Bei ScienceBlogs: Inflation contra Ekpyrosis

Eric Hand beschreibt in seinem News Feature „The Test of Inflation“ (nature 458, 16 April 2009, pp 820-824) die spannende Geschichte der Entwicklung der Big-Bang-Theorie und der Anstrengungen, empirische Evidenz zu finden für die Idee der „Inflation“, also der Annahme, dass das Universum kurz nach dem Urknall erst sehr schnell expandiert ist, dann seine Ausdehnung abgebremst hat und nun nur noch mit einer geringen Rate weiter expandiert.

Am Rande stellt Hand die konkurrierende Theorie der Ekpyrosis vor. Nach dieser ist der Big Bang nicht der Beginn des Universums überhaupt, sondern die Kollision zweier dreidimensionaler Universen innerhalb eines zehndimensionalen Raumes. In diesem Raum pendeln die dreidimensionalen Universen hin und her wie „Wäschestücke an Wäscheleinen“ und stoßen alle paar trillionen Jahre zusammen.
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Bei ScienceBlogs

„Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“ – dieser Liedtitel von Wolf Biermann, längst zum geflügelten Wort für alle Lebenslagen geworden, gilt auch für Blogger.

Dieses Blog, das ich seit ein paar Jahren betreibe, hat gegenwärtig täglich 100-200 Leser, manche Artikel werden von einigen hundert Menschen gelesen. Das ist ganz schön, aber verbesserungswürdig. Ich habe mich deshalb mit der Frage beschäftigt, ob Einzelblogs wie meines, zumal, wenn sie sich nicht an ein breites Publikum wenden, wenn sie recht lange und vielleicht auch hin und wieder nich sofort verständliche Texte enthalten, das richtige Format sind. Bei ScienceBlogs weiterlesen

Wahlwerbung

Schwere Monate stehen uns bevor. Die ersten Wahlplakate mit grinsenden Politiker-Gesichtern sind aufgestellt und werden nun wohl durchgehend bis in den Herbst das Aussehen unserer Städte verschandeln.

Wie immer überbieten sich die Parteien darin, uns mit nichtssagenden oder unsinnigen Parolen auf die Idee zu bringen, ausgerechnet hinter ihrem Namen das Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen. Die Europawahlen stehen zuerst an, aber die werden offenbar von allen Parteien nur dazu genutzt, kommunale oder bundespolitische Themen in unsere Köpfe zu bringen. Wahlwerbung weiterlesen

Wächst Twitter wirklich?

Vom Wachsum der Kurznachrichten-Gemeinschaft Twitter ist immer wieder die Rede. Wachstum kann man hier wenigstens auf drei verschiedene Weisen interpretieren:

1. Die Zahl der angemeldeten Benutzer wächst.
2. Die Zahl der Zugriffe auf die Webseite wächst.
3. Die Aktivität der Benutzer nimmt zu.

Dass die Zahl der angemeldeten Benutzer wächst, ist nicht überraschend, da kaum jemand sich von einem sozialen Netzwerk wieder abmeldet, der es nicht mehr nutzt, sagt die Zahl der Accounts wenig über die tatsächliche Größe des Netzwerks aus.

Die Zahl der Zugriffe auf eine Seite wächst natürlich mit der Berichterstattung in den Medien, und hier gibt es derzeit tatsächlich einen Boom. Damit geht natürlich auch ein verstärktes Wachstum der Anmelde-Zahlen im Netzwerk einher: Viele wollen Twitter einfach einmal selbst ausprobieren, um sich ein Bild vom Sinn der Sache zu machen – und dazu muss man sich registrieren.

Wie aber sieht es mit der tatsächlichen Aktivität im Netzwerk aus? Wächst Twitter wirklich? weiterlesen

Helmut Newton in Münster

Manche halten ihn für den bedeutendsten Künstler im Bereich der Aktfotografie, für andere ist es frauenverachtende Pornographie. Wer sich selbst ein Urteil bilden möchte und in den nächsten zwei Wochen nach Münster kommt, sollte die Gelegenheit zum Besuch des Picasso-Museums nicht ungenutzt verstreichen lassen. Bis zum 26.04. werden dort noch Bilder des umstrittenen Fotografen Helmut Newton gezeigt – und nicht nur das: eine ca. 100-minütige Dokumentation gibt interessante Einblicke in Leben und Ansichten des Künstlers. Deshalb sollte man sich auch genug Zeit für den Besuch einplanen, wer das Museum kennt, weiß, dass man für den Gang durch die Räume auch nicht länger braucht, aber wenn man den Film einmal zu sehen begonnen hat, bleibt bei knapper Planung kaum noch Zeit für die Bilder. Helmut Newton in Münster weiterlesen

Im Kino: Knowing

Die Idee vom Propheten, dem niemand glaubt, beschäftigt die Autoren seit der Entstehung des Kassandra-Mythos. Auch der neue Film mit Nicolas Cage basiert auf dieser Idee. Scheinbar gehört die Konstellation, dass jemand mit Sicherheit die Katastrophe vorhersagen kann, ihm aber niemand Glauben schenkt, zu den großen Erzählungs-Mustern der Menschheit.

Zu den kleineren Mustern gehört seit ein paar Jahren, dass in amerikanischen Filmen immer wieder das Scheitern der eigenen Kultur vor einem übermächtigen Ereignis thematisiert wird. Vor ein paar Jahren war es die plötzliche Klimakatastrophe, die New York in Eis erstarren lies, dieses Mal ist es eine gigantische Sonneneruption, die alles verbrennen lässt. Im Kino: Knowing weiterlesen

Zum 150. Geburtstag von Edmund Husserl

Er hatte viele Schüler, war einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Die philosophische Phänomenologie, die danach fragt, wie die Phänomene sich unserem Bewusstsein zeigen, wäre nicht das was sie heute ist ohne Edmund Husserl. Trotzdem ist er längst nicht so bekannt wie einige seiner Schüler. Das liegt vielleicht daran, dass seine Analysen sehr nüchtern und auf den ersten Blick unspektakulär erschienen.

Link: Zum 150. Geburtstag von Edmund Husserl

Für eine Theorie der empirischen Forschung

Die wissenschaftstheoretische Diskussion hat sich lange Zeit auf das Problem der Rechtfertigung wissenschaftlicher Theorien konzentriert. Wissenschaftliche Theoriebildung sowie deren Bestätigung, Weiterentwicklung oder Widerlegung stand im 20. Jahrhundert deutlich im Zentrum des Interesses der Philosophen, die sich mit den Problemen der Wissenschaften beschäftigt haben. Über lange Zeit schien es so, als ob Wissenschaft im Wesentlichen eben aus diesen Tätigkeiten der Theoriebildung sowie deren Prüfung bestehen würde.

Ian Hacking hat diese Sicht zu Beginn der 1980er Jahre einer tiefgreifenden Kritik unterzogen. Der darstellenden Tätigkeit des Theoretikers hat er das gleichberechtigte Eingreifen des Experimentators zur Seite gestellt und gezeigt, dass dessen Tätigkeit zum einen nicht, wie Karl Popper meinte, dem Theoretiker nachgeordnet ist und dass zum anderen der Experimentator über weite Strecken ohne eine Theorie dessen, was er im Experiment veranlasst und beobachtet, auskommt.

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