Eine Bandscheibengeschichte

Auf Operationen folgt häufig eine langwierige Reha-Phase. Ist das immer richtig?

Vor zwei Monaten musste ich mich einer Bandscheiben-Operation unterziehen. Viele, die davon hörten, waren entsetzt. Wochen- bis monatelange Arbeitsunfähigkeit wurde mir prognostiziert.

Was geschah in meinem Falle wirklich? Die Operation fand an einem Freitagnachmittag statt, so dass ich, mit kurzen Unterbrechungen, bis Samstag morgen schlief. Ich stand auf, fand mich schmerzfrei, wusch mich und machte gegen 11:00 Uhr einen Bummel durch den Ort. Am Nachmittag bekam ich Besuch, wir plauschtem im Café am Markt.

Der Sonntag und der Montag verliefen ganz ähnlich, am Dienstag verließ ich das Krankenhaus, am Mittwoch ging ich für ein paar Stunden ins Büro. Ich ließ mir einen Stehtisch aufbauen, auf dem nun mein Notebook und mein Telefon steht, Besprechungen finden im Sitzen statt.

Ein Aufenthalt in der Reha-Klinik kam für mich nicht in Frage. Ich bekam eine physiotherapeuthische Behandlung (dreimal in der Woche) und begann bald mit einem vorsichtigen Stabilisierungs- und Aufbautraining.

Heute (knapp zwei Wochen nach der Operation) bin ich absolut beschwerdefrei. Das einzige, was ich (aus reinen Vernunftsgründen) noch nicht wieder mache, ist Joggen, und auch den Herbstmarathon werde ich ausfallen lassen.

Das Gespräch mit meinem Arzt und diese meine eigene Erfahrung lässt mich vermuten, dass die normale Behandlung nach solchen Operationen oft völlig falsch sein dürfte. Statt zwei Wochen nach der Operation eine dreiwöchige Reha zu machen, in der eifrig täglich (und damit wohl oft zu viel) trainiert wird um dann anschließend gar nichts mehr zu tun, scheint mir ein langfristiges, ganz vorsichtig startendes Aufbautraining viel sinnvoller.

Und das ist natürlich auch noch kostengünstiger.