Ein Scheingefecht: Niggemeier gegen Broder

Stefan Niggemeier ist Medienjournalist. Als solcher beschäftigt er sich nicht mit den Inhalten von Medien, nicht mit den Meinungen der Journalisten, sondern ausschließlich mit ihrer Arbeitsweise: er recherchiert, ob seine Kollegen richtig recherchieren, er prüft die Wahrheit von Tatsachenbehauptungen, weist Fehler nach.

Henryk M. Broder ist Publizist. Er beobachtet die Gesellschaft, in der er lebt, zieht seine Schlüsse und schreibt darüber.

Broder hat eine Meinung, die er uns mitteilen will. Niggemeier hat keine Meinung, er ist nur der Hüter der Regeln des Journalismus. Man könnte vermuten, dass Niggemeiers Kritik jeden Journalisten treffen könnte, da niemand vor Fehlern gefeit ist und da überall, wo Menschen arbeiten, Schlamperei möglich ist oder manchmal Interessen vor Wahrhaftigkeit gestellt werden, so auch in den Redaktionsstuben dieses Landes, egal, ob FAZ oder BILD, ob ARD oder Kabel1 an der Tür steht.

Aber nicht alle werden gleichermaßen von Niggemeiers kritischen Ratschlägen bedacht. Zeitungen wie die FAZ z.B. machen sich offenbar nur selten so gravierender Fehler schuldig, dass es einer kritischen Recherche des Medienjournalisten bedürfte. Andere wie der Publizist Broder erlauben sich so schwerwiegende Fehler, dass er immer wieder auf ihre schlimmen Irrtümer hinweisen muss.

Niggmeier liefert, wenn es um Broder geht, merkwürdige Demonstrationen des journalistischen Stils, den er sonst kritisiert: Einen Artikel, in dem der Mensch, den man zu kritisieren beabsichtigt, bereits im Titel als „doof“ bezeichnet wird, und der Zusammenhang zum „Gehirnfasten“ hergestellt wird, würde Niggemeier bei anderen vielleicht mit den Worten kennzeichnen „ich misstraue jedem, der so formuliert„. Und wenn er behauptet, dass Broder sich gern in der Nähe von „diversen antiislamischen Hassbloggern“ aufhält, lässt er einen Link als Beleg leider vermissen.

Warum arbeitet Niggemeier so? Ich habe auf diese Frage nirgends eine Antwort gelesen, und ich bin nicht der einzige, der sie stellt. In den Kommentaren zu oben genannten Artikeln kann man sie finden, eine Antwort habe ich nicht gelesen.

Aber letztlich ist das auch gleichgültig, letztlich ist nämlich nur die Wirkung solcher Kritik von Bedeutung. Das Gefecht, das Niggemeier gegen Broder führt, ist ein Scheingefecht, welches mit der Arbeitsweise des Publizisten sein Anliegen diskreditiert. Und das ist der entscheidende Punkt.

Wer einwendet, dass Broder selbst durch seine nachlässige Arbeitsweise das eigene Anliegen diskreditiert und Niggemeier dies vielleicht nur aufzeigen will, verkennt den entscheidenden Unterschied zwischen publizistischer und journalistischer Arbeit. Der Publizist hat ein inhaltliches Anliegen, er will die Gesellschaft beeinflussen, die Menschen wach rütteln. Dazu bringt er Dinge auf einen Punkt, er spitzt zu und – natürlich – er radikalisiert.

Man lese die Weltbühne-Artikel der Zeit der Weimarer Republik, Ossietzkys und Tucholskys flammende Texte, da hätte ein Niggemeier leichtes Spiel gehabt. Und auch damals haben ja viele behauptet, die da vor den Gefahren warnten, die von dem kleinen Gefreiten und seinen Schlägern ausgingen, wären paranoid.

