Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Unternehmen und Konzerne – eine Unterscheidung

Sowohl von den Freunden als auch von den Feinden der freien Wirtschaft wird immer wieder der gleich Fehler gemacht: Es wird nicht genug differenziert zwischen den unterschiedlichen Formen des Wirtschaftens. Häufig wird alles wirtschaftliche Handeln, das nicht staatlich ist, als „freie Wirtschaft“ bezeichnet, und es wird behauptet, all die nicht staatlichen Unternehmen bräuchten und wollten den „freien Markt“.

Aber das ist ein schwerer Fehler. Man muss die bürokratischen Großkonzerne, in denen der Besitz und die unternehmerische Verantwortung zumeist nichts miteinander zu tun haben, von den freien Wirtschaftsunternehmen unterscheiden, in denen Unternehmerpersönlichkeiten auf eigenes Risiko selbst die Geschicke ihres eigenen Unternehmens in den Händen haben. Man sollte diese beiden Formen des Wirtschaftens klar voneinander trennen, deshalb nenne ich die ersten konsequent Konzerne, nur letztere bezeichne ich als Unternehmen. Unternehmen und Konzerne – eine Unterscheidung weiterlesen

Unfug Mietpreisbremse

Wenn es für bestimmte Einkommensgruppen keinen erschwinglichen Wohnraum gibt, dann ist eine „Mietpreisbremse“ sicherlich kein vernünftiges Mittel, den Missstand zu beenden – zumal, wenn das Regelwerk ein unübersichtliches bürokratisches Monster ist.

Vielmehr muss man doch fragen, warum es auf dem Markt kein Angebot an preiswertem Wohnraum gibt? Ob man freund oder Gegner der Marktwirtschaft ist, darüber besteht weitgehend Einigkeit: Wo eine Nachfrage ist, wächst auch ein Angebot. Das gilt auch für das untere Preissegment, sonst gäb es keine Discounter, keine Generika-Medikamente und keine No-Name-Produkte. Unfug Mietpreisbremse weiterlesen

Quote für Hosenanzüge

Frauen sollen ins Management: Ich bin dafür. Das Leben ist angenehmer, wenn in den Meetings nicht nur graue Anzugträger sondern auch bunte Kostümträgerinnen sitzen. In Telefonkonferenzen könnte man die Stimmen auch besser unterscheiden.

Viel mehr Nutzen wird die Quoten-Regel, die jetzt wieder einmal heiß durch die relevanten Ministerinnen und Manager diskutiert wird, nicht bringen. Sie wird überhaupt kein einziges Problem lösen. Das ergibt sich schon daraus, dass die Probleme, die gelöst werden sollten, noch nicht einmal wirklich benannt worden sind.

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Ein Windrad ist nicht demokratisch

Windräder und Solaranlagen prägen immer mehr das alltägliche Bild unserer Landschaft. Sie zeugen von einer Umwälzung der Grundlagen unserer Gesellschaft, die vielleicht tiefgreifender ist, als wir es momentan glauben wollen. Dezentraler wird die Stromerzeugung vielleicht, auch umweltschonender und komplexer. Verwunderlich ist, dass man immer wieder einmal lesen kann, sie würde auch demokratischer werden, es würde zu einer „demokratischen Produktionsstruktur“ kommen.

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Hartmut Mehdorn und der Erfolg

Hartmut Mehdorn fühlt sich schlecht behandelt: Obwohl er für 2008 das beste Ergebnis in der Geschichte der Bahn verkünden konnte, musste er in dieser Woche seinen Rückzug als Chef des Unternehmens erklären. Nie zuvor hat die Bahn so viel Umsatz erwirtschaftet, nie einen größeren Gewinn erzielt als 2008. War Mehdorn damit nicht ein erfolgreicher Manager?

