Über sexuelle Orientierung

In einem Beitrag für Die Kolumnisten gehe ich der Frage nach, welche Konsequenzen sich ergeben würden, wenn die sexuelle (oder genauer: die erotische) Orientierung des Menschen nicht biologisch festgelegt wäre. Natürlich gibt es dazu heftigen Widerspruch. Aber die Wissenschaft liefert für keine These stichhaltige Beweise oder sichere Belege. Nachdenken muss erlaubt sein, egal, wem man damit „das Wort redet“.

Was heißt Denken?

Menschliche Intelligenz besteht darin, über eigene Schwächen, Sehnsüchte, Ziele, Wünsche nachdenken zu können, ihnen nachzusinnen, auf den Grund zu gehen. Spiele zu gewinnen ist zwar ein schöner Zeitvertreib und Wettkampf, hat aber nichts mit dem Wesen des menschlichen Denkens zu tun. Etwa die Gründe für die eigenen Handlungen zu finden, das Gewissen zu befragen, die Intuitionen und Wertvorstellungen kritisch zu reflektieren, das ist der Kern menschlicher Intelligenz. Phantasien zu entwickeln und über diese Phantasien nachzugrübeln, das ist menschliches Denken. Warum sollten Computer sich mit so etwas abgeben? Wie sollte man sich einen Algorithmus überhaupt denken (!) der so etwas tut?

Frozen – überraschend.

Endlich wieder Disney-Filme gucken! Nachdem die erste Enkelin nun 3 1/2 Jahre alt ist, ist die Disney-Trickfilm-Abstinenz nach bald 20 Jahren endlich vorbei. An diesem Wochenende sah ich „Frozen“ – und war überrascht: Keine Königssöhne mehr, die schwache Prinzessinnen retten, statt dessen starke junge Frauen, die sich selbst – im wahrsten Sinne des Wortes – durchschlagen, dabei aber immer noch mein klassisches Frauenbild bedienen. Und am Ende ist der „Kuss der wahren Liebe“ nicht der zwischen dem hilfsbereiten tapferen Jungen aus einfachen Verhältnissen und der Prinzessin sondern… ach nein, schaut es euch selbst an.

Rechts und Links – was soll das sein?

Immer diese Debatten über Links und Rechts. Wer ist links, wer ist rechts. Ich lege das jetzt hier mal ein für alle mal fest und bitte euch, in Zukunft folgende Begriffsbestimmungen zu benutzen:
Sowohl die Linken als auch die Rechten sind Anwälte des „kleinen Mannes“ von dem sie sagen, dass er sich nicht um sich selbst kümmern kann weil er zu schwach oder zu doof ist, sondern dass man sich um ihn kümmern muss, damit es ihm gut geht und die großen Starken ihn nicht so ausbeuten.
Die Linken meinen, dass man dazu die Welt verändern muss, dass die Gesellschaft da im Kleinen wie im Großen umgebaut werden muss. So, wie die Welt ist, ist sie schlecht für die Schwachen und gut für die Starken, also muss man den Starken was wegnehmen und es den Schwachen geben, und dafür muss man ständig neue Gesetze oder gleich Revolutionen machen.
Die Rechten sagen, dass die Welt so, wie sie ist, schon ganz gut eingerichtet ist für die Schwachen und Doofen, und dass man, wenn das heute nicht so ganz gut läuft, eher schauen muss, wie es noch früher war, weil da alle glücklicher waren. Sie geben den Veränderungen die Schuld daran, dass es den Schwachen heute nicht so toll geht.
So einfach ist das.

Reingefallen.

Eigentlich die dümmste Reaktion auf die Erkenntnis, auf einen Fake, eine Lüge reingefallen zu sein ist der Kommentar „Ja, aber hätte eben wahr sein können, (sonst wäre ich doch nicht so einfach darauf reingefallen)“. Dabei sind es nicht die wahren Einsichten, die uns für Lügen anfällig machen, sondern eben die Vorurteile, die doch eigentlich fragwürdig werden, wenn sie uns dazu bringen, bei der Lügen-Verbreitung mitzumachen.

Destruktive Konstruktion

Das Gegenteil von Konstruktion ist nicht Dekonstruktion sondern Destruktion. Deshalb „dekonstruieren“ die meisten Leute auch nicht, wenn sie Begriffe oder Argumente zerstören / zerlegen / kaputtmachen – sie destruieren. Dekonstruieren ist eben immer ein gleichzeitige Konstruieren, und das machen und können meines Wissens nur sehr wenige. Heidegger hat es getan, ohne es zu wissen, ohne den Namen dafür zu haben. Derrida hats dann später „erfunden“.

Stillstand und Veränderung

Manchmal denke ich, dass mein philosophisches Denken sich ständig verändert. Und dann finde ich eine 8 Jahre alte kleine Skizze, die ganz wunderbar zu den Gedanken passt, die ich gerade jetzt Stück für Stück entwickle. Offensichtlich gibt es mehr Konsistenz in meinem Denken, als ich gemeinhin glaube.

Soziale Medien liest man nicht, man teilt und liked

Ich liebe diese so genannten sozialen Medien von Tag zu Tag mehr. Gerade wird ganz fleißig ein Artikel des Independent geteilt. Im Link kann man den Anfang der Überschrift lesen: „Nur drei der 58 Männer, die wegen der Kölner Sex Attacken festgenommen wurden, waren Flüchtlinge“. Öffnet man den Link, wird man sofort stutzig, denn die Überschrift geht noch weiter „… aus Syrien oder dem Irak“. Neugierig geworden, liest man den ganzen Text und findet dann die Information, die auch nicht neu ist, dass die meisten anderen eben aus Marokko, Afghanistan usw. stammten.

Ja, das würde man zumindest lesen, wenn man auf den Link auch klicken würde, den man da teilt. Macht aber keiner. Der kleine Schnipsel vom Anfang reicht ja völlig aus, um sich über irgendwas aufzuregen, hier übrigens meistens über die böse deutsche Presse, die das natürlich nicht meldet, was der Independent da ermittelt hat – Lügenpresse! Witziges Zusammentreffen, denn auf die Presse schimpfen doch sonst eigentlich immer die vom bösen rechten Rand „wink“-Emoticon

 

O.F. Weidling

„In Traueranzeigen kann man oft lesen: Herr Soundso starb viel zu früh. Man möchte die Hinterbliebenen immer fragen: Wann wäre es Ihnen denn recht gewesen?“ Ich kann mich noch gut an diese Sätze von O. F. Weidling erinnern, der 1985 im Alter von 61 Jahren übrigens viel zu früh gestorben ist.

Philosoph und Unternehmer