In der Diskussion um die Gefahren, die der demokratischen Gesellschaft durch den Radikalismus drohen, werden viele Stimmen gebraucht, die zuspitzenden genauso wie die abwägenden. Wer aber immer nur abwiegelt muss sich die Frage gefallen lassen, warum er das tut. Der Buchhalter wird die Freiheit nicht bewahren, er muss es auch nicht, er kommt überall zurecht.

Auch zum Thema:
http://www.xn--jrg-friedrich-imb.de/2008/02/15/broder-tut-was-habermas-fordert/

76 Gedanken zu „Ein Scheingefecht: Niggemeier gegen Broder“

  1. @Limited: Ich glaube wir kommen hier nicht weiter. Wenn du alle Bilder, auf denen Leute in dieser Weise zusammenstehen, als Freundschaftsbeweise nimmst, dann gibt es viele ungeahnte Freundschaften auf der Welt. Aber ich denke, genau das was du hier vorführst ist eine gute Illustration dafür, wie eben in jeder „Dokumentation“ ein Interpretation dessen steckt, der dokumentiert.

    @harald: Indem du den text noch mehr verkürzt, als es schon Niggemeier getan hat, kannst du natürlich diesen Eindruck erwecken. Wenn du aber den ganzen text liest, wirst du feststellen, dass BBC sagt, man versuche, texte über einen Glauben aus der Sicht dieses Glaubens zu schreiben. Das hat nichts mit einer Selbstdarstellung zu tun, sondern mit Einfühlung. Und das Wort „Nachrichten“ hat nicht Broder ins Spiel gebracht, er hat immer nur von der Islamic Section geschrieben – auch da könnten doch Artikel über Terroristen stehen, die sich auf ihre Religion beziehen, oder?

  2. @ Jörg

    Klar, die Jungs benötigten dringend noch irgendeinen bärtigen Mann mit Tasche für den Mittelpunkt ihres Gruppenfotos, seit den 20er Jahren weiß man, aus ästhetischen Gesichtspunkten kommt das einfach fröhlicher an.

    Und Broder, der gerade zufällig in der Nähe spazieren ging, ließ sich halt nötigen…….

  3. @ Jörg

    O-Ton Broder: „Einen aufregenden Praxistest dürfte die Sprachregelung bestehen, wenn die BBC über einen Selbstmordanschlag gläubiger Muslime berichtet, deren letzte Worte ihrem barmherzigen Gott Allah und seinem Propheten, Peace be upon him, galten.“

    Die Kasusistik dies du hier bei der Verteidigung Broders betreibst, kann man glaube ich nur mit etlichen Gehirnverenkungen noch nachvollziehen.

  4. @ Limited

    Zunächst einmal sorry meinerseits, falls ich Ihnen gestern zu nahe getreten bin. Zu dem Broder-Brummkreisel ist hier imo hier genug gesagt worden.

    Mir ist Ihre Aussage „Im Vergleich zu den Tiraden, die 2005 noch auf PI zu lesen waren (auch dazu bietet Arendt-Art einiges an dokumentierten Tatsachen), ist PI mittlerweile im Tonfall sogar „milde“ geworden.“ etwas auf den Magen geschlagen.

