Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Ja, und?

Die SPD will alle Gehälter öffentlich machen. Mal abgesehen davon, dass das ein unverschämter Eingriff in die Privatsphäre von Arbeitnehmern ist, würde es für das angebliche Ziel, die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen (Gender Pay Gap) zu beseitigen, überhaupt nichts bringen. Ich las kürzlich, dass die bereinigte Einkommenslücke nach Berücksichtigung unterschiedlicher Berufe und Qualifikationen noch ca. 7% beträgt, berücksichtigt man zudem noch unterschiedliche Berufserfahrungen und Unterbrechungszeiten, bleiben noch 2%.
Man kann Ähnliches z.B. hier 
nachlesen.

Das Problem ist also nicht, dass Männer und Frauen unter gleichen Bedingungen unterschiedlich verdienen, da ist die Differenz kaum messbar, sondern, dass die Bedingungen verschieden sind. Da muss man ansetzen. Die Forderung der SPD klingt toll, geht aber an den Problemen vorbei. Eine Veröffentlichungspflicht für Gehälter wird an den Problemen nichts ändern, weil die Differenzen fast komplett „erklärbar“ sind. Ob sie gerecht sind, steht auf einem anderen Blatt.

Mit der Forderung „Gleiche Arbeit? Gleicher Lohn!“ rennt die SPD doch eigentlich in allen politischen Parteien offene Türen ein. Das ist ja auch nahezu umgesetzt.

Die Frage ist: Was ist mit der ungleichen Arbeit?
Warum machen Menschen unterschiedliche Arbeit, die unterschiedlich bezahlt wird?
Warum wird unterschiedliche Arbeit unterschiedlich bezahlt?
Da wird es dann kompliziert, da muss vieles verändert werden, da müssen Menschen stark gemacht werden, damit sie ihre Interessen selbst vertreten können. Da muss man dann aber auch sehen, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Prioritäten haben, was dazu führt, dass die die Rolle hoch bezahlter Arbeit in ihrem Leben unterschiedlich beantworten. Wie gesagt, da wird es kompliziert, und das will die SPD nicht. Sie will einfache Antworten auf schwierige Fragen geben, und den Menschen einreden, sie würde sich darum kümmern. Am Ende schadet sie diesen Menschen, weil sie verhindert, dass diese sich nach ihren eigenen Wünschen um sich selbst kümmern.

Ein Gedanke zu „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Ja, und?“

  1. Die Forderung der SPD klingt toll, geht aber an den Problemen vorbei.

    Sie klingt nicht ‚toll‘, die sich anschließende Forderung der SPD könnte sein: „Gleicher Preis für gleiche Ware!“
    Es besteht nicht nur ein Problem darin, dass kollektivistische Kräfte nach Gleichheit streben [1], sondern gesamtes kollektivistisches Vorhaben falsch bis verbrecherisch ist.

    MFG
    Harry (der hier wieder dieses typische Entgegenkommen Bürgerlicher oder angeblich Bürgerlicher gegenüber linker Forderung festzustellen hat)

    [1]
    Gleichheit oder was damit gemeint ist wäre alleinig über Kommissionen und Räte, diesen folgende Rechtssysteme oder „Rechtssysteme“, auch entsprechende Institutionen meinend, zu implementieren.

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