Schneller, Höher, Weiter

Wenn die Leistung von Politikern beurteilt wird, dann wird gern nach den Ergebnissen ihrer Politik gefragt: Haben sie gehalten, was sie bei ihrer Wahl versprochen haben? Im Wahlkampf wird bekanntlich manches in Aussicht gestellt, für dessen Umsetzung die Kandidierenden sorgen wollen, Obama hat eine Krankenversicherungspflicht versprochen und die wurde auch eingeführt, Romney hatte zuerst versprochen, die wieder abzuschaffen, nun überlegt er sich das noch mal und will sie privatisieren. Hollande hat versprochen, die Neuverschuldung in Frankreich bis 2017 auf Null zu reduzieren. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

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Im Kriege nichts Neues

Die Methoden der Kriegsführung entwickeln sich ständig weiter, Elektronik und Automatisierung ziehen halten auch in die Militärtechnik Einzug. Ändert sich dadurch der Charakter des Krieges? Verändert sich der militärische Einsatz grundsätzlich dadurch, dass ferngesteuerte Drohnen und programmierte hochkomplexe Kampfroboter zum Einsatz kommen? In einer Beitrag für die FAZ meinte Frank Rieger kürzlich, der Einsatz von Kampfcomputern würde letztlich dazu führen, dass „die Grundfesten moralischen und humanistischen Handelns erodieren“. Aber da hat er offensichtlich das Wesen des Militärischen, wie es sich spätestens im Ersten Weltkrieg manifestiert hat, gründlich missverstanden.

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Wann ist eine Frau eine Frau?

In Münster wird alljährlich eine Messe mit dem anspruchsvollen Titel: „Alles für die Frau“ durchgeführt Check This Out. Das ist kein Scherz. Wer nun vermutet, das westfälische Oberzentrum müsse über ein Messezentrum ungeahnter Größe verfügen, um das Spektrum all dessen, was „die Frau“ benötigt, abzudecken, sieht sich getäuscht. Die Halle Münsterland verfügt über eine Ausstellungsfläche von ca. 20.000 Quadratmetern und das sind gut 5 Prozent der Fläche der Messe Frankfurt oder rund 4 Prozent der Messe Hannover.

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Mäzene gesucht

Das holländische Sinfonieorchester Orkest van het Oosten, hatte vor ein paar Monaten ein großes Konzert mit Chor angekündigt. Aus Kostengründen musste die Zusammenarbeit mit dem Chor jedoch eingestellt werden, der Chefdirigent Jan Willem de Vriend entschuldigte sich beim Publikum am Freitagabend mit den Worten, in diesen Zeiten seien so aufwendige Projekte leider nicht finanzierbar. Im 80 km entfernten deutschen Münster wird zur gleichen Zeit und aus gleichen Gründen über die <a href="http://www 20 mg prednisone.halternerzeitung.de/lokales/muenster/Theater-Muenster-Schliessung-von-zwei-Sparten-moeglich;art993,1747973″ target=“_blank“>Schließung der Tanzsparte in den städtischen Bühnen diskutiert. Europaweit sinken die Finanzmittel der öffentlichen Hand, und deshalb muss an allem, was nicht unbedingt notwendig ist, gespart werden. Gleichzeitig wird – ebenfalls in dieser Woche – eine Statistik veröffentlicht, nach der die privaten Vermögen immer weiter steigen, vor allem die der oberen Einkommensgruppen, und zwar in weit höherem Maße, als die öffentliche Verschuldung zunimmt.

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Nicht mehr per Anhalter

Es gibt keine Tramper mehr. Vor 30 Jahren standen sie noch an den Autobahnauffahrten und in der Nähe der Ortsausgänge an den Landstraßen. Das weiß ich, denn da war ich oft einer von ihnen. Auch vor 15 Jahren gab es sie noch, denn da habe ich selbst immer mal wieder einen von ihnen mitgenommen. Aber jetzt fährt offenbar niemand mehr „per Anhalter“. Es ist fraglich, ob es überhaupt noch möglich wäre, ob diese Kulturtechnik nicht schon ausgestorben ist. Damit das Trampen funktioniert, muss der Autofahrer innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde das Signal verstehen, das der Anhalter ihm sendet. Als Fahrer muss man darauf eingestellt sein, dass da jemand stehen könnte, und das geht nur, wenn man es gewohnt ist, Leute, die den Daumen hochhalten oder dem fließenden Verkehr Pappschilder mit Städtenamen entgegenhalten, zu sehen, wenn man es gewohnt ist, darauf zu achten. Da es diese Gewohnheit schon nicht mehr gibt, würde wahrscheinlich schon deshalb heute kaum noch ein Autofahrer anhalten, weil er zu spät reagieren würde.

