Wer ist Juliane Ziegler?

Es könnte eine Serie daraus werden: Überlegungen zu Menschen, von denen man noch Tage zuvor nichts gehört hatte, deren Existenz sich dann aber innerhalb von Stunden dem Bewusstsein aufdrängt. So wie diese Juliane Ziegler, die offenbar in privaten Fernsehsendern bis vor wenigen Tagen zu nachtschlafender Zeit Sendungen moderiert hat – offenbar haben solche Sendungen Zuschauer, einige rufen an, andere passen darauf auf, was gesprochen wird.

Seit gestern schreiben nun Medien von Bild über Focus bis zur FAZ über die Moderatorin und über die Tatsache, dass sie irgendwann mitten in der Nacht „Arbeit macht frei“ gesagt hat.
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Schweizer Demokratie – Vorbild für Deutschland?

In der Schweiz gibt es Volksentscheide als Mittel der direkten Demokratie auch auf Bundesebene, und es scheint zu funktionieren. Das Nachdenken über notwendige Veränderungen im politischen System der Bundesrepublik Deutschland sollte deshalb die Analyse der Funktionsweise des Schweizer Systems umfassen und die Frage beantworten, ob die Schweiz für Deutschland als Vorbild dienen kann.

In der Schweiz können Volksentscheide auf drei Wegen zu stande kommen: als obligatorisches Referendum über Verfassungsänderungen oder andere weit reichende Gesetzesentscheidungen, als fakultatives Referendum, welches von 50.000 Bürgern oder 8 Kantonen zu einem Gesetz gefordert werden kann, welches der Bundesrat beschlossen hat, oder als Volksinitiative, bei dem eine Verfassungsänderung von 100.000 Schweizern gefordert werden kann.
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Kaffee schützt vor Krebs – vor allem Alkoholiker

In den letzten Tagen berichten verschiedene Medien über neueste Forschungsergebnisse, nach denen der Genuss von Kaffee das Risiko von Krebserkrankungen mindert.

Blättert man im Umfeld solcher Nachrichten, wird auch gleich noch mit anderen sicher geglaubten Weisheiten aufgeräumt, z.B. mit der, dass Kaffee dem Körper Flüssigkeit entziehen würde. Da im Internet auch ältere, nun offensichtlich nicht mehr aktuelle Forschungsergebnisse verfügbar sind, kommt man schnell ins Grübeln: Kann man überhaupt noch irgend etwas glauben? Kann man nicht – insbesondere per Internet-Recherche – alles plausibel belegen, was man gerne glauben möchte?
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Nach der Wahl ist alles anders

Es gehört zu den Besonderheiten des deutschen politischen Systems, dass kein Politiker nach der Wahl das tun kann, was er vor der Wahl angekündigt hat. Und es gehört zu den Merkwürdigkeiten der deutschen Öffentlichkeit, diese Tatsache verwerflich zu finden.

Am einfachsten haben es noch jene Parteien, die nach der Wahl in die Opposition gehen müssen: denen kann kein Vorwurf daraus gemacht werden, dass sie ihre politischen Ziele nicht umsetzen können. Deshalb ist der Wahlkampf auch für jene besonders leicht, die ohnehin keine Chance aufs Regieren haben. Aber die, die regieren wollen, befinden sich in einem Dilemma.
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Regierbarkeit und Demokratie

Gesellschaften, in denen die Entscheidungsfindung tatsächlich und im Einzelfall vom Volke ausginge, wären erstarrt, gelähmt, statisch, unfähig, sich zu entwickeln. Das gilt jedoch nicht nur in der extremen Variante, sondern auch in der Tendenz: Je mehr Demokratie eine Gesellschaft im Alltag umsetzt, umso unbeweglicher ist sie, umso größer ist ihre Unfähigkeit, neues zu schaffen oder sich zu verändern.

Demokratie ist nur sinnvoll, wo sie mit Freiheit gepaart auftritt, und zwar mit jener „negativen Freiheit“, der Freiheit von Zwang, der Freiheit, eigene Interessen zu haben und zu verfolgen, der Freiheit, das eigene Gück zu suchen. Wo das real ist, werden kaum zwei Menschen die gleichen Ziele haben. Zwangsläufig schließt das Erreichen der Ziele des einen für den anderen das Erreichen seiner Ziele aus: Worauf sie sich einigen können, ist maximal die Erhaltung des Status Quo. Damit wird alles Neue, jede Veränderung verhindert.
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Fasching und Holocaust-Gedenken in München

Jedes Jahr ist acht Tage vor Rosenmontag in München Fasching, jedenfalls war es 2006 so und 2007 auch. Und auch in diesem Jahr soll es so sein: am kommenden Sonntag, dem 27.01., werden 2.000 lustige verkleidete Menschen durch die Stadt ziehen.

Der 27.01. ist allerding ein historisch belastetes Datum. Darf man an einem solchen Tag fröhlich sein, sich verkleiden, Dummheiten machen, feiern?
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Kunstverständnis: Regeln oder Intuition

Kann man ästhetisches Urteilen lernen wie das Fahren eines Autos? Oder ist der Geschmack angeboren? Oder stimmt keines von beidem, lernt man, schönes, anmutiges, elegantes zu erkennen, indem man immer wieder Beispiele dafür gezeigt bekommt?

Frank Sibley, ein amerikanischer Philosoph, hat vor allem in den 1960er Jahren einige Aufsätze über das ästhetische Urteil geschrieben, die in den USA eine lange und kontroverse Diskussion ausgelöst haben, die aber erst Jahre später, und dann auch nur für kurze Zeit, in Europa wahrgenommen wurde. Das ist sehr schade, und die Fragen, die damals aufgeworfen wurden, sind sicher bis heute noch nicht abschließend diskutiert.
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Angela Merkel über Freiheit und Informationstechnologie

Angela Merkel hat eine Rede über die Informationstechnologien und die Freiheit gehalten. Es ist schade, dass aufgrund einer dummen Überschrift bei Golem nun viele Leute glauben, Frau Merkel würde das Internet für den Fall der Mauer verantwortlich machen. Davon steht natürlich nichts in der Rede der Naturwissenschaftlerin Merkel.
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Bürgerentscheid über Kultur und Kunst?

Der Fall ist exemplarisch für den Umgang mit Kunst und Kultur in einer demokratischen Gesellschaft. Braucht die Gesellschaft Orte für „große“, für „aufwändige“ und teure Kunst? Oder sollten nur kleinere, autome, plurale Projekte gefördert werden?

In Münster soll eine Musikhalle gebaut werden. Vor dem Krieg hat es in Münster eine solche Halle gegeben, die aber nach der Zerstörung der Stadt nicht wieder aufgebaut wurde. Seit 1989 stezt sich ein Förderverein für die Errichtung einer Musikhalle auf der wohl größten deutschen innerstättischen Brachfläche ein. Ein privater Förderverein hat 18 Mio. Euro zusammengebracht, weitere 12 Mio € soll die Stadt Münster aufbringen. Am 24.10.2007 hat der Rat der Stadt Münster beschlossen, dieses Geld bereitzustellen.
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