Die politische Entscheidung

In seinem Gastbeitrag versucht Jörg Friedrich vor dem geistesgeschichtlichen Hintergrund der Dezesionismus-Theorie von Carl Schmitt den Prozeß der zeitgenössischen Entscheidungsfindung zu rekonstruieren. Dabei bezieht er sich vor allem auf den jüngst verstorbenen Politikwissenschaftler Michael Th. Greven. Dessen “demokratischer Dezisionismus”, so Friedrich, zeichnet sich dadurch aus, dass “gerade die zentralen politischen Entscheidungen (…) sich niemals vollständig aus bestehenden Normensystemen ableiten” ließen.

Weiterlesen auf wiesaussieht.de

Ist das peinlich!

Wenn eine Person in dezenter Atmosphäre zu laut redet, wenn jemand zu ernstem Anlass mit offenem Hemd erscheint, wenn in die Stille hinein einem Menschen ein lautes, wenn auch natürliches Geräusch entfährt oder wenn jemand Abends an der Bar nach dem dritten Glas Wein anfängt, einer anderen Person indiskrete Komplimente zu machen – jedes Mal ist das Verhalten vor allem eines: peinlich.

Weiterlesen auf Telepolis

Repräsentanten sind gut, Misstrauen ist besser

In jeder Demokratie findet ein Machtkampf statt zwischen denen, die ihre Legitimation durch die demokratischen Verfahren der Wahl und der Konstitution von Regierungsstrukturen gewonnen haben und denen, die ihre jeweiligen Ziele, seien es moralische Ideale, lokale Interessen oder ökonomische Absichten, in die politische Debatte einbringen und zum Gegenstand der öffentlichen Wahrnehmung, die dann auch von den politischen Repräsentanten nicht mehr ignoriert werden kann, machen. Man kann vielleicht sogar sagen, dass die eigentliche politische Dynamik einer mehr oder weniger demokratisch organisierten Gemeinschaft genau aus diesem Spannungsfeld zwischen denen, die in Verfahren ermächtigt wurden, und denen, die sich durch öffentliches Händeln selbst ermächtigen, liegt.

Weiterlesen auf The European

Das Geschwätz von gestern

Wenn unsere Gegenwart Vergangenheit geworden sein wird, dann wird unser heutiger Alltag, der dann weit zurückliegt, kein Geheimnis mehr sein. Das wird einen größeren Unterschied für das Selbstverständnis der Gesellschaft machen als die Geheimnislosigkeit der Gegenwart, die wir jetzt schon erleben. Die Tatsache, dass die Geheimnisse des Alltags heute medial aufgezeichnet werden, das heißt, dass sie in Schrift und Bild tatsächlich auf Dauer gestellt, also buchstäblich festgehalten werden, ist für die Gegenwart noch nahezu unerheblich. Jedes heute in der Zeitung, im Fernsehen oder im Internet verbreitete Wort über die alltäglichen Ereignisse bei diesem und jenem Menschen ist in der Gegenwart nicht mehr als Geschwätz, ein allgemeines Rauschen, wie das Gehörte und Weitererzählte im Dorf, in der Nachbarschaft, am Stammtisch.

Weiterlesen auf The European