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Bei ScienceBlogs

„Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“ – dieser Liedtitel von Wolf Biermann, längst zum geflügelten Wort für alle Lebenslagen geworden, gilt auch für Blogger.

Dieses Blog, das ich seit ein paar Jahren betreibe, hat gegenwärtig täglich 100-200 Leser, manche Artikel werden von einigen hundert Menschen gelesen. Das ist ganz schön, aber verbesserungswürdig. Ich habe mich deshalb mit der Frage beschäftigt, ob Einzelblogs wie meines, zumal, wenn sie sich nicht an ein breites Publikum wenden, wenn sie recht lange und vielleicht auch hin und wieder nich sofort verständliche Texte enthalten, das richtige Format sind. Bei ScienceBlogs weiterlesen

Der Klima-Streit

Immer, wenn ein Kampf um der Wahrheit und der Menschheit willen geführt wird, bleiben Wahrhaftigkeit und Menschlichkeit schnell auf der Strecke. Jetzt geht’s um das Klima und (wieder einmal) um unser aller Zukunft. Da kommt es schnell zur Eskalation.

In der FAZ wird zurzeit die x-te Runde einer Debatte ausgetragen, die viele Menschen schon deshalb verunsichert, weil sie von den Argumenten der verschiedenen Seiten wenig, von den ausgemalten Konsequenzen für das eigene Leben aber viel verstehen. Es geht um den Klimawandel und die Konsquenzen für das Weiterleben der Menschen. Warum tobt darüber so ein Streit?

Die Wissenschaft weiß nichts.

Jede wissenschaftliche Aussage ist eine Hypothese, die nie bewiesen, aber vielleicht widerlegt werden kann. In den einfachen Fällen der Physik kann eine Widerlegung durch das Experiment erfolgen – das ist in der Meteorologie und der Klimatologie nicht möglich, deshalb können wissenschaftliche Aussagen hier weder bewiesen noch widerlegt werden. Wir können die Richtigkeit von Klima-Prognosen nicht im Labor bestätigen, und ihre Fehlerhaftigkeit können wir auch nicht beweisen.

Beispiel: Anstieg der globalen Mitteltemperatur

Keine Aussage ist sicher, auch wenn sie sich auf Messergebnisse stützt. Das Ozonloch, der Anstieg der mittleren Temperaturen usw. sind alles nur Interpretationen. Diese sind nur möglich, weil der Wissenschaftler schon ein Vorverständnis von dem hat, was er messen will. Schon, indem er eine „globale Temperatur” definiert, interpretiert er. Man kann aber auch immer anders messen, und erst recht anders interpretieren.

Wie misst man z.B. die „globale mittlere Temperatur“, wie verfolgt man ihre Entwicklung in den letzten Jahrzehnten? Die Diagramme der Klimaforscher täuschen eine Genauigkeit vor, die sie nicht haben. Nirgens hängt ein Thermometer, welches diese Temperatur anzeigt. Im Gegenteil: Vor 150 Jahren, wo die meisten Darstellungen einsetzen, gab es wenige Orte auf der Welt, an denen das Wetter beobachtet und kontrolliert wurde. In schlecht zugänglichen Gegenden, an den Polen, in den Hochgebirgen, gab es gar keine Messungen.

Dort aber, wo schon im 19. Jahrhundert gemessen wurde, hat sich die kleinräumige Umgebung in dieser Zeit dramatisch gewandelt. Städte entstanden und Straßen, natürliche Biotope mussten künstlichen Strukturen weichen. Das führt zu lokalem Anstieg der Temperaturen, ohne dass sich das globale Klima ändert. Aus diesem Grunde wurden in den USA kürzlich solche Messreihen auch nach unten korrigiert.

Wissenschaftler werden Agitatoren

Die Menschen wollen aber keine Interpretationen und Hypothesen, sie wollen Sicherheit und Fakten – und wenn es die Sicherheit des eigenen Untergangs ist. Wissenschaftler, die öffentlich gehört werden wollen, präsentieren deshalb Hypothesen und Interpretationen als sichere Fakten. Viele von ihnen glauben selbst daran. Sie scheren sich nicht um die Irrtümer ihrer Vorgänger, sie sind von der Richtigkeit ihrer eigenen Theorien überzeugt – bis sie widerlegt werden.
Deshalb hat jeder Bürger ein Recht auf Skepsis – vielleicht sogar die Pflicht zur skeptischen Kritik. Wissenschaftlern, die Skepsis ablehnen, ist mehr zu misstrauen als Menschen, die ihrer Skepsis deutlich Ausdruck geben auch wenn sie keine wissenschaftliche Begründung haben.

