Soziale Netze: Schwarm oder Kollektiv?

Im Zusammenhang mit Netzwerken wie Twitter oder den Autoren der Wikipedia wird oft und gern von Schwarm-Intelligenz gesprochen. Mancher hält Schwarm-Intelligenz für die ideale Form der Kooperation, andere lehnen die Anwendung der Vorstellung von einem Schwarm auf menschliche Kooplerationsprozesse rundweg ab, sie sprechen lieber von kollektiver Intelligenz.

Die Unterscheidung zwischen Kollektiv und Schwarm scheint sinnvoll zu sein. Damit haben wir drei Begriffe, die einigermaßen klar sein müssen, damit man sich der Frage der „Intelligenz der Vielen“ überhaupt sinnvoll nähern kann: Intelligenz, Schwarm und Kollektiv. Soziale Netze: Schwarm oder Kollektiv? weiterlesen

Twitter-Nutzer-Zahlen: Die Ergebnisse

Die deutsche Twitteria ist kein Dorf mehr, aber eine sehr überschaubare Kleinstadt. Twitterland wird von maximal 12.000 Menschen bevölkert.

Neugierig gemacht hatte mich vor einigen Tagen die Angabe eines „Twitter-Fachmanns„, dass es rund 50.000 Twitterer in Deutschland gäbe. Das passte irgendwie nicht zu meinem eigenen Empfinden, ich hatte die Zahl immer viel niedriger, maximal auf 10.000 geschätzt. Twitter-Nutzer-Zahlen: Die Ergebnisse weiterlesen

Wieviele Twitterer gibt es wirklich?

Keiner weiß es genau, aber irgendwie will jeder, der twittert, es gern wissen. Wenn man ein paar statistische Annahmen trifft und ein bisschen Statistik kann, kann man allerdings ziemlich schnell zu einer plausiblen Zahl kommen.

Der Trick ist einfach: Wenn ich aus einer Grundgesamtheit zwei Stichproben ziehe und die Menge der Elemente zähle, die in beiden Stichproben enthalten sind, dann wird im statistischen Mittel die Zahl der Elemente der Grundgesamtheit sich wie folgt ergeben:

Menge_Gesamt = Menge_Stichprobe_1 * Menge_Stichprobe_2  / Menge_Stichprobe_Beide

Dabei gehe ich davon aus, dass die beiden Stichproben zufällig und ganz unabhängig voneinander sind und dass die Gesamtmenge, aus der die Stichprobe gezogen wird, abgeschlossen ist. Wieviele Twitterer gibt es wirklich? weiterlesen

Ist Intelligenz von der Rasse abhängig?

Die Standpunkte von Steven Rose auf der einen und Stephen Ceci und Wendy M. Williams auf der anderen Seite (nature 457, Seite 786-789, 12.02.2009) können nicht weiter auseinander liegen. Während Rose, emeritierter britischer Neurowissenschaftler jede Forschung über Zusammenhänge von Rasse und Intelligenz klar ablehnt, sind die beiden amerikanischen Wissenschaftler Ceci und Williams der Meinung, dass jede Einschränkung in dieser Frage eine Art Stalinismus in den Wissenschaften.

Beide Seiten tragen plausible Argumente vor, und das deutet schon darauf hin, dass die Wahrheit zwar nicht in der Mitte liegt, aber in einer Synthese beider Ansichten zu suchen ist. Ist Intelligenz von der Rasse abhängig? weiterlesen

Kant und die Erhabenheit

Kant war in seiner „Kritik der Urteilskraft“ der Meinung, die Erhabenheit der Natur, die wir empfinden, rührt von einem Wechselspiel zwischen einem Grund, sich zu fürchten, und der gleichzeitig gefühlten Sicherheit gegenüber dem, was wir erhaben nennen, her. Schroffe Gebirgsketten z.B. empfinden wir als erhaben weil wir wissen, dass wir ihrer Gewalt unterlegen sind, aber das nur, wenn wir uns gleichzeitig in einem sicheren Abstand von ihnen wissen. Wären wir den Naturbedingungen unmittelbar ausgesetzt, könnten wir die Erhabenheit kaum empfinden.