    Für mich, der PI seit knapp 2 1/2 Jahren beobachtet (und ob der Erwägung rechtlicher Schritte in den letzen Monaten ganz besonders genau) ist das genaue Gegenteil Realität. Für mich hat sich der Tonfall dank „Autoren“ wie Beate Klein oder gw deutlich verschärft und der Tunnelblick, in dessen Visier nun insbesondere Migranten aus der Türkei stehen, verengt wie radikalisiert. Eine Vielzahl der „Kommentatoren“ sind imo dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen, es manifestiert sich mehr und mehr eine militante Sichtweise, die sich bisher glücklicherweise lediglich auf verbale Hetzte („Musel“, „Dreckstürke“, „Untermenschen“, „Mekka bombardieren“, „Einziehung des Passes für Türkenliebchen“, „Massenausschaffung“ etc.) beschränkt. Gerade die verschärfte Hetze der letzten Monate unter Flankierung gewisser Boulevard-Medien hat für vermehrten Traffic gesorgt. Herre, von Gott (bzw. Allah oder dem fliegenden Spaghettimonster) nicht mit sonderlich viel Hirnmasse gesegnet, freut sich , auch über die Spendengelder (der nächste Urlaub ist gesichert), rafft aber, glaube ich, gar nicht wirklich, dass man sein Ersatz einer geregelten Tätigkeit nicht mehr von einem NPD-Blog zu unterscheiden ist. Selbst Broder, Kelek, Ateş, Hirsi etc. erscheinen vielen paranoiden PIlern inzwischen als Gutmenschen, Veräter etc. Ich habe einiges Material gesammelt und sorry, aber ich kann Deine Wahrnehmung hin zu einer wie auch immer geartetetn „Milde“ beileibe nicht entdecken. Aber gut, PI ist ein anderes Thema. Ich wollts nur mal gesagt haben. Und Arendt-Art, naja, imo ein Eigentor, diesen teufelsaustreibenden Belzebub in die Diskussion einzubringen.

  5. @ Marcolinho

    DAs sind zwei Ebenen. Inhaltlich hat sich der Tonfall sicherlich verschärft – das Bild der Muslime und der „Gutmenschen“ wird immer stärker überzeichnet.

    Aber vom Sprachgebrauch her hat man gelernt, verstärkt auf Suggestivformulierungen zu setzen. Andeutungen zu verwenden, die dann schon richtig verstanden werden im Raum stehen zu lassen u.a.m. Vorher war das nur plattes Bashing – jetzt ist das schon fast Geirnwäsche und neurolinguistisches Programmieren.

  6. @Limited

    Okay, in dieser Sache stimme ich mit Ihnen größtenteils überein. In Bezug auf die Autoren, die sich ja neuerdings allesamt aus gutem Grunde hinter „PI“ verschleiern, haben Sie recht. Die heißgemachte Leserschaft hingegen präsentiert ihr Gedankengut hingegen unverblümter denn je. An anderer Stelle gerne mehr.

  7. @Limited: Ich denke, wir werden unsere beiden Sichtweisen auf die Dinge im Moment nicht zusammenbringen. Im Übrigen verteidigt man ja Broder nicht, wenn man die Argumente gegen ihn für dürftig und konstruiert hält.

  8. Indem du den text noch mehr verkürzt, als es schon Niggemeier getan hat, kannst du natürlich diesen Eindruck erwecken.

    Wie bitte? Ich habe eine Kernaussage des Textes durch ein Zitat belegt. Solange es nicht aus dem Zusammenhang gerissen ist, ist die Länge vollkommen belanglos.

    Wenn du aber den ganzen text liest, wirst du feststellen, dass BBC sagt, man versuche, texte über einen Glauben aus der Sicht dieses Glaubens zu schreiben.

    Der ganze Abschnitt mal im Zusammenhang: „We decided that a less biased and more consistently fair approach would be to write about each faith from the point of view of that faith – so that our explanatory pages were in essence, a particular religion explaining itself to the reader.“

    Ja, sie schreiben über jeden Glauben aus dessen Sicht. Und daraus folgt laut BBC („so“), dass jede Religion sich selbst dem Leser erklärt., was man im Deutschen auch als Selbstbeschreibung bezeichnen kann.

  9. @harald: Ich denke, hier gilt das gleiche, was ich eben zu Limited schrieb: wir werden unsere Sichten nicht zusammenbringen. Ich denke, es ist ein Unterschied, ob ein Journalist der BBC die Sicht des Islam einzunehmen beabsichtigt, oder ob ein Vertreter des Islam selbst über seine Religion schreibt, und du siehst das anders. Das sollten wir nun akzeptieren.

