Archiv der Kategorie: Web20

Keine Angst vor Second Life

Vor rund zehn Jahren, im Herbst 2002, wurde die Beta-Version von„Second Life“ veröffentlicht, rund fünf Jahre später war das System, das seinen Benutzern ermöglicht, in einer virtuellen Welt per Avatar zu handeln und zu interagieren, auf einem Höhepunkt angekommen. Ausgelöst durch das schnelle Wachstum der Zahl der angemeldeten Benutzer, war „Second Life“ plötzlich zum Gegenstand der Medien geworden. Psychologen, Pädagogen, Soziologen, Ökonomen und Kriminologen analysierten, diskutierten und kritisierten das neue Phänomen und warnten – wenig überraschend – vor den Folgen seiner Ausbreitung. Neue Formen der Abhängigkeit und Sucht sah man entstehen, ungeahnte Realitätsflucht der „Bewohner“ wurde beschworen und natürlich auch vor der unkontrollierbaren Ausbreitung von Pornografie und Gewaltverherrlichung gewarnt.

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Von Siedlern und Ureinwohnern

Es ist eine amüsante Diskussion über die Frage entbrannt, wer die wahren Eingeborenen der digitalen Welt sind. Sind es die nach 1980 oder 1990 geborenen, die in ihrem Alltag ganz selbstverständlich mit Smartphone, Google und Wikipedia agieren? Oder sind es nicht eher diejenigen, die zuerst Mails versendet, Diskussionsforen aufgebaut, soziale Netzwerke im Internet geknüpft, gebloggt und Wikipedia-Artikel geschrieben haben, und deren Alltag eher darin besteht, immer neue Dienste aufzubauen?

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Wächst Twitter wirklich?

Vom Wachsum der Kurznachrichten-Gemeinschaft Twitter ist immer wieder die Rede. Wachstum kann man hier wenigstens auf drei verschiedene Weisen interpretieren:

1. Die Zahl der angemeldeten Benutzer wächst.
2. Die Zahl der Zugriffe auf die Webseite wächst.
3. Die Aktivität der Benutzer nimmt zu.

Dass die Zahl der angemeldeten Benutzer wächst, ist nicht überraschend, da kaum jemand sich von einem sozialen Netzwerk wieder abmeldet, der es nicht mehr nutzt, sagt die Zahl der Accounts wenig über die tatsächliche Größe des Netzwerks aus.

Die Zahl der Zugriffe auf eine Seite wächst natürlich mit der Berichterstattung in den Medien, und hier gibt es derzeit tatsächlich einen Boom. Damit geht natürlich auch ein verstärktes Wachstum der Anmelde-Zahlen im Netzwerk einher: Viele wollen Twitter einfach einmal selbst ausprobieren, um sich ein Bild vom Sinn der Sache zu machen – und dazu muss man sich registrieren.

Wie aber sieht es mit der tatsächlichen Aktivität im Netzwerk aus? Wächst Twitter wirklich? weiterlesen

Facebook, Twitter und die Katastrophen

Nachrichten und Fotos über Katastrophen und andere schwerwiegende Ereignisse, die in Sozialen Netzwerken wie Facebook, auf Twitter oder in Blogs veröffentlicht werden, sind oft aktueller als die Webseiten klassischer Medien, von offiziellen Verlautbarungen ganz zu schweigen. Kein Wunder: Wenn irgendwo auf der Welt etwas geschieht, ob ein Flugzeug im Hudson-River notlandet, ein Wald brennt oder ein Amokläufer unterwegs ist, müssen Journalisten erst anreisen, während Menschen mit Internet-Zugang via Mobiltelefon schon vor Ort sind, und immer häufiger ist jemand mit einem Facebook- oder Twitter-Account dabei.

 

Aber sind die Informationen, die auf diese Weise um die Welt geschickt werden, auch zuverlässig? Ist das Internet nicht vor allem eine riesige Gerüchteküche, vollgestopft mit unzuverlässigen Halbwahrheiten? Lea Winerman hat für nature (Band 457, 22. Januar 2009, Seite 376ff, online leider nicht verfügbar) ein Feature über Krisenkommunikation geschrieben. Was sie herausfand, ist erstaunlich. Facebook, Twitter und die Katastrophen weiterlesen

Was ist ein Watch-Blog?

