auf mich wartete. Allgemeines spöttisches Gelächter und Kommentare, die ich nicht verstand. <span id="more-3737"></span></p>
<h3>Kein Prachtkerl</h3>
<p>Ich unterhielt mich noch ein wenig mit dem Wortführer der Gruppe, er erklärte mir, dass Kirgisen und Deutsche einen Vater hätten, deutete nach oben und nannte einen Name, den ich nicht kannte. Trotzdem stimmte ich zu. Dann erzählte er, dass er als Soldat in der DDR gedient hatte, in Merseburg, und fragte mich, ob ich aus Ost- oder Westdeutschland sei, ich hielt es für klug, zu sagen, dass ich in der DDR geboren sei, nun aber im Westen lebte. Er war zufrieden. Sie würden zwischen Ost- und Westdeutschen unterscheiden. Ich erzählte, dass ich in der Schule Russisch gelernt hätte. Dann wollte er mir einreden, dass Hitler ein „Molodjez“ (Prachtkerl) gewesen sei. Ich konnte nur „Njet“ erwidern, er hat es mir wortreich erklärt, ich habe nichts verstanden und trotzdem immer wieder „njet“ geantwortet.</p>
<p>Nachdem ich Cornelia die Neuigkeiten überbracht hatte, kehrte ich gegen 17:00 Uhr nach Eckili-Tasch zurück. An der Brücke standen zwei Frauen und rauchten. Einer der Männer hatte mich wohl schon von weitem gesehen und kam heran, erklärte den Frauen etwas und deutete auf mich. Ich blieb stehen. Die eine sprach mich auf Deutsch, aber mit Akzent, an. Sie hieß Nina, war aus Bishkek und die Leiterin der Gruppe. Die andere, Irina, war die Besitzerin des Satellitentelefons. Nina erklärte, dass ich um 19:00 Uhr wiederkommen sollte, dann könne man von dem Berg gegenüber aus telefonieren. Dass man auch vom Militärposten aus telefonieren könne, würde nicht stimmen.</p>
<p>Ich kam um 19:00 Uhr zu dem großen Zelt der Gruppe, das von fünf kleinen Zelten umgeben war. Die Deutschen saßen am Tisch und warteten aufs Essen. Ich fragte nach Nina und Irina &#8211; die seien hinter dem Vorhang. Dort wurde gekocht. Nina kam heraus und ging mit mir vors Zelt. Sie erklärte mir nun, dass Irina in zwei Stunden mit mir telefonieren gehen könnte. Ich verstand, dass Irina im Moment kochen musste und mir ihr Telefon nicht einfach mitgeben wollte.  Allerdings gab ich zu bedenken, dass es in zwei Stunden dunkel sein würde und der Weg zu unserem Zelt war ein schmaler Bergpfad. Meine Versuche, zu verhandeln, waren vergeblich, obwohl ich sogar meinen Pass oder mein eigenes Telefon als Pfand dagelassen hätte. Nina diskutierte diese Idee im Zelt kurz mit Irina, kehrte zurück und versprach, dass Irina schon in einer Stunde an der Brücke auf mich warten würde.</p>
<h3>Mit Irina auf den Berg</h3>
<p>Tatsächlich winkte mir Irina eine Stunde später von der Brücke aus zu. Sie stapfte vor mir den Berg hinauf, dann versuchte sie, eine Verbindung zu bekommen. Das Satellitentelefon sah aus wie ein normales Smartphone. Sie wählte Azamats Nummer. Viele vergebliche Versuche, nach denen sie immer auf eine Weise „Njet“ sagte, die mich fürchten ließ, sie wolle aufgeben. Dann endlich Azamats Stimme, der mich zunächst aber nicht erkannte. Dann erklärte ich ihm, dass Tölön uns am Sonntag in Ecklili-Tasch abholen solle, aber in dem richtigen, <a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/07/in-den-tien-shan-mit-hindernissen/">nicht in Ken-Suu</a>, wo er uns abgesetzt hatte. Azamat sagte zu allem „Ok“ und ich hoffte, er hatte verstanden. Glücklich bedankte ich mich bei Irina, die das mit einem etwas nachsichtig-spöttischen Lächeln beantwortete, und verabschiedete mich.</p>