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Hürdenlose Demokratie

In einem Jahr werden die Deutschen wieder einen Bundestag zu wählen haben, und so ganz allmählich kommen die Vorbereitungen für den Wahlkampf bei den Parteien in Gang. Spitzenkandidaten werden ins Spiel gebracht, in den ersten Wahlkreisen laufen sich die Lokalpolitiker warm, Programmentwürfe werden diskutiert. Aber man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass die Wahlbeteiligung auch 2013 auf einem so niedrigen Stand sein wird, dass am Ende vor allem über das Desinteresse des Demos an seinen Repräsentanten in der parlamentarischen Demokratie diskutiert werden wird. Dieses Phänomen ist mit dem Begriff „Politikverdrossenheit“ nur unzureichend beschrieben, denn die Entscheidung, der Wahl fern zu bleiben, hat viele Gründe, und Verdrossenheit über das, was dem Volk von der politischen Klasse als Politik geboten wird, ist nur einer davon.

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Der Richterspruch des Schwarms

Es ist nur eine kleine Meldung in einer Lokalzeitung. Einem heute 31-Jährigen war vorgeworfen worden, vor drei Jahren eine damals 15-Jährige vergewaltigt zu haben. Nach der (nicht öffentlichen) Vernehmung des Opfers war der Prozess jedoch schnell zu Ende: Die Staatsanwältin plädierte auf Freispruch, und so entschied auch die Richterin am Landgericht Essen. Zur Begründung hieß es, das Mädchen hätte zum Beispiel weglaufen oder um Hilfe rufen können, das habe sie jedoch offenbar nicht getan. Sie hatte ausgesagt „alles über sich ergehen lassen zu haben“, die Richterin stellte fest: „Wenn man etwas nicht will, muss man das deutlicher machen. Er wusste ja nicht, dass sie das gar nicht wollte.“

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Wenn Wissen explodiert

In den aktuellen Diskussionen um Bildungs- und Schulsysteme, um Bologna und andere Reformen, sowie um die Frage, ob das Internet Wissen schneller verfügbar macht oder ob es zu einer „digitalen Demenz“ kommt, wird immer noch stillschweigend ein Paradigma vorausgesetzt, das vor rund 50 Jahren in die Welt kam.

Seitdem wird behauptet, dass das Wissen der Menschen mindestens exponentiell wachsen würde, dass es sich alle 10 oder 15 Jahre „verdoppeln“ würde und dass, darüber hinaus, der Zeitraum der Verdoppelung des Wissens sogar immer kürzer werden würde. Von einer „Wissensexplosion“ ist die Rede, synonym werden Begriffe wie „Informationsflut“ oder „Informationslawine“ benutzt.

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Inflation und Wertverlust

Die Magister- und Diplomausbildung an den deutschen Universitäten und Hochschulen zielte bis vor ein paar Jahrzehnten darauf ab, Führungskräfte für Unternehmen und Verwaltungen heranzubilden. „Heiße Magister, heiße Doktor gar…“ lässt Goethe seinen Faust im Eingangsmonolog sagen. Das zeigt, dass zu Goethes Zeiten noch der Magister etwas ganz Besonderes war, der „Doktor gar“ war die Krönung der beruflichen Karriere schlechthin.

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Von Siedlern und Ureinwohnern

Es ist eine amüsante Diskussion über die Frage entbrannt, wer die wahren Eingeborenen der digitalen Welt sind. Sind es die nach 1980 oder 1990 geborenen, die in ihrem Alltag ganz selbstverständlich mit Smartphone, Google und Wikipedia agieren? Oder sind es nicht eher diejenigen, die zuerst Mails versendet, Diskussionsforen aufgebaut, soziale Netzwerke im Internet geknüpft, gebloggt und Wikipedia-Artikel geschrieben haben, und deren Alltag eher darin besteht, immer neue Dienste aufzubauen?

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