Sterne sehen

Lauer Sommerabend, klares Wetter, Freunde und Fremde stehen plaudernd zusammen. Die ersten Sterne erscheinen am Firmament. Das war über Jahre der Moment, wo man sich neben eine Party-Besucherin stellen konnte und wissend nach Richtung Himmel deutend sagen konnte: „Sehen Sie? Jupiter. Und dort drüben: Saturn.“ Wissen über den Sternenhimmel, Sternzeichen, Doppelsterne, Planetenkonstellationen – damit konnte man lange Zeit beeindrucken und im wahrsten Sinn des Wortes „Nähe schaffen“ – doch das ist vorbei.

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Im Zweifel für den Klimawandel

Es war sehr heiß in Deutschland in den letzten Tagen – aber war es heißer als jemals zuvor? Schon bevor die Hitzewelle vor einer Woche ihren Höhepunkt erreichte, wurde die Frage laut, wie hoch die Temperatur eigentlich steigen müsste, damit ein Hitzerekord erreicht wird. Dazu muss man aber erst einmal wissen, wie heiß es denn zuvor schon einmal war – und das ist gar nicht so einfach.

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Das neue Königshaus

Gut ein Drittel der Bevölkerung vertraut den selbst gewählten Vertretern, dem Bundestag, der Bundesregierung und dem Bundesrat. Das hat Allensbach herausgefunden, aber das wird auch niemanden überraschen. Den Parteien, die sich regelmäßig zur Wahl stellen und die sich vor ihren Wählern noch am häufigsten zu verantworten haben, vertrauen noch weniger Menschen, auch für diese Erkenntnis braucht man eigentlich kein Meinungsforschungsinstitut, denn Misstrauen gegenüber den Politikern bestimmt das alltägliche Gespräch in der Familie, am Arbeitsplatz und im Internet.

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In Unverständnis geeint

„Mehr Europa!“ hört man allerorten rufen, so, als wäre „Europa“ irgendeine Substanz, von der man nach Bedarf mehr oder weniger verabreichen könnte, eine Medizin, die nach dem Prinzip „Viel hilft viel“ dosiert wird. Aber was genau ist die europäische Substanz, und warum soll sie das Wunderheilmittel für alle Probleme des Kontinents sein?

Schaut man genauer hin, dann meinen die, die am lautesten nach „Mehr Europa“ rufen im Allgemeinen eine Stärkung der europäischen Behörden, der interstaatlichen Kontrolle. Mehr Europa – das heißt für sie – mehr Staat, wobei es den Staat, von dem sie mehr wollen, eigentlich noch gar nicht geben sollte. In Wirklichkeit ist er längst implementiert, denn ein Staat entsteht nicht durch die Definition staatlicher Symbole, durch das Einzeichnen seiner Grenzen in Landkarten oder durch die Ernennung eines Staatsoberhauptes.

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Schön hier!

Dieser Tage bat mich ein Bekannter um einen Tipp, wohin er am Abend mit ein paar Verwandten, die sich zum Besuch in unserer schönen Stadt angesagt hatten, zum Essen gehen könne. Alle Cafés und Bistros, die ihm selbst eingefallen waren, kannten die Besucher schon und er wollte ihnen mal was Neues zeigen.

Ich empfahl ihm ein Restaurant in der Nähe meiner Wohnung, etwas außerhalb des Zentrums. Ich schilderte das gute Essen, die fruchtigen Weine, die ruhige Lage, den gepflegten Biergarten. Er bedankte sich für den Rat und meinte, das höre sich sehr gut an.

Am nächsten Tag fragte ich meinen Bekannten, wie ihm und seinem Besuch das Restaurant gefallen habe. Er überraschte mich mit den Worten, er habe seinen Besuch dann doch an einen anderen Ort geführt. Zum Glück habe er nach unserem Gespräch noch einmal in Internet geschaut und in einem bekannten Bewertungsportal feststellen müssen, dass das von mir so gelobte Lokal in den letzten Monaten drei schlechte Bewertungen gehabt habe. Schlechtes Essen, unfreundliche Bedienung, kein angenehmes Ambiente.

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Kunstwerk oder Ware

In der Diskussion um das Urheberrecht mischt sich immer wieder die Frage nach der Finanzierung des Lebens der Urheber. Das Urheberrecht wird dann als Bedingung dafür gesehen, dass Künstler von ihrer Kunst auch leben können. Fraglich ist natürlich, ob ein Urheberrecht tatsächlich vorrangig diese Funktion haben sollte. Das gilt nicht nur, weil damit andere Aspekte der Verfügungsrechte in den Hintergrund treten, sondern vor allem, weil damit das Kunstwerk als Ware, als vermarktbares Produkt betrachtet werden muss, und es nicht sicher, ob das überhaupt sinnvoll möglich ist.

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Proletarier, zeltet nicht

Eine Okkupation ist eine große Sache navigate here. Man besetzt fremdes Territorium und übernimmt dort faktisch die Macht, entscheidet über die Bewegungsmöglichkeiten der Bewohner des okkupierten Landes.

Die Besetzung eines Landes, das von niemandem bewohnt oder sonst wie genutzt wird, ist von vornherein eine merkwürdige Sache. Natürlich kann man präventiv vorgehen, man kann in der Voraussicht, dass ein Gelände demnächst von jemandem genutzt werden soll, dass jemand die Besiedlung eines Fleckens beabsichtigt, diesen besetzen – der Platz ist dann besetzt, er kann nicht mehr durch andere besetzt werden.

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Ein Windrad ist nicht demokratisch

Windräder und Solaranlagen prägen immer mehr das alltägliche Bild unserer Landschaft. Sie zeugen von einer Umwälzung der Grundlagen unserer Gesellschaft, die vielleicht tiefgreifender ist, als wir es momentan glauben wollen. Dezentraler wird die Stromerzeugung vielleicht, auch umweltschonender und komplexer. Verwunderlich ist, dass man immer wieder einmal lesen kann, sie würde auch demokratischer werden, es würde zu einer „demokratischen Produktionsstruktur“ kommen.

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