Archiv der Kategorie: Privates

Stephen Wolfram und ich

Als ich den Namen Stephen Wolfram zum ersten Mal hörte, war ich 24jähriger Meteorologie-Student und auf der Suche nach einem spannenden Thema für meine Diplomarbeit. Ich fand es in Wolframs spannender Idee, komplexe Phänomene der Realität mit einfachsten mathematischen Modellen zu beschreiben. Ein paar Jahre zuvor, 1984, hatte Wolfram in der Zeitschrift „Physica D“ seinen Aufsatz „Universality and Complexity in Cellular Automata“ veröffentlicht. In meiner Diplomarbeit griff ich den Ansatz auf, um die Entstehung regelmäßiger und komplexer konvektiver Wolkenstrukturen als kooperatives Phänomen von „Luftblasen“ zu beschreiben. Stephen Wolfram und ich weiterlesen

Twitter-Nutzer-Zahlen: Die Ergebnisse

Die deutsche Twitteria ist kein Dorf mehr, aber eine sehr überschaubare Kleinstadt. Twitterland wird von maximal 12.000 Menschen bevölkert.

Neugierig gemacht hatte mich vor einigen Tagen die Angabe eines „Twitter-Fachmanns„, dass es rund 50.000 Twitterer in Deutschland gäbe. Das passte irgendwie nicht zu meinem eigenen Empfinden, ich hatte die Zahl immer viel niedriger, maximal auf 10.000 geschätzt. Twitter-Nutzer-Zahlen: Die Ergebnisse weiterlesen

Wieviele Twitterer gibt es wirklich?

Keiner weiß es genau, aber irgendwie will jeder, der twittert, es gern wissen. Wenn man ein paar statistische Annahmen trifft und ein bisschen Statistik kann, kann man allerdings ziemlich schnell zu einer plausiblen Zahl kommen.

Der Trick ist einfach: Wenn ich aus einer Grundgesamtheit zwei Stichproben ziehe und die Menge der Elemente zähle, die in beiden Stichproben enthalten sind, dann wird im statistischen Mittel die Zahl der Elemente der Grundgesamtheit sich wie folgt ergeben:

Menge_Gesamt = Menge_Stichprobe_1 * Menge_Stichprobe_2  / Menge_Stichprobe_Beide

Dabei gehe ich davon aus, dass die beiden Stichproben zufällig und ganz unabhängig voneinander sind und dass die Gesamtmenge, aus der die Stichprobe gezogen wird, abgeschlossen ist. Wieviele Twitterer gibt es wirklich? weiterlesen

Was ich diese Woche las

Der Fragezeichner stellte eine interessante Frage zur lebenslangen Veränderung des Geschmacks, die ich mir auch schon oft gestellt habe, auf die ich aber auch keine Antwort weiß.

Miriam Meckel schrieb über die Zukunft der internationalen Berichterstattung, leider ist die Diskussion in ihrem Blog immer sehr emotional, menschelnd und persönlich, sodass es kaum möglich ist, Argumente zu verfolgen und abzuwägen. 

Auf Wilsons Island passiert endlich wieder etwas mehr, da gibt es zum Beispiel interessante Überlegungen zur Zukunft des Autofahrens. Hoffentlich schreibt Aki Arik nach längerer Zurückhaltung nun wieder mehr.

Eben im e-Mail Posteingang

Ich habe eigentlich einen guten Spam-Filter, den Registrierungscode einer Programm-Erweiterung, den ich für 5 € bestellt hatte, musste ich gerade heute vormittag aufwändig aus dem virtuellen Mülleimer fischen. Aber die folgende Mail kam soeben doch durch – und die ist so schön, die muss ich hier einfach mal zeigen:

Betreff: Gesellschaft offnet 2 basierte Hauspositionen 20000-25000 EUR Eben im e-Mail Posteingang weiterlesen

Ein Experiment: Blog Merchandizing

Vor einigen Tagen habe ich hier einige Überlegungen zur Blog-Ökonomie dargestellt. Die Frage, die auch in der Diskussion gestellt wurde, war, ob es Alternativen zur Werbung bibt, wenn man die Kosten für seinen Blog durch Einnahmen ausgleichen möchte.

Eine solche Idee ist das Verkaufen von Merchandizing-Artikeln, man könnte auch von Fan-Artikeln sprechen. Manche Blogs haben dafür sicherlich ein geeignetes Profil, und auch wenn dieses nicht unbedingt dazugehört, will ich nun ein kleines Experiment starten. Ein Experiment: Blog Merchandizing weiterlesen

Was ist’s?

Die Prosa kurz ist manchesmal
Und Lyrik wird mir lang.
Du Autor nur triffst deine Wahl
ganz selten ist dir bang,

Beschreibst die Landschaft blütenreich,
in kurzen knappen Sätzen.
Lässt röhren auch den Hirsch am Teich!
Gelehrte das nicht schätzen.

Sie schreien „ist das ein Gedicht?
Ist Kitsch das, ist es ernst?“
Sie sitzen lang noch zu Gericht
Wann du dich leis entfernst.

So, und damit ist die Weihnachtspause beendet. Ab morgen wird es hier wieder ernst, unprosaisch und unlyrisch.

Blatt im Herbst

Am langen Zweig hat es noch Halt,
Doch schon verliert es seinen Glanz,
Und bald vergeht das Leuchten ganz,
Es krümmt sich so, als wär ihm kalt.

Nun löst es sich und fällt ein Stück.
Doch plötzlich dreht es sich zur Seite
Und wendet sich einmal zurück,
Dann treibt es endlich in die Weite.

Ein wenig schwankt’s bei diesem Spiel
Es taumelt, torkelt immer wieder,
Schießt Purzelbäume, zittert viel,
Sinkt schließlich doch zum Boden nieder.

Nun liegt es still auf andrem Laub,
Und spröde wird es, trocknet aus,
Die Adern treten hart heraus,
Und dann zerfällt es, wird zu Staub.

Februartag

Die Farben meiner Bilder sind verblichen
Von Staub bedeckt, vom Rauch des Ofens matt.
Das Leuchten ist dem stumpfen Grau gewichen,
Das sich auf alles legt, was nur Geschichte hat.

Ich löse das Papier aus seinem Rahmen
Und trenne Leinwand vom gespannten Holz.
Noch schneller, als die Eitelkeiten kamen
Frisst jetzt das Feuer den vergangnen Stolz.

Öl tropft zu Boden, mürbe Asche fällt.
Rauch schwärzt die weißen Flecken an der Wand
Und treibt mir Tränen über das Gesicht.

Ich reiß den Stoff weg, der den Blick verstellt
Auf kalten Nebel über blassem Land
Durchs Fenster scheint ein schwaches, fernes Licht.