Dass man erfolgreich sein kann und trotzdem für Dinge verantwortlich ist, die es erforderlich machen, einen Posten herzugeben, soll hier nicht interessieren. Denn es steht schon in Frage, ob der Mann, der die Bahn 10 Jahre lang führte, überhaupt berechtigt ist, von Erfolg zu reden. Hartmut Mehdorn und der Erfolg weiterlesen

Für ein Ende des Managerkapitalismus

Wer in diesen ersten zwei Wochen des Jahres mit der Bahn gefahren ist, musste wahrscheinlich ein hohes Maß an Toleranzbereitschaft aufbringen. Stellwerksschäden, eingefrorene Weichen, Zugausfälle wegen defekter Bremsen oder wegen verspäteter Bereitstellung aus dem Bahnbetriebswerk, kaputte oder nicht regelbare Heizungen, ganze Waggons verschlossen, weil Heizung und Lüftung komplett ausgefallen sind, das sind die paar Probleme, die ich während meiner bisher gerade 5 Zugfahrten im Fernverkehr der Bahn erlebt habe.

 

Es ist Winter, und der Winter macht unübersehbar, was man als Bahnfahrer auch im Sommer schon spürt: Das Material und die Infrastruktur des Schienen-Monopolisten einer der führenden Industrienationen ist marode, man fährt auf Verschleiß, man hat keine Reserven und keinen Ersatz. Für ein Ende des Managerkapitalismus weiterlesen

Konjunkturpaket zum Fest?

Schon die Bildsprache der Politiker ist erstaunlich Pakete sollen „geschnürt“ werden, die die Wirtschaft „ankurbeln“. Schwer vorstellbar, so ein gut verschnürtes Paket, mit dem man dann etwas ankurbelt, fraglich auch, warum das Schnüren beim Kurbeln hilfreich sein soll.

Dem „Schnüren“ und dem „Ankurbeln“ ist eigentlich nur das kraftvolle Zupacken gemeinsam, und das ist es wohl auch, was blumig redende Politiker zu diesen Metaphern greifen lässt. Davon abgesehen ist das Pakete-Schnüren eine ziemlich fragwürdige Sache, schließlich zieht man die Bänder um die Verpackungen vor allem deshalb straff, damit es schwer sei, an die einzenen Inhalte heranzukommen, oder man bindet auffällige Schleifen um über den nicht ganz so wertvollen Inhalt hinwegsehen zu lassen, um deutlich zu machen, dass das, was da verschenkt wird, vor allem von Herzen kommt, auch wenn der Gebrauchswert vielleicht nicht ganz so gewaltig ist. Konjunkturpaket zum Fest? weiterlesen

Wann schrumpft die Mittelschicht? Eine einfache Rechnung

In den Medien wird wieder einmal ein sorgenvolles Zukunftsbild gemalt: Die Mittelschicht schrumpft! Aber was bedeutet das überhaupt? Und wie wirkt sich das aus?

Ich habe einmal Ein Excel-Schema aufgemacht und verschiedene Szenarien durchgespielt, um das Problem transparent zu machen. Meine Beispiel-Gesellschaft besteht nur aus 10 Menschen, die im Jahr 2000 folgende Einkommen haben: Anton 10.000 €, Berta 15.000 €, Carl 20.000 €, Doris 25.000 €, Emil 30.000 €, Fritz 35.000 €, Gabi 40.000 €, Hanna 45.000 €, Igor 50.000 €, Johanna 55.000 €.
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Haben die Banken „Geld verbrannt“?

Nach dem großen Knall der Internetblase Anfang des Jahrzehnts prägte jemand den Spruch: „Tröstet euch, das Geld ist nicht wirklich weg. Es gehört jetzt nur jemandem anders.“

Heute, in der Zeit der „größten Finanzkrise“, ist es ganz ähnlich.

Es ist zwar ein ziemlich komplexes Gewirr, wer da wem wofür Geld geborgt hat und wer nun wieviel davon verloren hat, aber letztlich ist es doch ganz einfach, und in dieser vereinfachten Form sollte man es auch einmal betrachten.
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Heinrich Kieber und die LGT

Die Liechtensteinische Bank LGT hat bekannt gegeben, dass der Mann, der 2002 die Daten gestohlen hat, die jetzt in Deutschland zu umfangreichen Ermittlungen der Steuerfahndung geführt haben, Heinrich Kieber heißt, sie hat auch weitere Details zur Person, zum vermutlichen Tathergang und Vorfällen zwischen 2002 und heute bekannt gegeben. Das Licht, was dadurch auf die Bank fällt, ist alles andere als positiv.

Kieber hatte bereits im Januar 2003 versucht, das Liechtensteinische Fürstenhaus zu erpressen. Heinrich Kieber und die LGT weiterlesen