Das Berater-Problem

An neue Regierungskonstellationen werden neue Erwartungen geknüpft – nicht nur hinsichtlich der Inhalte, sondern auch hinsichtlich der Art, wie Herausforderungen angepackt und Lösungen gefunden werden. Die meisten konkreten Fragen, auf welche die neue Bundesregierung Antworten finden muss, sind heute noch unbekannt.

Umso wichtiger wäre es, sich über die Verfahren der Entscheidungsfindung schon in den Koalitionsgesprächen zu einigen. Dem Umgang der Politik mit der wissenschaftlichen Politikberatung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, ist doch die Ansicht weit verbreitet, dass die Wissenschaft in der Lage wäre, die Probleme richtig zu beschreiben und sogar die besten Vorschläge dafür zu erarbeiten, was politisch und gesellschaftlich zu tun sei, um sie beherrschbar zu machen.

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Das Ende des Engels der Geschichte

Vor einem Monat wurde Italien von einer Art Kunstskandal erschüttert, dessen Empörungswellen auch das deutsche Feuilleton erreichten. Während die Sache in den italienischen Medien offenbar noch nicht ausgestanden ist, hat sich hierzulande die Aufregung wieder gelegt. Genau der richtige Moment, um mit einem gewissen Abstand zu schauen, was eigentlich passiert ist, warum es zu einer solchen Aufregung kam und vor allem – was es über die Möglichkeiten von Kunst in der Gegenwart aussagt.

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Die Möglichkeiten sehen und nicht die Grenzen

Die Zukunft scheint eine Zeit des Verzichts zu sein. Der Klimawandel fordert Verzicht aufs Fliegen und aufs Autofahren. Außerdem sollen wir von Fleisch und am besten auch von Obst und Gemüse absehen, wenn es quer über den Globus transportiert werden muss. Das klingt trostlos, karg und langweilig. Auch Pandemien fordern Verzicht. Wir sollen weniger feiern, uns nicht mehr umarmen und uns nicht mehr ins Gedränge stürzen, nicht im Konzert und auch nicht auf den Rängen des Fußballstadions.

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Alte Software neu denken

Viele individuelle Softwarelösungen in Unternehmen und Verwaltungen werden jahrzehntelang genutzt. Sie erfüllen ihren Zweck, die Nutzer sind mit ihnen vertraut, sie passen optimal zu den Geschäftsprozessen. Auch wenn sie nach einigen Jahren altmodisch wirken und die Benutzerführung sowie das Design nicht mehr den Ansprüchen an moderne Systeme genügen, gibt es für viele Jahre keinen Grund, sie aufwändig durch eine neue Lösung zu ersetzen.

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Wer den Vorschriftenstaat kritisch sieht, wird in seiner Impf-Ablehnung nur bestärkt

Die Impfkampagne ist zum Erliegen gekommen – und glaubt man den bekannten Experten, ist dies viel zu früh geschehen, wenn man eine weitere Infektionswelle der Covid-19-Pandemie im Herbst und Winter verhindern will. Ob das wirklich so ist – schließlich sind die Hochrisikogruppen durch die Impfung längst weitgehend geschützt und eine Überlastung des Gesundheitssystems durch schwere Covid-19-Fälle ist keineswegs zu erwarten –, sei mal dahingestellt. Sicher ist aber: Ein politisches System, das jedes individuelle Leid, jedes tragische Schicksal durch eine schwere Erkrankung verhindern will, erleidet gesellschaftliche Kollateralschäden, die in einer freien und demokratischen Gesellschaft unbedingt vermieden werden müssen.

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Neuseeland, das falsche Vorbild

Wenn es um die Bedingungen der Ausbreitung einer Virusinfektion geht, dann haben Neuseeland und Deutschland nur wenig gemeinsam. So leben in Deutschland zum Beispiel 231 Einwohner auf einem Quadratkilometer, in Neuseeland sind es gerade einmal 17,5. Deutschland hat Landgrenzen zu neun Ländern, und über diese Grenzen kommen täglich 200.000 Berufspendler ins Land, während 300.000 aus Deutschland täglich in eins dieser Länder zur Arbeit pendeln.

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Kinder an die Urnen!

Regelmäßig wird vor Wahlen die Frage nach einer Absenkung des Wahlalters gestellt – befürwortet wird die Idee zumeist von den politischen Parteien, die sich in den jüngeren Altersgruppen eine höhere Unterstützung erhoffen, als sie im Schnitt der Bevölkerung erwarten können.

Aber die Tatsache, dass eine Idee eher von Linken unterstützt und eher von Konservativen abgelehnt wird, heißt ja noch nicht, dass es falsch ist, zu fragen: Mit welcher Begründung lässt sich das Wahlrecht für junge Menschen überhaupt verbieten?

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Deutungen eines Mordes

Es gibt Menschen, die hassen die Welt, wie sie ist. Sie hassen die Gesellschaft, sie hassen alle, die sich irgendwie an die Regeln dieser Gesellschaft halten, sie hassen vermutlich sich selbst dafür, dass sie selbst sich auch zumeist nach diesen Regeln richten. Ihren Hass nähren sie an allem, was sich in der Mehrheitsgesellschaft als Konsens etabliert oder sich zumindest in der Öffentlichkeit als Konsens durchzusetzen beginnt. Das kann die gendergerechte Sprache ebenso sein wie die Ehe für alle oder die Impfung gegen das Corona-Virus, aktuell die Corona-Maßnahmen überhaupt. Vom Kritiker unterscheidet sich der, der die Welt hasst, dadurch, dass er keine Argumente für seine Ablehnung hat, er lehnt all das ab, weil es in der Öffentlichkeit der Gesellschaft als gut und wünschenswert gilt, er ist Antisemit ebenso wie Feind der Geschlechtergerechtigkeit, er ist Impfgegner ebenso, wie er die demokratischen Institutionen und die Corona-Maßnahmen ablehnt, der Genderstern regt ihn ebenso auf wie ein schwules Paar, das sich auf der Straße küsst.

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