Dem Frieden die Freiheit

Mein erstes Gedicht schrieb ich im Herbst 1973, nach dem Militärputsch in Chile (und gerade fällt mir auf, dass der Putsch an einem 11. September stattgefunden hat – das hatte ich vergessen). Es ging so:

Kennt ihr noch den Tag?

Kennt ihr noch den Tag,
als die Junta das Volk Chiles stürzte?

Kennt ihr noch den Tag,
als der Präsident ermordet wurde?

Kennt ihr noch den Tag,
als der Dichter Pablo Neruda starb?

Ja, wir kennen noch den Tag!
Und deshalb: Solidarität!
Venceremos!

Was die Strophe mit dem Präsidenten betrifft, bin ich nicht mehr ganz sicher, weil in meiner Erinnerung da auch noch „Unidat Popular“ auftauchte, aber der Rest ist in meiner Erinnerung noch richtig erhalten.

In den 1970er Jahren gab es im Radio zur Weihnachtszeit immer so genannte Solidaritätskonzerte im Radio, die hießen „Dem Frieden die Freiheit“. Zur Vorbereitung fuhren Rundfunkleute durchs Land, die aufnahmen, mit wem sich welcher Betrieb und welche Schulklasse auf welche Weise solidarisierte. 1973 wurde da auch mein Gedicht eingesammelt und es soll wohl auch im Radio vorgetragen worden sein. Aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern – und ich vermute, wenn ich es im Radio gehört hätte, dann wüsste ich das noch.

Vorheriges Erinnerungsfragment: Lokalzeitung und Singebewegung

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