Freiheit ist Sicherheit – Was heißt das?

Unter dem Titel „Freiheit ist Sicherheit“ demonstrierten am vergangenen Wochenende 450 Leute in Köln, auch in diesem Blog wurde dafür geworben. Im FreiheIT-Blog las ich gestern eine Betrachtung zum Motto der Veranstaltung, die mich zu weiteren Überlegungen zu diesem merkwürdigen Satz „Freiheit ist Sicherheit“ anregte.

Der Satz ist eine Tatsachenbehauptung: A ist B. Wir verwenden solche Sätze allerdings mit ganz unterschiedlichem Sinn. Die erste Variante ist: A ist das gleiche (dasselbe) wie B: Der Morgenstern ist der Abendstern. Eine andere Variante: A ist ein spezielles B: Der Morgenstern ist ein Planet. Beide Bedeutungsvarianten meinen wir nicht, wenn wir sagen, Freiheit ist Sicherheit. Die Tatsachenbehauptung, die hier ausgesprochen wird, ist: Freiheit ist die Grundlage für Sicherheit.
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Im Fernsehen: Der Novembermann

Man soll jeden Tag so leben, als wenn es der letzte wäre, sagt ein Sprichwort, das damit wohl meint, dass man das Leben genießen und seine Zeit für angenehme Dinge nutzen soll. Gestern abend, als ich „Der Novembermann“ in der ARD sah, kam mir das Sprichwort wieder in den Sinn, aber in einer ganz anderen Bedeutung.

Eine Frau verabschiedet sich, wie jedes Jahr Anfang November, von ihrem Mann in den Toscana-Urlaub. Am nächsten Tag verunglückt sie tödlich: Aber nicht auf dem Weg nach Italien, sondern nördlich von Bremen.
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Die Zukunft der Musik-Vermarktung

Gerade schrieb ich, angeregt durch den Spiegelfechter und Thomas Knüwer, über das Problem des illegalen Downloads von Musik. Das Thema scheint momentan viele zu beschäftigen, denn heute schrieb Johnny vom Spreeblick einen ausführlichen und lesenswerten Artikel über die Chancen der Musikindustrie, bei dem mich aber vor allem ein Kommentar von Fragezeichner zum Weiterdenken anregt.

Johnny, es würde mich interessieren, warum Musiker überhaupt eine Musikindustrie brauchen? Produktion? Marketing? Brand-Building? Rechteverwertung? Sollte ein Musiker nicht hocherfreut sein, dass er das alles nun selbst mit Computer und Internet bewältigen, und sich auf seine eigentliche Tätigkeit, das Musizieren konzentrieren kann?

Wahrscheinlich ist das die Lösung: Music on Demand, wie Books on Demand. Der Musiker sucht sich ein Studio, stellt seine neuesten Werke selbst ins Netz, und bietet sie gegen ein geringes Entgelt zum Download an. Bei dieser direkten Vermarktung steigt sicher die Scheu, die heruntergeladenen Werke direkt wieder auf einer illegalen Tauschbörse hochzuladen. Die Bereitstellungskosten für den Musiker sind relativ gering, sodass er schon bei relativ geringen Download-Zahlen in die Gewinnzone kommt.

Außerdem wird auf der WebSeite natürlich auch gleich Werbung fürs nächste Konzert gemacht. Und auf dem gibt’s dann (das machen viele ja heute schon so) die CD oder DVD zu kaufen.

Die Musikindustrie ist dann wirklich um ihre Zukunft nicht zu beneiden. Wahrscheinlich wird’s dann Subventionen für die sterbende Industrie geben, so eine Art CD-Pfennig?

Die lange Haft des Marco W.

Alle fragen mitleidsvoll: wird er Weihnachten zu Hause sein? Die meisten Deutschen scheinen irgendwie der Meinung zu sein, es wäre auf alle Fälle eine unverhältnismäßig hohe Strafe, wenn der arme Marco am Heiligen Abend nicht bei seinen Eltern unterm Weihnachtsbaum sitzen dürfte.

Nun ist ganz sicher das nahende Fest der Liebe kein Grund, eine Untersuchungshaft zu beenden. Aber trotzdem kann man einmal fragen, ob diese Untersuchungshaft nicht zu lang ist, auch wenn, wie man im JurBlog nachlesen kann, die Dauer auch in Deutschland gar nichts ungewöhnliches wäre. Was auch in Deutschland normal ist, muss ja nicht per se in Ordnung sein.
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Ist die Musikindustrie selbst schuld?

Früher haben wir auch Musik kopiert, von einer Kassette zur anderen, oder vom Radio aufgenommen. Die Qualität litt dabei spätestens bei der dritten Kopie so sehr, dass, wer es sich leisten konnte, sich doch lieber die echte LP gekauft hat.

Seit es auf digitalem Weg möglich ist, Musik ohne Qualitätsverlust zu kopieren, kommen die, die von der Produktion dieser Werke leben zunehmend in echte Probleme. Und da das Kopieren schon immer gegen das Urheberrecht verstößt, beauftragt man der Rechtsstaat, das Recht, welches gilt, auch anzuwenden.
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Was die Stars uns wert sind

Ein Bundesliga-Fußballer bekommt mehr Geld als der Platzwart, einige Schauspieler erhalten Millionen für ein paar Drehtage, während der Kamera-Assistent mit ein paar tausend Euro nach hause geht, und Manager bekommen ihre Tätigkeiten teilweise mit dem hundertfachen dessen vergütet, was die Angestellten des Unternehmens bekommen.

Merkwürdigerweise entzündet sich die Diskussion darüber, was gerechte Entlohnung ist, nicht an Sportlern oder Künstlern sondern einzig an den Manager-Vergütungen.
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Sterben mit oder ohne Hilfe bei Anne Will

Kann man in einer Stunde das Thema aktive und passive Sterbehilfe behandeln. Die Sendung von Anne Will gestern Abend zeigte, dass das geht, wenn man sich darauf beschränkt, Standpunkte aufzuzeigen und wenn man kontroverse Diskussionen konsequent unterbindet.

Menschenwürdiges Sterben ist ein ungeheuer vielschichtiges Thema, da gibt es viele Standpunkte, die -für sich genommen -je einleuchten, auch wenn sie sich gegenseitig ausschließen.
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Was ist ein Watch-Blog?

Leute, die ein Watch-Blog betreiben, formulieren meist einen aufklärerischen Anspruch: Sie setzen sich „kritisch mit [einer Tageszeitung auseinander]– mit den kleinen Merkwürdigkeiten und dem großen Schlimmen, mit ihrem Selbstverständnis und ihrer Wirkung auf andere Medien“ oder sie wollen „Kampagnen … entlarven und somit die Ziele … konterkarrieren.„. Sie versprechen „eine kritische Dokumentation über [eine rechtsextreme Partei] und deren Umfeld“ oder sie „wollen Klischees geraderücken, Vorurteile entkräften, Irrtümer richtigstellen und beliebte Dauerbrenner entschärfen„.

Lösen Watchblogs ihr Versprechen ein, werden sie ihren Ansprüchen gerecht? Warum gelingt ihnen das, und warum versagen sie?
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