<p>Inzwischen war es dunkel, ich hatte mit Cornelia verabredet, dass sie mit ihrer Stirnlampe im Zelt Licht macht. Ich selbst schaltete meine Stirnlampe an und stieg den Berg hinab. Tatsächlich sah ich in der Ferne den grünlich leuchtenden Punkt und hielt darauf zu. Beim Näherkommen sah ich, dass Cornelia im Innern des Zelts die Lampe unaufhörlich hin und her bewegte, sodass mir das Zelt sogar wie ein Leuchtturm entgegenblinkte.</p>
<h3>Mathematik zur Nacht</h3>
<p>Da wir noch nicht müde waren begannen wir, darüber nachzudenken, wie man abschätzen könnte, wie lang Wege in der Karte sind, die nicht parallel zu den Gitternetzlinien verlaufen. Wir dachten wegen des Pythagoras über Verfahren zum schriftlichen Wurzelziehen nach. Am Ende hat Cornelia sich für ein Näherungsverfahren entschieden.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/11/nomadentochter-und-stadtjunge/">Nächster Tag: Nomadentochter und Stadtjunge </a></p>
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		<title>&#8222;Fenster und Fassaden&#8220; im Tien Shan</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/08/fenster-und-fassaden-im-tien-shan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Aug 2018 15:58:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aitmatov]]></category>
		<category><![CDATA[Eckili-Tasch]]></category>
		<category><![CDATA[Gülsary]]></category>
		<category><![CDATA[Tien Shan]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: In den Tien Shan mit Hindernissen Nachdem wir Pancakes gebacken, Tee gekocht, gefrühstückt und unser Zelt abgebaut hatten, wollte ich noch schnell mit GPS unsere Position checken. Merkwürdigerweise passte die überhaupt nicht zu Eckili-Tasch. Trotzdem liefen wir zunächst in die von Tölön angegebene Richtung. Mir fiel ein, dass Azamat mich darauf hingewiesen hatte, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/07/in-den-tien-shan-mit-hindernissen/">Vorheriger Tag: In den Tien Shan mit Hindernissen</a></p>
<p>Nachdem wir Pancakes gebacken, Tee gekocht, gefrühstückt und unser Zelt abgebaut hatten, wollte ich noch schnell mit GPS unsere Position checken. Merkwürdigerweise passte die überhaupt nicht zu Eckili-Tasch. Trotzdem liefen wir zunächst in die von <a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/07/in-den-tien-shan-mit-hindernissen/">Tölön angegebene Richtung</a>. Mir fiel ein, dass <a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/06/ein-taxifahrer-mit-bruedern/">Azamat</a> mich darauf hingewiesen hatte, dass Eckili-Tasch eine Militärstation sei und auch in der <a href="https://www.amazon.de/Inylchek-Tienschan-West-Kyrgyzstan-Trekkingkarte-Alpenvereinskarten/dp/3937530029">Karte, die zwar alt und im Maßstab 1:100.000 ist</a>, waren Häuser zu sehen. Nach 45 min verglich ich die Landschaft mit der Karte und alles war klar. Tölön hatte uns nicht nach Eckili-Tasch gebracht, sondern schon in Ken-Suu abgesetzt, etwa 12 km vor Ecklili-Tasch. Wir studierten die Karte und entschieden, umzukehren und der Schotterpiste auf der anderen Seite des Flusses bis Ecklili-Tasch zu folgen.<span id="more-3724"></span></p>
<p>Etwa 3 km vor Ecklili-Tasch sahen wir über die Wiese einen blauen Kleinlaster. Beim Näherkommen lasen wir auf der Seite den deutschen Schriftzug „Fenster &#8211; Fassaden“. Kurz vor uns bog er auf die Schotterpiste ein und wartete. Ein Mann sprang heraus und fragte, ob er uns nach Eckili-Tasch mitnehmen sollte &#8211; natürlich sagten wir Ja (Für Insider: Der liebe Gott fährt einen blauen Kleinlaster). Der Fahrer hieß Stalbek. Er fragte uns, wohin wir wollten, und als wir es ihm erklärt hatten bot er uns an, uns mit Pferden zum nächsten Übernachtungsplatz zu bringen Für den Ritt (3 Stunden) wollte Stalbek 3.000 SOM haben. Auch dieses Angebot nahmen wir gern an. In seiner Jurte bewirtete uns Stalbek mit Kaffee und Gebäck und erzählte, dass er in der DDR als Soldat gedient hat. Er kannte noch Ortsnamen wie Wölfen, Weimar und Grimmen.</p>
