Armut mit Globalisierung bekämpfen

Würden die Globalisierungsgegner ihre Ziele wirklich ernst meinen, müssten sie sich in Globalisierungsfreunde umbenennen. Denn weltweite Armut bekämpft man nicht mit Spenden und Almosen, sondern mit Marktwirtschaft und Globalisierung.

Wenn es um die Armut auf der Welt geht, haben die Leute, die sich an diesem Wochenende und nächste Woche zu Protesten im Nordosten Deutschlands versammeln, schnell die Schuldigen gefunden: Es ist der globale Kapitalismus, die ungezügelte Marktwirtschaft.

Warum ignorieren diese Leute die einfachen Fakten? Überall auf der Welt, wo ie Marktwirtchaft Fuß fasst, steigt der Lebensstandard und das Einkommen aller Bevölkerungsschichten und sinkt die Armut. Die letzten Beispiele dafür sind Indien und China. Die Globalisierung hat hier zu einem Boom geführt, an dessen Segen auch die ärmsten teilhaben.

Ganz anders sieht die Situation in Afrika aus. Die Almosen der Entwicklungshilfe versickern, die Länder werden in Abhängigkeit von reichen Spendern gehalten und die Lethargie, die Unfähigkeit der Menschen, sich selbst zu helfen, wächst.

Schaut man sich diese Entwicklung genau an und überlegt man, warum die Globalisierungsgegner vor den Fakten so tapfer die Augen verschließen, wächst ein schlimmer Verdacht.

Wirkliche Globalisierung als Verbreitung der demokratisch organisierten Marktwirtschaft, wie sie von Weltbank, IWF und den G7 seit Jahrzehnten betrieben wird, erhöht zwar das Lebensnivieau in den Entwicklungsländern, schränkt damit aber gleichzeitig liebgewordene Privilegien der Menschen in den Industrieländern ein. Nicht die Armen der Welt müssen Angst vor der Globalisierung haben, sondern die Besitzstandswahrer in den Inustrieländern mit Zweitwagen, 35-Stunden-Woche und Urlaub auf den Malediven.

Da spendet man doch lieber ein paar Euro für eine Entwicklungshilfe, die keine ist und hält die dritte Welt auf Bettler-Niveau. Globalisierung ist so gesehen natürlich zu bekämpfen.