Ich wäre auch ein Flüchtling

Ich stelle mir vor, ich wäre in einem anderen Land zur Welt gekommen. In Syrien oder in Eritrea oder in Somalia. Würde ich glauben, dass sich in meinem Heimatland die Dinge so zu Guten wandeln lassen, dass das Leben für mich und meine Familie lebenswert würde, dass ich meine Ziele und Träume realisieren könnte? Wohl kaum. Was also würde ich tun? Wenn ich genug Mut und Kraft hätte, würde ich versuchen, dort wegzukommen. Wenn ich selbstbewusst und aktiv genug wäre, um mir mir in der Fremde ein besseres Leben vornehmen zu können, würde ich versuchen, nach Europa zu kommen. Ich würde hoffen, dass ich dort durch Beharrlichkeit, Arbeit und Kreativität meine Träume erfüllen könnte.
Wäre ich in Somalia, Eritrea oder Syrien geboren, säße ich jetzt in einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer. Oder in einem Asylbewerberheim irgendwo in Deutschland.
Ich wäre ein Flüchtling, wenn ich dort geboren wäre.

Update in eigener Sache: Eine Software für die Verwaltung von Informationen bei der Betreuung und Unterbringung von Flüchtlingen ist bei INDAL entstanden. Hier gibt es dazu detaillierte weitere Informationen: Refugee Care Software zur Flüchtlingsverwaltung

Drei Mal Sonnenfinsternis

An meine erste Sonnenfinsternis kann ich mich noch gut erinnern. Wir standen auf dem Schulhof, es waren Fernrohre aufgebaut, unter die ein Papierschirm gespannt war. Darauf beobachteten wir das Geschehen, ich sehe noch heute das Bild der verschatteten Sonne vor mir. Um uns zu demonstrieren, wie gefährlich es wäre, direkt durch das Fernrohr zu schauen, zündete sich der Lehrer seine Zigarette in dem Lichtstrahl an, der aus dem Fernrohr kam. „Drei Mal Sonnenfinsternis“ weiterlesen

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Ja, und?

Die SPD will alle Gehälter öffentlich machen. Mal abgesehen davon, dass das ein unverschämter Eingriff in die Privatsphäre von Arbeitnehmern ist, würde es für das angebliche Ziel, die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen (Gender Pay Gap) zu beseitigen, überhaupt nichts bringen. Ich las kürzlich, dass die bereinigte Einkommenslücke nach Berücksichtigung unterschiedlicher Berufe und Qualifikationen noch ca. 7% beträgt, berücksichtigt man zudem noch unterschiedliche Berufserfahrungen und Unterbrechungszeiten, bleiben noch 2%.
Man kann Ähnliches z.B. hier 
nachlesen.

Das Problem ist also nicht, dass Männer und Frauen unter gleichen Bedingungen unterschiedlich verdienen, da ist die Differenz kaum messbar, sondern, dass die Bedingungen verschieden sind. Da muss man ansetzen. Die Forderung der SPD klingt toll, geht aber an den Problemen vorbei. Eine Veröffentlichungspflicht für Gehälter wird an den Problemen nichts ändern, weil die Differenzen fast komplett „erklärbar“ sind. Ob sie gerecht sind, steht auf einem anderen Blatt. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Ja, und?“ weiterlesen