  10. Wenn man sich die Medienlandschaft inkl. alle schmierigen Pre$$titutes der letzten Jahren anschaut, brauchen wir noch EINIGE NIGGEMEIER! Wenn KONZERNE Ihre Schreiberlinge bewusst nutzen, um für POLITIK, IDEOLOGIEN und KAPITAL zu lügen und zu manipulieren, sind Journalisten wie Niggemeier enorm wichtig. Sie zeigen die Fehler der anderen und schützen die Menschen vor Verblendung und Manipulation. Falsche Behauptungen vom Schmierling Broder aufzudecken, nennt kein normal denkender Menschen „Sesselpupsen“. Da braucht der Schwarm von Politically Incorrect – BRODER – überhaupt nicht so zutun, als ob er ein paar kleine Fehler gemacht hat. Er macht diese Fehler bewusst und klein sind sie eben ganz und gar nicht. Seine Hetzschreiben sind bewusst mit Lügen durchwebt! Was Menschen wie S. Niggemeier ausüben, nennt sich 100%ig investigativen Journalismus! DIE WELT BRAUCHT MEHR DAVON! Solche Menschen sind keine kleinkarierten Schreiber, sondern in der Medienwelt die Helden unter frustierten Versallen der WELTMAFIA.

  11. @sunshine: Ich habe mal deine Schreibweise des von dir positiv erwähnten Stefan Niggemeier geändert – für mich ein Zeichen, dass die oft kritisierte Falschschreibung des Namens wohl meist nicht absichtlich erfolgt.

  12. @ jörg

    ich weiß nicht, welchen schreibfehler „sunshine“ gemacht hat, aber dass niggemeier auf pi nicht selten als „nigger-meyer“ tituliert wird, ist sicher kein zufall oder schreibfehler…

    @ sunshine

    hören sie doch mit weltmafia auf: solche verschwörungstheorien sind lächerlich und absurd. mich persönlich stört es gar nicht, dass broder eine andere meinung vertritt als eine vielzahl seiner journalisten-kollegen. auch gegen gut gemachte polemik hab ich nix (sogar, wenn sie mir inhaltlich gegen den strich geht). auch kleine fehler sind nicht weiter tragisch.
    für problematisch halte ich allerdings geschichten, die eine bestimmte personengruppe diskreditieren: meiner meinung nach, müssen die wasserdicht sein und gut recherchiert! (nicht so wie dr. ulfkotte und seine alltagsmythen…)
    dass es einen mehr oder weniger intensiven flirt zwischen broder und pi gibt, scheint durchaus der fall. sich mit dem eigenen tun zu beschäftigen und mal zu reflektieren, was links und rechts von einem passiert, würde broder gut stehen. broder kann man sicher nicht für den rassismus auf pi in haft nehmen, aber er sollte schonmal erkennen, was sein „unautorisierter fanclub“ so treibt. seine polemik gegen niggemeier hat mich jedenfalls auch nicht überzeugt. ich hätte da noch ein paar fragen…

  13. Wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf: Ich schätze Niggemeier deutlich mehr als Broder. Niggemeier ist wohl (für Broder und seine Freunde jedenfalls) der Inbegriff des „Gutmenschen“.

    Im aktuellen „Schlagabtausch“ fand ich Broders Text besser. Jedenfalls was seinen Unterhaltungswert anlangte. Inhaltlich stelle ich mich hinter Niggemeier. Auch wenn ich wiederum Verständnis für das habe, was im 1. Kommentar zu diesem Beitrag angesprochen wurde.

  14. Natürlich ist Broder – wie es auch hier in einem Kommentar gesagt wurde – ein Demagoge. Er stellt sich als Tabubrecher hin, will aber für seine Tabubrüche nicht haften. Er selber bringt nie Belege bei, sondern verstärkt ein Gefühl bis ins Paranoide. Wenn jemand irgendwie Flugangst hat, dann würde Broder demjenigen permanent Bilder von abstürzenden Flugzeugen zeigen. Solange, bis derjenige wirklich glaubt, die Dinger kommen immer nur so runter,wie er es gesehen hat.

