Unternehmen und Konzerne – eine Unterscheidung

Sowohl von den Freunden als auch von den Feinden der freien Wirtschaft wird immer wieder der gleich Fehler gemacht: Es wird nicht genug differenziert zwischen den unterschiedlichen Formen des Wirtschaftens. Häufig wird alles wirtschaftliche Handeln, das nicht staatlich ist, als „freie Wirtschaft“ bezeichnet, und es wird behauptet, all die nicht staatlichen Unternehmen bräuchten und wollten den „freien Markt“.

Aber das ist ein schwerer Fehler. Man muss die bürokratischen Großkonzerne, in denen der Besitz und die unternehmerische Verantwortung zumeist nichts miteinander zu tun haben, von den freien Wirtschaftsunternehmen unterscheiden, in denen Unternehmerpersönlichkeiten auf eigenes Risiko selbst die Geschicke ihres eigenen Unternehmens in den Händen haben. Man sollte diese beiden Formen des Wirtschaftens klar voneinander trennen, deshalb nenne ich die ersten konsequent Konzerne, nur letztere bezeichne ich als Unternehmen.

Eine Unternehmerpersönlichkeit führt ihr Unternehmen immer als ganzer Mensch, mit seinen Sehnsüchten, seiner Intuition und seinem Gewissen. Sie hat Visionen, sie kennt persönliche Verantwortung, sie stellt sich dem Markt und trägt persönlich das Risiko. Natürlich gibt es auch unter den Unternehmern Bösewichter, aber für die gibt es die unmittelbare persönliche Rechenschaft gegenüber dem Gesetz.

Manager in Konzernen werden von Aktionären damit beauftragt, ökonomische Ziele zu erreichen. Aller Sehnsüchte, Intuitionen und Gewissensfragen stehen unter dem Vorbehalt der ökonomischen Vorgaben durch die Aktionäre. Diese wiederum haben mit dem Konzern auch nur ökonomische Ziele, ihre Sehnsüchte sollen durch den Ertrag des Konzerns zwar finanziert, haben aber mit dem wirtschaftlichen Handeln nichts zu tun.

Der Konzern will keinen wirklich freien Markt, er braucht keine Innovation für die Lösung der Menschheitsprobleme, er kann sich gut im Status Quo erhalten. Strukturell ist er gar nicht fähig, ein Menschheitsproblem zu einer Herausforderung für sich zu machen.

Die Trennung von Moral und Wirtschaft, von gesellschaftlicher Verpflichtung und ökonomischem Handeln, findet im Konzern statt, nicht im Unternehmen. Die Annahme, dass letztlich für alle gut ist, was für die Wirtschaft gut ist, stimmt in einer Unternehmens-Wirtschaft, nicht in einer Konzern-Wirtschaft.

Deshalb sollte gerade liberale Wirtschaftspolitik diesen Unterschied deutlich machen, sollte Unternehmerpersönlichkeiten stärken und Konzerne kritisch begleiten. Das heißt nicht unbedingt, dass Konzerne immer staatlich reguliert werden müssen – im Gegenteil, das macht die Sache noch schlimmer, weil sich dann die Bürokratie des Staates mit der Bürokratie der Konzerne verknüpft.

Unternehmer stärken, durch Entbürokratisierung und durch Förderung eines positiven Unternehmerbildes, sei es der Besitzer eines kleinen Ladens oder die Familienunternehmerin im Großunternehmen, das sollte der Kern liberaler Wirtschaftspolitik sein.

Ein Gedanke zu „Unternehmen und Konzerne – eine Unterscheidung“

  1. Die Annahme, dass letztlich für alle gut ist, was für die Wirtschaft gut ist, stimmt in einer Unternehmens-Wirtschaft, nicht in einer Konzern-Wirtschaft.

    Diese Unterscheidung, sie scheint das Sittliche zu meinen, ist Blödsinn.

    Weder Konzerne noch (kleinere) Unternehmen sind irgendwie freiheitlich eingestellt, sie tragen keine politische Meinung, sondern arrangieren sich mit Herrschaftsformen.

    Dir wird natürlich abgenommen, dass Du selbst freiheitlich oder liberal aufgestellt bist und dementsprechend Angestellte handhabst, es bleibt aber falsch Unternehmen oder Unternehmensverbunden irgendeine politische Meinung zu unterstellen, dafür sind sie schlicht nicht da.


    Insofern gibt es wohl auch auf Europa bezogen eine Handlungsähnlichkeit die zurzeit stattfindende antiselektive Einwanderung betreffend, international handelnde Wirtschaftlichkeit scheint hier Hand in Hand zu gehen mit neomarxistischer politischer Aufstellung.
    Denn ein Bevölkerungsrückgang gefährdet wirtschaftlich vorhandene Werte.
    Ist in diesem Sinne wirtschaftlich und auf die BRD, die sich bekanntlich je Generation auf die indigene Bevölkerung bezogen zweidrittelt, zu kompensieren, wobei Einrichtungen der Wirtschaft, die Bertelsmänner bzw. deren Stiftungen mit ihren „Studien“ sind hier zu nennen, entgegenzuwirken, egal mit welchen politischen Kräften zusammen.

    Harry

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