Nun war Kant ein Mensch, der Königsberg nie verlassen hat und im Träume wohl nicht auf die Idee gekommen wäre, auf Bergeshöhen zu klettern um zu prüfen, ob sich dort, auf dem Gipfel, nicht doch ein Gefühl von Erhabenheit einstellen würde. Überhaupt ist ja das Besteigen hoher Berge in menschenfeindlichen Gegenden eine ziemlich neue Erfindung, erst vor rund 150 Jahren fand man Gefallen daran. Seitdem weiß man, dass dieses merkwürdige Gefühl, dieses Erschaudern vor dem Anblick der gewaltigen Natur, die man in diesem Moment erhaben nennt, auch im Moment der Gefahr möglich ist. Kant und die Erhabenheit weiterlesen

Was ich diese Woche las

Julia-Adriana hat in letzter Zeit mehrere Artikel geschrieben, die sich kritisch mit unserem Internet-Informations-Verhalten beschäftigen. Sie meint u.a., Google hat die Welt verändert, und bevor die Suchmaschine uns auffrisst, sollten wir sie öfter mal abstellen.

Antje hat mir einen Link auf eine Petition geschickt. Es gibt zu wenig Frauen in politischen Spitzenpositionen in Europa. Stimmt – aber ob Petitionen da was ändern?

Wer mal eine gute Verschwörungstheorie erdenken will, der sollte bei Patrick nachschlagen, da wird erklärt, wie man eine bastelt. Ich glaube allerdings, die Theorie haben sich Verschwörer ausgedacht, damit wir glauben, dass es Verschwörungen gar nicht gibt 😉

Im Netz

Ins Netz gehen. Das kann zwei verschiedene Bedeutungen haben. Man kann jemandem ins Netz gehen, d.h. sich einfangen, fesseln lassen. Hilflosigkeit, Bewegungslosigkeit, das Gefühl von Ohnmacht ist die Folge.

 

Man kann auch zum Teil eines Netzes werden, ins Netz gehen heißt, sich vernetzen. Man wird zum Knoten im Netz, man bindet andere, indem man sich an sie bindet – Man schafft Verbindungen.

 

Netzwerke schaffen eine neue Struktur des Raumes, ein neues Maß für Nähe und Ferne (eine neue Topologie). Man könnte auch sagen, jedes Netzwerk schafft eine neue Dimension im Raum. Durch jedes Netz werden die herkömmlichen Begriffe von Entfernung aufgehoben, was fern war, wird nah, was ganz nah war, kann nun unendlich weit entfernt sein. Als Student lebte ich in Berlin, einige Hörsäle waren ganz in der Nähe der Mauer, die so viele Netze zerschnitten hatte. Aus den Mathematik-Vorlesungen über Topologien kommend und zur Mensa hinübergehend faszinierte mich dieses ungeheure Beispiel der Neu-Definition einer Topologie. Im Netz weiterlesen

Was ich diese Woche las

Es gibt immer noch kein Kindle in Deutschland, obwohl das Gerät in Amerika schon in der zweiten Generation verkauft wird. Ich warte seit bald einem Jahr. Gut, dass wir dann eine erprobte, verbesserte Version bekommen, aber schade, dass wir in „Old Europe“ so lange warten müssen. Der Grund scheint zu sein, dass Kindle nur mit dem amerikanischen Mobilfunknetz funktioniert.

In Halberstadt wird das längste Konzert der Welt aufgeführt, jetzt gab es einen Klangwechsel, den nächsten erst am 5.7.2010.

Im WebWriting Magazin wurde Twitter erklärt, so schön und plausibel, wie niemals vorher.

Was soll, was vermag, wie funktioniert Protest? Andrea Diener schrieb einen Artikel, bei dem auch die Kommentare sehr interessant sind.