Web 2.0 verriet Prinz Harry in Afghanistan

Es war gestern abend, 17:42 Uhr MEZ, als auf dem Nachrichten-Portal Drudge Report die Nachricht erschien, dass Prins Harry in Afghanistan an der Front kämpft. Innerhalb weniger Stunden waren alle Zeitungen voll davon, in den Nacht-Nachrichten des ZDF waren bereits Bilder zu sehen.

Der Einsatz sollte eigentlich geheim bleiben, um die Sicherheit des Prinzen und seiner Kameraden nicht unnötig zu gefährden. Wie konnte es kommen, dass nun doch die ganze Welt davon weiß?
Web 2.0 verriet Prinz Harry in Afghanistan weiterlesen

Eine Argumentationsfigur

Am Rande einer Diskussion ergab es sich gestern, dass auf die Tatsache verwiesen wurde, dass die Fortis-Bank keine Sparschweine mehr als Geschenk verteilt. Auf diese Tatsache reagierte jemand mit der Äußerung, bei seiner Sparkasse gäbe es weiterhin rote Plastiksparschweine. Da das Thema dort ein anderes war, wollte ich nicht nachfragen, wie diese Tatsache zu werten sei, aber der Satz hat mich doch nicht losgelassen.

Aus den sonstigen Äußerung und der Art, wie das Argument vorgetragen wurde schlussfolgere ich, dass der Schreiber seine örtliche Sparkasse nicht als letzte Verteidigerin des Sparschweines gegen die multikulturelle Gesellschaft feiern wollte, sondern dass er irgendwie meinte, so lange seine Sparkasse noch rote Sparschweine ausgibt, besteht noch keine wie auch immer geartete Gefahr.

Das Argument ist nicht logisch, aber es ist aus der Geschichte gut bekannt.
Eine Argumentationsfigur weiterlesen

Der Rechtsstaat lebt noch

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden:

§ 5 Abs. 2 Nr. 11 Satz 1 Alt. 2 VSG, der den heimlichen Zugriff auf
informationstechnische Systeme regelt („Online-Durchsuchung“), verletzt
das allgemeine Persönlichkeitsrecht in seiner besonderen Ausprägung als
Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität
informationstechnischer Systeme und ist nichtig. Die Vorschrift wahrt
insbesondere nicht das Gebot der Verhältnismäßigkeit.

so steht es in der Pressemitteilung des Gerichtes zum Urteil vom heutigen Tag.
Der Rechtsstaat lebt noch weiterlesen

Heinrich Kieber und die LGT

Die Liechtensteinische Bank LGT hat bekannt gegeben, dass der Mann, der 2002 die Daten gestohlen hat, die jetzt in Deutschland zu umfangreichen Ermittlungen der Steuerfahndung geführt haben, Heinrich Kieber heißt, sie hat auch weitere Details zur Person, zum vermutlichen Tathergang und Vorfällen zwischen 2002 und heute bekannt gegeben. Das Licht, was dadurch auf die Bank fällt, ist alles andere als positiv.

Kieber hatte bereits im Januar 2003 versucht, das Liechtensteinische Fürstenhaus zu erpressen. Heinrich Kieber und die LGT weiterlesen

Warum ließ die Fortis-Bank das Sparschwein Knorbert sterben

Die Niederländische Fortis-Bank hat Mitte Februar entschieden, Kindern, die bei ihr ein Konto eröffnen, nicht mehr das Sparschwein Knorbert zu schenken. Begründet wird dies unter anderem mit dem von verschiedenen Medien übereinstimmend zitierten Satz, dass „Knorbert nicht die Anforderungen erfüllt, die die multikulturelle Gesellschaft an uns stellt.“

Wird sich Henryk M. Broder für seine Behauptung, es gäbe Banken, die aus Angst vor muslimischen Befindlichkeiten bereits die Sparschweine abgeschafft hätten, auf den Fall der Fortis-Bank berufen können, werden Stefan Niggemeier und andere Kritiker des Publizisten nun zähneknirschend eingestehen, dass die westliche Kultur auf dem Rückzug vor dem Islam ist?

