Feste feiern

In jedem Jahr bricht kurz vor Ostern in Deutschland die Diskussion aus, ob das sogenannte Tanzverbot für den Karfreitag und die anderen sogenannten Stillen Feiertage „noch zeitgemäß“ sei oder nicht besser abgeschafft werden sollte. Es handelt sich dabei um eine gesetzliche Regelung, die außerhalb des deutschsprachigen Raums weitgehend unbekannt ist und die das Vergnügen an den Feiertagen untersagt, die eher der Trauer oder der Besinnung gewidmet sind als der Freude und Ausgelassenheit.

Man kann sicherlich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, das Vergnügen und die Fröhlichkeit, die sich etwa beim Tanzen einstellen, mit den Mitteln des Gesetzes zu verbieten. Aber die Diskussion darum wirft ein bezeichnendes Licht auf den Umgang mit den traditionellen Festen und Feiertagen, der nicht nur in deutschsprachigen Ländern einen Wandel erlebt.

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Schicksalsfrage

Es gibt Wörter, die kommen im Laufe der Zeit aus der Mode. Die Wörter „Schicksal“ und „Bestimmung“ gehören dazu. Sie klingen heute eher wie eine ferne Drohung aus der Vergangenheit, wie aus einem Märchen, das uns früher Angst gemacht hat, und bei dessen Wiederlesen eine Furcht uns noch sachte anweht. Sie haben einen pathetischen Klang, und das macht sie in einer unpathetischen Zeit suspekt.

Andererseits benutzen wir diese Wörter, wenn auch mit einem beiläufigen Unterton, im alltäglichen Gespräch. Wir sprechen von „schicksalhaften Begegnungen“ und „Schicksalsschlägen“, aber auch davon, dass man zu diesem oder jenem „nicht bestimmt“ ist.

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Warum ich keinen Bestseller schreibe

Das ist ein ziemlich persönlicher Text, dem man zu Recht vorwerfen kann, er sei aus gekränkter Eitelkeit geschrieben. Das ist kein Problem. Ich schreibe hier ja für ein sehr kleines Publikum, und selbst wenn ich den Text nachher bei Twitter, Facebook und Google+ verlinke, werden ihn nur ein paar Dutzend Leute sehen, und die werden sagen, na ja so ist er halt, der gekränkte kleine Philosoph Jörg. Warum ich keinen Bestseller schreibe weiterlesen

Wer treibt, was uns treibt?

Die Diskussion über die Wechselwirkungen zwischen den Internettechnologien auf der einen und den Kenntnissen und Handlungsimpulsen der Menschen auf der anderen Seite wird von der These dominiert, dass das Internet unser Denken und Handeln in dramatischer Weise verändern würde. In diesem Bild „entwickeln sich“ die Technologien in rasantem Tempo in eine bestimmte Richtung und die Menschen müssen als Betroffene auf diese Entwicklung reagieren, im Wesentlichen mit Anpassung, in einem kleinen Umfang mit Reflexion oder Reaktion, die einen gewissen steuernden Eingriff in die technische Entwicklung erlaubt. Auch dieser steuernde Eingriff ist jedoch noch vom Bild des selbstständig vorwärts treibenden Fortschritts geprägt, der Mensch treibt nicht den Fortschritt, sondern er ist ein Getriebener, der sich allenfalls ins Ruder werfen und ins Zeug legen kann, um die vorgegebene Richtung ein wenig zu korrigieren.

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