<h3>Marx und Engels in der Jurte</h3>
<p>Auf einem kleinen Regal neben mir entdeckte ich ein Buch, auf dem ich in kyrillischen Buchstaben „Karl Marx und Friedrich Engels“ las. Als ich die Namen laut vorlas, lachte Stalbek. Ich schlug das Buch auf und sah, dass die ersten Seiten herausgerissen waren &#8211; vermutlich wurde das Papier zum Feuermachen verwendet.</p>
<h3>Der erste Ritt</h3>
<p>Es war auch für Kirgisen nicht einfach, unsere Rucksäcke auf die Pferde zu laden, also wurden sie kurzerhand zusammengebunden und über den Sattel meines Pferds geworfen. Dadurch konnte ich nicht gut sitzen und in mein Steißbein drückte der Knoten. Aber die ersten zwei Stunden des Ritts waren ein Vergnügen. Wir erzählten Stalbek, dass wir die Bücher von Tschingis Aitmatov kannten. Er sagte voller Hochachtung, Aitmatov sei ein „großer Mensch“ gewesen. Als ich ihn später nach den Namen der Pferde fragte, deutete er auf das Pferd, auf dem Cornelia saß, und sagte mit einem Lächeln, das sei Gülsary.</p>
<figure id="attachment_3732" aria-describedby="caption-attachment-3732" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-3732 size-large" src="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180808_110822-e1535386506909-1024x498.jpg" alt="" width="525" height="255" srcset="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180808_110822-e1535386506909-1024x498.jpg 1024w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180808_110822-e1535386506909-150x73.jpg 150w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180808_110822-e1535386506909-300x146.jpg 300w, https://xn--jrg-friedrich-imb.de/wp-content/20180808_110822-e1535386506909-768x373.jpg 768w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /><figcaption id="caption-attachment-3732" class="wp-caption-text">Gülsary</figcaption></figure>
<p>Nach drei Stunden war ich erschöpft, und obwohl wir noch nicht ganz am Ziel waren, mussten wir stoppen. Ich kam nicht ohne Hilfe aus dem Sattel und als ich unten war, brach ich zusammen. Meine Knie waren völlig verkrampft. Die Höhe kam dazu. Cornelia und Stalbek bauten das Zelt auf, ich gab ihm 3.500 SOM, er wünschte uns gute Erholung und ritt zurück nach Eckili-Tasch.</p>
<p>Die Höhe machte mir extrem zu schaffen, die Knie aber erholten sich schnell. Dazu kamen bei Cornelia und mir Magen-Darm-Probleme, vielleicht von der Höhe, vielleicht auch vom Wasser.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/09/enzian-und-edelweiss/">Nächster Tag: Enzian und Edelweiß</a></p>
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		<title>In den Tien Shan mit Hindernissen</title>
		<link>https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/07/in-den-tien-shan-mit-hindernissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Phil Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Aug 2018 15:51:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aitmatov]]></category>
		<category><![CDATA[Al Djailoo]]></category>
		<category><![CDATA[Eckili-Tasch]]></category>