    Daher ist Broder kein Journalist, sondern – und hier der „Bild“-Agitation verwandt – ein Krawallbubi. Dass ihn die Bezeichnung Publizist von Sorgfaltspflichten entbindet, ist restloser Unsinn. Jeder, der heute irgendwie und irgendwo einen Text in Tatsten haut und diesen veröffentlicht, muss dafür geradestehen. Wenn er das nicht kann, weil er die Unwahrheit sagt, simplifiziert oder selektiv wahrgenommen hat, dann ist die Pflicht anderer, dies aufzudecken. Man nannte das früher mal Aufklärung. Und auch heute noch.

  15. Ich habe in diesem und in den Folgetexten zu zeigen versucht, dass Niggemeiers texte zu diesem Thema genauso simplifiziert und selektiv sind, wie Broders. Das ist mir offensichtlich nicht für jeden nachvollziehbar gelungen, aber ich halte auch das für Aufklärung. Die unkritische Art, in der oft mit Niggemeiers Artikeln umgegangen wird, ist mir unverständlich.

    Das Wort Demagoge ist so unklar und dehnbar, dass ich es gern aus so einer Diskussion heraushalten würde.

  16. Selektiv ist jeder, der irgendetwas schreibt. Es wäre ja auch unsinnig zu glauben, dass jeder über alles schreiben könnte. Die Frage ist doch eher, wie mit der Wahrheit umgegangen wird und wie mit eigenen Fehlern. Und Fehler in „bildblog“ werden z.B. so korrigiert (http://www.bildblog.de/2796/wer-ist-hier-eigentlich-der-idiot-korrektur), während Broder lediglich in seiner Art, andere Menschen beleidigen zu wollen (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/spotlight/niggemeier_co_die_laus_die_bruellte/), seinen Ärger über die eigenen Fehler kaschieren kann.

  17. Auch kritische Publizisten und Blogs, wie Medialens oder Sourcewatch/DisInfopedia, können einem nicht die Last des eigenen Denkens abnehmen.

    Mich interessieren weder Broder noch Niggemeier, einfach weil die deutsche Journaille selten etwas Lesenswertes zustandebringt. Jede Neuigkeit wird zum Opinion piece über den letzten Politikerfurz, während die großen Themen ausgeklammert bleiben – Querlesen ist angesagt, von Asia Times und Al Jazeera bis Wikileaks.

  18. Ein wirklich toller artikel. er bringt es ziemlich gut auf den punkt. in unserer „demokratie“ scheint es schon wieder so weit gekommen zu sein, dass menschen, die unliebsame entwicklungen thematisieren wollen entweder persönlich diskreditiert und munttot gemacht werden, oder dass man sie mit einer mischung aus persönlicher hetze und scheinbar neutraler analyse iher formalen fehler inhaltlich unglaubwürdig werden lassen will.

    und leute wie dieser niggmeier, dessen berufliche und moralische leistungen aus meiner sicht so gering sind, dass es sich noch nicht einmal lohnt, seinen namen richtig zu schreiben, bekommen preise, wenn sie auf den mehrheitszug der islamkritiker-hasser aufspringen und versuchen kontroverses mit dem zirkelschluss „unwichtiger recherchefehler= inhaltlicher komplettfehlschluss“ auseinanderzunehmen.

    die selben leute, die niggmeier als hüter der kritischen recherche feiern, sind die gleichen, die sich fassungslos fragen, wie in vergangenheit und gegenwart politischer totalitärismus so einfach und effektiv entstehen kann.
    wer übrigens mal sehen möchte, was einen als mainstream und lobbyismus-nonkonformen andersdenkender oder den linksgrünen gesinnungsterror vehement ablehnenden bürger erwartet, der gehe auf folgenden link und lese den kommentarbereich
    http://au.youtube.com/watch?v=WfVaZn6IEh4&NR=1
    aber hey, das ist STEFAN HERRE von PI und somit rechtfertigt das die morddrohungen schon irgendwie- niggmeier übernehmen sie!

