Krieg ist menschlich

Nach dem Ende der großen Ost-West-Konfrontation machte sich zumindest in Europa eine Hoffnung vom Ende aller Kriege breit. Diese Hoffnung basierte natürlich schon damals auf einer Täuschung: Zum einen zählten für uns Europäer überhaupt nur die europäischen Kriege als wirklich große, wichtige Kriege. Die Durchnummerierung der europäischen Kriege als so genannte Weltkriege spiegelt diesen Eurozentrismus wieder. Die Gemetzel in den Kriegen Afrikas z.B. waren es uns nie wert, in die Liste der Weltkriege aufgenommen zu werden. Zum anderen wollten wir glauben, dass alle Kriege ihre Ursache im großen Kampf der politischen Systeme habe. Mit dem Ende dieses Systemkampfes sollten auch die Gründe für Kriege wegfallen, so hofften wir.

Krieg ist menschlich weiterlesen

Fernsehsessel-Demokraten

Liest man hierzulande Leitartikel und Leserbriefe, Blog-Beiträge und Kommentare zu den Olympischen Spielen ist man erstaunt über die seltene Einmütigkeit, mit der die hiesige Öffentlichkeit das Verhältnis von Sport und Politik in der Geschichte bewertet. Glaubt man dieser Darstellung, dann ist die moderne Olympia-Bewegung das Werk ausgemachter Demokraten, die nichts anderes als Völker-Verständigung, Frieden und Meinungsfreiheit im Sinne hatten. Das aktuelle Internationale Olympische Komitee hingegen verrät das Lebenswerk von Generationen dieser Friedensbewegten Demokraten, indem es zuerst überhaupt die Olympischen Spiele nach Peking vergeben hat und es nun nicht schafft, in China pünktlich zur Entzündung des olympischen Feuers Menschenrechte und freie Meinungsäußerung sicher zu stellen.
Fernsehsessel-Demokraten weiterlesen

Uros, Quechua und die weite Welt

In Peru ergeht an Touristen die dringende Bitte, bettelnden Kindern nichts zu geben. Kinder, die mit Betteln erfolgreich sind, gehen nicht zur Schule. Und dass jedes Kind die Schule besucht, ist eines der obersten Ziele peruanischer Politik.

Deshalb gibt es in Peru inzwischen in jedem Dorf, so abgelegen es sein mag, eine moderne Grundschule, in der ein anspruchsvoller Lehrplan vermittelt wird: Spanische Sprache (die Eltern sprechen oft nur die lokalen Sprachen wie Quechua) vom ersten Tag an, Mathematik, Biologie, Geographie,… Nach Abschluss dieser Grundschule besuchen die Kinder eine weiterführende Schule, die oft ein paar Dörfer entfernt oder in der nächsten größeren Stadt ist.
Uros, Quechua und die weite Welt weiterlesen

Hochkultur oder Sackgasse?

Wir reisen an entfernte Orte dieser Erde, um die Reste vergangener Kulturen zu besichtigen. Staunend stehen wir vor gigantischen Bauten aus Stein, ob in Ägypten oder in Peru, wir begeistern uns für die Hinterlassenschaften untergegangener Völker, wir fragen uns, wie ihnen dieser oder jener Bau überhaupt gelingen konnte.

Schnell finden wir den Begriff der Hochkultur für die Bezeichnung von Gesellschaften, von denen nur noch die Bauwerke, nicht aber die Werkzeuge und Verfahren erhalten sind. Dabei wäre das, was jene schufen, für uns heutige ein Kinderspiel. Hochkultur oder Sackgasse? weiterlesen

Wissenschaftliche Grabräuber

In Ausstellungen über die Geschichte der Inka kann man in abgedunkelten Räumen Mumien in der so genannten Fötusstellung besichtigen. Exponate dieser Art gibt es nicht nur in Peru. Die historische Forschung gibt bekannt, warum die Toten in diese Stellung gebracht wurden und wo sie aufbewahrt wurden. Aber sie ist sich auch gewiss darüber, mitteilen zu dürfen und zu müssen, was der Tote als letztes gegessen hat, woran er gestorben ist, ob er die Zähne gepflegt hatte, ob er in Erwartung einer Widergeburt gestorben ist und ob diese göttlich oder irdisch sein sollte.
Wissenschaftliche Grabräuber weiterlesen