Man kann wissenschaftliche Anmaßung nicht immer mit wissenschaftlichen Methoden bekämpfen. Dazu gehört, auf Ähnlichkeiten in vergangenen Diskussionen hinzuweisen.
Im Moment gehört Mut dazu, an einem menschgemachten Klimawandel zu zweifeln. Aber wenn Wissenschaftler zu Agitatoren werden, erheben sie ihre Theorien zu Dogmen – das hat bisher immer geschadet und nie zur Lösung der Probleme beigetragen.

Man kann am Klimawandel zweifeln und erst recht an den Horrorszenarien und trotzdem für umweltschonendes Verhalten des Menschen sein. Solche Szenarien hat es nämlich schon oft gegeben, aber Menschen mit kritischem Verstand und gesundem Optimismus haben bisher immer eine Lösung gefunden. So wird es auch dieses Mal sein.

Wie Meinungsfreiheit bekämpft wird

Hier geht es nicht um merkwürdige Ratesendungen und die Frage, wie man seine Meinung dazu äußern darf. es geht um die Frage, wie Konsumenten mit zwielichtigen Angeboten in den Zeiten des Internet umgehen können.

Früher hat man sich im privaten Umfeld darüber unterhalten, dass man dieses oder jenes Angebot eines Dienstleisters für nicht seriös hält, und man hat einem Freund mal einen Rat gegeben, sich z.B. auf Hütchenspieler nicht einzulassen. Das konnte dem Anbieter egal sein, so lange die kritischen Stimmen nicht viele Leute erreichten.

Plötzlich aber gibt es da das Internet und die Möglichkeit, in Foren, Blogs u.ä. tendenziell beliebig viele Menschen mit seiner Warnung zu erreichen. Das kann den Hütchenspielern und ihren großen Brüdern dann nicht mehr egal sein.

Was tut man da am besten, wenn man weiterhin ungestört naive Bürger um ihr Geld bringen will? Man sucht sich einen populären Blogger, der mal kritisch über Geschäftspraktiken geschrieben hat, die ihm merkwürdig vorkamen, und überzieht ihn mit Abmahnungen über jeden Satz, der in einem der Kommentare auf seiner Seite gestanden hat und deren rechtliche Sicherheit nicht völlig klar ist. Der Effekt bei der aktuellen Vernetzung der Blogs und Foren ist ideal. Jeder Blogger setzt nun seine eigene Schere im Kopf an. Er fragt, sich, ob ihm die freie Äußerung seiner Meinung 1.000 € wert ist. Die wenigsten können diese Frage aus rein praktischen Überlegungen heraus mit „Ja“ beantworten.

Vielleicht geht der Kampf um die Meinungsfreiheit in der ersten Runde noch verloren. Richter verstehen nichts vom Internet, vielleicht sind auch ihnen diese Blogger und die anderen Internet-Schreiber suspekt. Aber die Zeiten werden sich ändern, darauf sollten sich alle, die bisher unbedarfte Kunden über den Tisch gezogen haben, gefasst machen.

Dafür ist aber nicht nur notwendig, dass die jetzt angegriffenen populären Blogger durchhalten. Dafür ist vor allem notwendig, dass Blogger erkennen, dass sie Einfluss haben können, und dass sie diesen Einfluss verantwortungsvoll nutzen müssen, damit die Gesellschaft eine offene bleibt.

Kommentare bitte hier.

http://DuBerichtest.de/einzelgeschichte.php?id=150&art=geschichte

Meinungs- oder Pressefreiheit?

Stephan Holthoff-Pförtner von der WAZ hat die Bloggerszene gestern gegen sich aufgebracht, als er sagte, Blogger würden nicht den Schutz von Artikel 5 des Grundgesetzes genießen. Wie zu veruten war, präzisierte er heute, dass dies natürlich nur für die Presse- und nicht für die Meinungsfreiheit gälte.

Jenseits der Frage nach der unbedacht-dumm-arroganten Äußerung von Herrn Holthoff-Pförtner muss eine Frage geklärt werden:

Die Frage ist, worin der besondere Schutz der Pressefreiheit gegenüber der Meinungsfreiheit konkret besteht.

Ich vermute, hier geht es darum, dass derjenige, der als Teil der Presse Informationen erhebt, in dieser Tätigkeit geschützt wird. Wenn z.B. ein Fotograf in Rostock zwischen den Polizisten und dem Schwarzen Block steht und Fotos macht, wird die Polizei heute einen Unterschied machen ob der Mann von der Presse ist oder nicht. Wenn einem Politiker eine Frage gestellt wird, wird er bei einem Journalisten eine andere Verpflichtung zur Antort haben als bei einem anderen Bürger.

Der Unterschied der Freiheit der Presse zu der der Meinung liegt also nicht in der Äußerung und Verbreitung sondern in der Erhebung der Informationen.

Bürger-Journalisten und Blogger haben Informationen, wenn sie keine ausgewiesenen Journalisten sind, meistens nur aus zweiter Hand. Sie sind deshalb heute auf Journalisten angewiesen. Dies gilt aber, Heiligendamm und Rostock zeigen das, immer weniger. Die Digitalkamera des Zuschauers reicht immer häufiger aus, und sie ist meist auch in ausreichender Zahl verfügbar.