  19. „Der Publizist hat ein inhaltliches Anliegen, er will die Gesellschaft beeinflussen, die Menschen wach rütteln.“

    Das will Horst Mahler auch.

  20. Entschuldigung mein Kommentar ging an der Sache vorbei. Mich ärgerte lediglich die Aussage von Herrn Friedrichs, dass wir lediglich uns der Wahrheit annähren, sie umkreisen können. Das mag richtig sein, kann uns aber nicht davon befreien uns regelmäßig an jener zu orientieren. Für mich klingt das schon wie ein Persilschein für ein Postulat, dass wir aufstellen können um es dann mit vagen Indizien zu belegen. Dann ist eben auch nicht so schwierig zu behaupten wie würden vom Finanzjudentum regiert oder die Erde sei eine Scheibe. Zuspitzen, polemisieren – herzlich gerne – aber dem Betrachtungsgegenstand gerecht werden. Ich mag Broder, ich wünschte es gäbe ein paar mehr seiner Art.

  21. An Niggemeier kritisiere ich in diesem Fall, dass er nicht sagt, was er eigentlich will. Bei Broder ist klar, worum es ihm geht, Niggemeier spielt den unparteiischen. Bank Vergleich Dabei sind – wie ich zu zeigen versucht habe – seine Argumente aber nicht seriöser als die von Broder. Auch er belegt nicht, was er behauptet, auch er ist unsachlich („doof“, „Gehirnfasten“,…) und vergiftet damit die Diskussion.

  22. Der Verfasser dieses Artikels behauptet ernsthaft, ein Publizist sei trotz gezielter und bewusster Irreführung durch (absichtlich?) fehlerhafte Auswertung von Tatsachen berechtigt, sein Anliegen zwecks „Wachrütteln“ der Gesellschaft zu verfolgen. Mag die Lüge noch so unverdaubar sein. Wer sie schluckt, der hat zwar Steine im Bauch, aber satt ist er trotzdem.
    Entschuldigen Sie, Herr Friedrich, aber sie machen sich moralisch der Beihilfe zur Demagogie mitverantwortlich. Es erscheint Ihnen legitim, wenn jemand auf sog. „Gefahren“ in der Gesellschaft deutet. Gefahr ist jeder Umstand, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen Schadenseintritt erwarten lässt. Wenn also Sie oder Herr Broder auf Gefahren hinweisen, um das unumkerbare Gut der freiheitlich demokratischen Grundordnung zu schützen, sollten sie vielleicht auf den Grundantagonismus aufmerksam machen, der ihre ganze Gedankenkette ad absurdum führt. Herr Niggemeier hat lediglich, darauf aufmerksam gemacht, dass Herr Broder bewusst oder grob fahrlässig Sachverhalte im falschen Kontext wiedergibt bzw. durch Weglassen oder Hinzufügen verändert. So wird aus einer wertneutralen eine falsche demagogische Tatsache. Als selbsternannter Philosoph, Freigeist, Naturforscher und Businessman sollten sie entweder lernen, zielgerecht mit Kausalzusammenhängen zu arbeiten oder vor Veröffentlichung von rührenden Verfassungsromanen ihre belletristischen und rechtlichen Bewertungsfähigkeiten auf den Prüfstand zu stellen. Ich empfehle Ihnen hierzu einen Besuch einer Anfängerübung im öffentlichen Recht in einer Universität in ihrer Umgebung. Vielleicht verstehen sie und Herr Brodel dann, was Verfassungsgut, Rechtsstaatlichkeit und freiheitlich demokratische Grundordnung bedeuten.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Ein Moslem.

  23. Jörg, wenn du Gutachter wärest und müsstest deinem Artikel Oberflächlichkeit nachweisen, würdest du das schaffen? Stil und Inhalt bilden eine Einheit, und die Phänomene Broder und Niggemeier lassen sich nicht durch einfache Rollenzuweisungen erklären. Viele weitere Anregungen auf Anfrage.

Kommentare sind geschlossen.