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		<category><![CDATA[Trekking]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorheriger Tag: Ein Taxifahrer mit Brüdern Um 12:00 Uhr sollte der Fahrer mit den Permits am Hotel sein. Gegen 13:00 Uhr kam er und sagte, die Permits kämen in 10 min. Daraus wurden zwei Stunden. Wir unterhielten uns ein bisschen mit ihm, er hieß Tölön. In Kirgistan wollen alle wissen, wie viele Kinder und Enkel [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/06/ein-taxifahrer-mit-bruedern/">Vorheriger Tag: Ein Taxifahrer mit Brüdern</a></p>
<p>Um 12:00 Uhr sollte der Fahrer mit den Permits am Hotel sein. Gegen 13:00 Uhr kam er und sagte, die Permits kämen in 10 min. Daraus wurden zwei Stunden. Wir unterhielten uns ein bisschen mit ihm, er hieß Tölön. In Kirgistan wollen alle wissen, wie viele Kinder und Enkel man hat, er hatte sechs Kinder und 10 Enkel und war 57 Jahre alt. Er hatte in der DDR als Soldat gedient, zeigte uns ein Bild von sich als 18jähriger Soldat. In Kirgistan haben alle die wichtigen Bilder ihres Lebens auf dem Smartphone.<span id="more-3722"></span></p>
<p>Wir warteten weiter. Vor uns hielt ein Kleintransporter, der in lateinischen Buchstaben die Aufschrift „EISMANN“ hatte. Es war ein Kühlauto, das die Kioske neben dem Hotel mit Eis belieferte. Der Fahrer und Tölön kannten sich, Tölön besorgte für jeden von uns ein Eis.</p>
<p>Irgendwann war klar, dass wir nicht mehr vor der Dunkelheit in Al Djailoo ankommen würden und entschieden, die Tour umgekehrt zu gehen &#8211; von Eckili-Tasch nach Al Djailoo. Das wollten wir eigentlich nicht, da wir dann bei 3.000 hm ohne Akklimatisation starten mussten, aber das sparte eine Stunde Fahrzeit. Endlich kamen die Permits und wir fuhren los.</p>
<p>Nach gut einer Stunde Fahrzeit waren wir schon in den Bergen. Im Vorbeifahren beobachteten wir Reiter bei einem Reiterspiel, das wir aus „<a href="http://www.unionsverlag.com/info/title.asp?title_id=184">Abschied von Gülsary</a>“ kannten. Zwei Reiter-Mannschaften jagen sich gegenseitig einen Schafsbock ab, in diesem Fall war es eine Attrappe.</p>
<p>Nach einiger Zeit trafen wir auf den ersten Militärposten, der unsere Permits kontrollierte. Ich nutzte die Pause, um unseren Standort auf der Karte mit den GPS-Koordinaten auf unserer Uhr abzugleichen &#8211; es passte exakt.</p>
<p>Wir fuhren weiter &#8211; plötzlich gab es ein zischendes Geräusch. Tölön bremste, ein Reifen war geplatzt. Allerdings war das wohl Alltag, er hatte zwei Ersatzräder dabei. Der Reifen hatte auch überhaupt kein Profil mehr, er war einfach durchgefahren.</p>
<p>Während der Reparatur hielten ein paar junge Leute an und boten ihre Hilfe an. Sie fragten, woher wir kämen und als wir „Aus Deutschland“ antworteten, machte einer lachend den Hitlergruß und rief „Heil Hitler!“ Wir konnten nur „Nein, Nein!“ erwidern.</p>
<p>Weiter ging&#8217;s. Gegen 19:30 Uhr stoppte Tölön plötzlich und erklärte uns, wir seien am Ziel. Ich hatte nach meiner Karte eigentlich mit einer weiteren halben Stunde Fahrzeit gerechnet. Aber es gab tatsächlich eine Brücke über den Fluss, also glaubten wir ihm, zumal er uns noch genau zeigte, wie wir weiter zu gehen hätten. Wir beschlossen, direkt an der Brücke unser Zelt aufzuschlagen, denn wir mussten noch kochen und kurz nach 20:00 Uhr war Sonnenuntergang. Tölön fuhr davon.</p>
<p><a href="https://xn--jrg-friedrich-imb.de/2018/08/08/fenster-und-fassaden-im-tien-shan/">Nächster Tag: &#8222;Fenster und Fassaden&#8220; im Tien Shan</a></p>
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