Ganz so einfach ist die Sache nicht.
Warum ließ die Fortis-Bank das Sparschwein Knorbert sterben weiterlesen

Ein Oscar für Marion Cotillard

Es gibt nur selten den Moment den Moment, dass man im Kino sitzt und denkt: „Das ist einen Oscar wert. Schade, dass das nichts werden kann.“ Bei der Leistung von Marion Cotillard in La Vie en Rose ging es mir so. Es ist nicht nur die Fähigkeit, alle Höhen und Tiefen des Lebens der französischen Sängerin Edit Piaf so authentisch zu vermitteln, dass wohl kaum ein Zuschauer das Kino verlässt, ohne begeisterter Verehrer und zugleich betroffen über das Schicksal der Sängerin Trauernder zu sein.
Ein Oscar für Marion Cotillard weiterlesen

Die Wahrheit der Heidi Klum

Heidi Klum sucht schon wieder das nächste Top-Model Deutschlands – und wieder wird es eine Frau sein. Warum können Männer keine Top-Models werden? Auch das kann man von Deutschlands erfolgreichster Mode-Vorführerin erfahren: Männer-Mode ist langweilig, mit Männern kann man nichts anfangen. Wie sollte ein 17teilige Casting-Show funktionieren, wenn die Kandidaten jedesmal gleich aussehen? Kein Umfrisieren, kein Schminken, und Jacke wie Hose sind jedesmal Jacke wie Hose.

Wo die Frau Recht hat, hat sie Recht.
Die Wahrheit der Heidi Klum weiterlesen

Wenn Kritiker ihre Kritiker kritisieren

Als Blog-Betreiber wundert man sich manchmal, wenn alte Artikel, die vor Tagen viel gelesen wurden, von einem Moment zum anderen wieder in die Top-Liste kommen. Man begibt sich auf Spurensuche und erfährt, dass Henryk M. Broder sich wieder dem Thema Stefan Niggemeier zugewandt hat, die Blogosphäre hat, den neuen Schlagabtausch aus nächster Nähe zu verfolgen und fachmännisch zu kommentieren, bereits auf den Rängen Platz genommen.

Das Publikum klickt sich von Link zu Link und landet also schließlich auch bei mir. Das ist erfreulich, wäre aber wirklich erst schön, wenn es nicht um einen Schaukampf, sondern wirklich um das Problem ginge. Während aber noch Wetten auf den Sieger der Runde 2 angenommen werden, gerät das eigentliche Thema aus dem Blick.
Wenn Kritiker ihre Kritiker kritisieren weiterlesen

Lisa Ortgies – die Hoffnungsträgerin

Sie ist in fast allem das Gegenteil von Alice Schwarzer: Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Sie sieht gut aus, schminkt sich und geht zum Friseur. Selbst die Zeitschrift Emma musste lang suchen, bis sie eine Gemeinsamkeit zwischen der bisherigen und der zukünftigen Chefredakteurin entdeckte: Beide haben „eine Zeit lang in Paris gelebt“ kann man in einem auf der Emma-Homepage veröffentlichten dpa-Bericht lesen.
Lisa Ortgies – die Hoffnungsträgerin weiterlesen

Pooth in Not

Franz-Josef aka Franjo Pooth musste für sein Unternehmen Maxfield im Januar einen Insolvenzantrag stellen. Das kann jedem Unternehmer passieren: Man schätzt Trends falsch ein, irrt sich in den Bedürfnissen der Kunden, strukturiert die Firma nicht optimal oder setzt auf die falschen Partner. Selbst der große Bill Gates soll einmal gesagt haben, man sei immer nur 18 Monate vom Scheitern entfernt, und wer weiß, vielleicht gilt das gerade im Moment auch wieder für Microsoft.

Die Insolvenz von Maxfield war deshalb auch kein Grund für eine besonders intensive Beschäftigung mit diesem Fall. Dass der Unternehmer mit der Werbeikone Verona Pooth, früher Feldbusch, verheiratet ist, macht ihn aus wirtschaftlicher Sicht ja nicht spannender. Meint man.
Pooth in Not weiterlesen