Leute, die ein Watch-Blog betreiben, formulieren meist einen aufklärerischen Anspruch: Sie setzen sich „kritisch mit [einer Tageszeitung auseinander]– mit den kleinen Merkwürdigkeiten und dem großen Schlimmen, mit ihrem Selbstverständnis und ihrer Wirkung auf andere Medien“ oder sie wollen „Kampagnen … entlarven und somit die Ziele … konterkarrieren.„. Sie versprechen „eine kritische Dokumentation über [eine rechtsextreme Partei] und deren Umfeld“ oder sie „wollen Klischees geraderücken, Vorurteile entkräften, Irrtümer richtigstellen und beliebte Dauerbrenner entschärfen„.

Lösen Watchblogs ihr Versprechen ein, werden sie ihren Ansprüchen gerecht? Warum gelingt ihnen das, und warum versagen sie?
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Hat Second Life seine Zukunft schon hinter sich?

Einen interessanten Erfahrungsbericht las ich soeben über Second Life. Vor allem die Diskussion danach macht stutzig: Kaum jemand kann mit Second Life so richtig etwas anfangen, keiner kann den Rummel wirklich verstehen. Interessant auch, dass diese Virtuelle Welt scheinbar nicht auf zukünftige Möglichkeiten der Kommunikation sondern auf längst vergangenes oder wenigstens angestaubtes Mobilar aus dem wirklichen Leben zurückgreift. Und da wundert sich noch einer, dass Unternehmen in dieser Welt zurückhaltend sind!

Internetnutzung in Führungspositionen

Die Bemerkung von Gloß, er habe seine Leute, die das Internet bedienen könnten, wird in verschiedenen Blogs diskutiert. Tatsächlich ist es ein Massenphänomen, dass Leute in Führungspositionen das Internet nicht selbst nutzen und sich kaum darin auskennen. Die 80jährige zum Maßstab zu nehmen, trifft aber nicht den Punkt. Um das Internet wirklich nutzen zu können, muss man entweder viel Zeit haben oder seinen Arbeitstag vor dem Computer verbringen. Politiker, Konzernchefs, Professoren u.ä. tun das nicht: Sie sind unterwegs, sitzen in Sitzungen, halten Reden u.ä. Da haben sie kaum eine Chance.

Wohin das dann führt? Warten wir es ab. Besser jedenfalls, man hat dafür schon heute seine Leute als dass man’s ganz ignoriert.

Kaum Unternehmen bei Second Life?

Unternehmensaktivitäten enttäuschen lese ich gerade über Second Life. Enttäuscht sein kann aber nur, wer mehr erwartet. Wer bei Second life als Unternehmen der wirklichen Welt aktiv wird, tut dies im Moment vor allem, um nichts zu verpassen. Da wird natürlich vorsichtig agiert. Niemand will sich lächerlich machen und seinen Ruf im wirklichen Leben aufs Spiel setzen.

Enttäuschend ist das nur für Leute, die virtuellen Spaß und realen Ernst nicht auseinander halten wollen oder können.

Karl Popper und das Internet

In seinem sozialphilosophischen Hauptwerk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ bestreitet Popper grundsätzlich die Möglichkeit von Vorhersagen der gesellschaftlichen Entwicklung. Und doch scheint es, als ob er in eben diesem ca. 1940 geschriebenen Buch den Gegenbeweis antritt:

Eine offene Gesellschaft kann sich almählich in eine sogenannte „abstrakte Gesellschaft“ verwandeln, wie ich sie einmal nennen möchte. … Wir erklären es mit Hilfe einer Übertreibung: Man kann sich eine Gesellschaft vorstellen, in der sich die Menschen praktisch niemals von Angesicht zu Angesicht sehen, in der alle Geschäfte von isolierten Individuen ausgeführt werden, die sich durch maschinengeschriebene Briefe oder durch Telegramme verständigen…

(Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, 8. Auflage 2003, Seite 208

Die abstrakte Gesellschaft, die Popper hier beschreibt ist nichts anderes als die gegenwärtige Entwicklung des Internet zu Web 2.0.

Ein paar Tipps zum Thema (aus den letzten 60 min)
Soziale Netzwerke ungebremst im Trend
Spreeblick: Per Anhalter durchs Web 2.0
Nachrichtenagenturen setzen auf blogger
Geschäftsmodelle des Web 2.0
… und natürlich Second Life