Andererseits: Die Informationen der Journalisten sind so schnell beim Blogger, dass er sich auch darauf stützen kann. Durch die Vielfalt der Nachrichten kann er sie auch prüfen und bewerten. Er braucht den Schutz der Pressefreiheit also gar nicht.

Blogger sollten nicht darüber nachdenken, ob sie die besseren Journalisten sein wollen. jeder sollte seinen Weg, die Meinungsfreiheit zu nutzen, suchen und ausbauen. Das wird reichen.

Interviews in der Anforderungsanalyse, Letzter Teil

Interviewdokumentation
Protokoll und Zwischenergebnisse
Wie oben bereits erwähnt ist es nicht üblich, in der Anforderungsanalyse mit Ton-bandprotokollen zu arbeiten, obwohl dies vor allem im explorativen und theoriegene-rierenden Interview sinnvoll sein kann. Umso mehr kommt es auf ein detailliertes, von beiden Partnern bestätigtes Protokoll an. Der Analyst wiederholt dazu zusam-mengefasst die gewonnenen Informationen und notiert diese.
Um den Dokumentationsprozess während des Interviews zu strukturieren und effi-zient zu gestalten empfiehlt sich der Einsatz standardisierter Diagramme. Im explora-tiven Interview kommt vor allem das Kontextdiagramm zum Einsatz, während im systematisierenden Interview Sequenz-, Status-, Objekt- und Datendiagramme erstellt werden. Diese Diagramme können im theoriegenerierenden Interview weiter entwi-ckelt werden, hinzu kommen hier häufig Papierprototypen.
Nachbereitung und Auswertung
Zur Auswertung des Interviews gehört zunächst das Ergänzen und Systematisieren des Protokolls und der erstellten Diagramme. Im Prozess der Auswertung werden die verschiedenen Dokumente (Produktvision und Projektrahmen, Lastenheft, Pflichten-heft) erstellt. Für die Folgeinterviews werden die entsprechenden Leitfäden abgelei-tet.
Wichtig ist, dass die Nachbereitung des Interviews zeitnah erfolgt. Bei der Termin-planung des Interviews muss deshalb die Zeitplanung für die Nachbereitung mit be-rücksichtigt werden. Die in der Nachbereitung erstellten Protokolle und Diagramme müssen vom Experten abgenommen werden, deshalb muss bei der Terminplanung auch dessen Verfügbarkeit nach dem Interview abgefragt werden. Dies ist um so wichtiger, wenn der Experte hier möglicherweise für Rückfragen und Detailklärungen benötigt wird.

Eine Bandscheiben-Geschichte

Auf Operationen folgt häufig eine langwierige Reha-Phase. Ist das immer richtig?

Vor zwei Monaten musste ich mich einer Bandscheiben-Operation unterziehen. Viele, die davon hörten, waren entsetzt. Wochen- bis monatelange Arbeitsunfähigkeit wurde mir prognostiziert.

Was geschah in meinem Falle wirklich? Die Operation fand an einem Freitagnachmittag statt, so dass ich, mit kurzen Unterbrechungen, bis Samstag morgen schlief. Ich stand auf, fand mich schmerzfrei, wusch mich und machte gegen 11:00 Uhr einen Bummel durch den Ort. Am Nachmittag bekam ich Besuch, wir plauschtem im Café am Markt.

Der Sonntag und der Montag verliefen ganz ähnlich, am Dienstag verließ ich das Krankenhaus, am Mittwoch ging ich für ein paar Stunden ins Büro. Ich ließ mir einen Stehtisch aufbauen, auf dem nun mein Notebook und mein Telefon steht, Besprechungen finden im Sitzen statt.

Ein Aufenthalt in der Reha-Klinik kam für mich nicht in Frage. Ich bekam eine physiotherapeuthische Behandlung (dreimal in der Woche) und begann bald mit einem vorsichtigen Stabilisierungs- und Aufbautraining.

Heute (knapp zwei Wochen nach der Operation) bin ich absolut beschwerdefrei. Das einzige, was ich (aus reinen Vernunftsgründen) noch nicht wieder mache, ist Joggen, und auch den Herbstmarathon werde ich ausfallen lassen.

Das Gespräch mit meinem Arzt und diese meine eigene Erfahrung lässt mich vermuten, dass die normale Behandlung nach solchen Operationen oft völlig falsch sein dürfte. Statt zwei Wochen nach der Operation eine dreiwöchige Reha zu machen, in der eifrig täglich (und damit wohl oft zu viel) trainiert wird um dann anschließend gar nichts mehr zu tun, scheint mir ein langfristiges, ganz vorsichtig startendes Aufbautraining viel sinnvoller.

Und das ist natürlich auch noch kostengünstiger.