Gefangen im Zustimmungsnetz

Die Institutionen unserer Gemeinschaft sind so strukturiert, dass es uns leicht gemacht wird, jemandem zuzustimmen, zu applaudieren, Begeisterung zu zeigen. Zu widersprechen, Ablehnung oder ernste Zweifel kundzutun, ist hingegen oft nicht so einfach möglich. Offensichtlich wird das in den sozialen Netzwerken des Internets, Facebook und Twitter sind Zustimmungsnetzwerke. Mit ihren Buttons für „Gefällt mir“, „Favorisieren“ und „Teilen“ wird mehr oder weniger explizit Zustimmung signalisiert. Aber die Betreiber dieser Netze würden solche Funktionen nicht bereitstellen und gleichzeitig auf „Gefällt mir nicht“, „Ablehnen“ und Ähnliches verzichten, wenn die Benutzer, in einer Welt außerhalb des Internets sozialisiert, es anders haben wollen würden. Die Tatsache, dass die sozialen Netzwerke auf Zustimmung ausgelegt sind, zeigt besonders deutlich, dass nicht das Internet unser Denken und Handeln bestimmt, sondern dass umgekehrt die Internet-Systeme so konzipiert und realisiert werden, dass sie bestens zu unseren – bisher vielleicht nicht so deutlich sichtbaren – sozialen Wünschen passen.

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Keine Angst vor Second Life

Vor rund zehn Jahren, im Herbst 2002, wurde die Beta-Version von„Second Life“ veröffentlicht, rund fünf Jahre später war das System, das seinen Benutzern ermöglicht, in einer virtuellen Welt per Avatar zu handeln und zu interagieren, auf einem Höhepunkt angekommen. Ausgelöst durch das schnelle Wachstum der Zahl der angemeldeten Benutzer, war „Second Life“ plötzlich zum Gegenstand der Medien geworden. Psychologen, Pädagogen, Soziologen, Ökonomen und Kriminologen analysierten, diskutierten und kritisierten das neue Phänomen und warnten – wenig überraschend – vor den Folgen seiner Ausbreitung. Neue Formen der Abhängigkeit und Sucht sah man entstehen, ungeahnte Realitätsflucht der „Bewohner“ wurde beschworen und natürlich auch vor der unkontrollierbaren Ausbreitung von Pornografie und Gewaltverherrlichung gewarnt.

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Medien ohne Funktion

Die jüngsten Auseinandersetzungen um den Spiegel-Artikel zu Marina Weisband zeigen vor allem eines: Es gibt ein schweres Missverständnis über die Rolle des Journalismus in der Gesellschaft.
Marina Weisband, die Piratenvorsitzende der Herzen, hat sich mit einer Mitarbeiterin des „Spiegel“ getroffen. Die beiden haben eine Weile in einem Café zusammengesessen, die Journalistin hat viel gefragt und die Piratin hat viel erzählt. Dann sind beide wieder ihrer Wege gegangen und die Journalistin hat, das ist nicht wirklich überraschend, einen Artikel über das Treffen geschrieben.

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Dem Rauschen lauschen

Auf welche Weise die Ereignisse auf der Straße, die herkömmliche mediale Öffentlichkeit und die politischen Aktivisten – welche sich vor allem in den sozialen Netzen des Internets organisieren – sich gegenseitg beeinflussen, wurde in den vergangenen Tagen durch die Ereignisse rund um ein paar Asylbewerber, die sich am Brandenburger Tor in Berlin versammelt hatten, eindrucksvoll demonstriert.

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