Arbeiter der digitalen Welt

Die Entstehung und Formierung neuer politischer Akteure in einem repräsentativ-demokratischen Gemeinwesen ist notgedrungen ein chaotischer Prozess voller innerer Widersprüche. Das kann man gegenwärtig in Europa am Beispiel der Piratenparteien, insbesondere der deutschen, beobachten this content. Die deutsche Piratenpartei ist vor allem deshalb ein besonders prägnanter Fall, von dem die Piraten anderer Länder möglicherweise einiges lernen konnten, weil es ihr gelang, noch vor der eigentlichen Konstituierung als politischer Akteur großes öffentliches Interesse auf sich zu ziehen und politische Erfolge zu verzeichnen, bevor die Wählenden sich überhaupt über das Potenzial und die mögliche Rolle dieser Partei ein Bild gemacht hatte. Somit findet gegenwärtig die eigentliche Geburt des politischen Subjekts Piratenpartei unter aller Augen statt. Ob dabei ein lebendiger Säugling das Licht der Welt erblickt, ob eine Fehlgeburt zu beklagen sein wird oder ob am Ende grundverschiedene Zwillinge heranwachsen, ist im Moment noch nicht abzusehen.

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Quote für Hosenanzüge

Frauen sollen ins Management: Ich bin dafür. Das Leben ist angenehmer, wenn in den Meetings nicht nur graue Anzugträger sondern auch bunte Kostümträgerinnen sitzen. In Telefonkonferenzen könnte man die Stimmen auch besser unterscheiden.

Viel mehr Nutzen wird die Quoten-Regel, die jetzt wieder einmal heiß durch die relevanten Ministerinnen und Manager diskutiert wird, nicht bringen. Sie wird überhaupt kein einziges Problem lösen. Das ergibt sich schon daraus, dass die Probleme, die gelöst werden sollten, noch nicht einmal wirklich benannt worden sind.

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Willst du mit mir gehen?

Als Kinder schrieben wir Zettel, auf denen Fragen standen wie „Willst du meine Freundin sein?“ Allerdings stellte sich schnell heraus, dass eher diejenigen positive Antworten auf solche Fragen bekamen, die gar nicht erst fragten, sondern handelten. Und woher sollte die Angebetete auch wissen, ob sie es wollte, bevor sie nicht wusste, wie es sich anfühlt? „Ja, ich will“ – ein solcher Satz konnte sich vielleicht auf entfernte Filmstars beziehen, aber doch  nicht auf die konkreten Jungs aus der eigenen Schulklasse. Ohne die praktischen Erfahrungen, in denen wir erfuhren, was eine Annäherung auf uns selbst für eine Wirkung hat, hätten wir nicht herausfinden können, ob wir sie wollten oder nicht.

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Wählen, wo man zu hause ist

In meinem neuen Text auf Telepolis habe ich die Idee von Online-Wahlkreisen mal ein bisschen ausformuliert: „Denkbar wäre, dass die Wahlberechtigten sich rechtzeitig vor der Wahl für die Wahl in einem Online-Wahlkreis registrieren würden prednisone pills. Aus der Zahl der registrierten Online-Wähler wird dann die Zahl der Wahlkreise ermittelt, zunächst als zusätzliche Mandate zu den herkömmlichen Landeslisten. Wenn stabile Zahlen darüber vorliegen, wie viele Menschen sich für einen Internet-Wahlkreis entscheiden würden, könnte die Anzahl der regional orientierten Wahlkreise Stück für Stück reduziert werden.“

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Die neuen Marxisten

Man könnte inzwischen wahrscheinlich Bücherschränke füllen mit Werken zu der Frage, wie das Internet unser Leben, unser Denken, unsere Art zusammenzuleben verändert hat, und die Zahl der Vorträge, die gehalten, der Artikel, die geschrieben werden, um die Veränderungen zu beschreiben, die das Internet ausgelöst oder angestoßen hat, dürfte inzwischen kaum noch zu zählen sein.

Fernsehsendungen erklären uns die Veränderungen und Gefahren, die vom Internet ausgehen und geben uns Tipps, wie wir uns in dieser neuen Welt, die aus dem Internet kommt, schützen können, wie wir den Fallen des Netzes entgehen können, oder wie wir die neuen Möglichkeiten, die das Internet bietet, nutzen können.

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Regeln muss man brechen können?

Es gibt Worte, die werden in der großen Politik ebenso oft verwendet wie im Alltag. Aber bedeuten sie auch dasselbe? Ist ihre Verwendung, aus der Welt der Mächtigen geborgt, im Alltag vielleicht nur eine leere Phrase, hoch tönend aber nicht hilfreich?

Souveränität ist so ein Wort check over here. Staaten treffen souveräne Entscheidungen oder fühlen sich durch andere Staaten in ihrer Souveränität verletzt. Die europäischen Staaten sollen Souveränität nach Brüssel abgeben. Außerdem ist in einer Demokratie – so liest man es – das Volk der Souverän. Wir verlangen aber auch in alltäglichen Momenten von Freunden manchmal einen „souveränen Umgang“ mit einer unangenehmen Situation, wenn sie mit Ansprüchen anderer konfrontiert werden und darauf verunsichert, beleidigt oder unüberlegt reagieren. Aber wie verhält man sich souverän?

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